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Ratgeber

18. Oktober 2017 | 11:37 Uhr

Der kurze Draht zu Behörden

vom

svz.de von
erstellt am 14.Apr.2011 | 06:11 Uhr

Eine zentrale Telefonnummer für alle Fragen - das soll die einheitliche Behördennummer 115 bieten. Nach einer zweijährigen Pilotphase ging das Projekt gestern in den Regelbetrieb. Derzeit können insgesamt rund 15 Millionen Bürger in sieben Bundesländern ihre Fragen unter der Nummer loswerden - egal, ob es um die Abmeldung eines Autos, einen neuen Personalausweis oder die Lohnsteuerkarte geht. Bis 2013 wird angestrebt, das Angebot auf ganz Deutschland auszuweiten, wie das Bundesinnenministerium mitteilte.

Die Länder und Kommunen entscheiden aber selber, ob sie sich an dem Projekt beteiligen möchten - eine Verpflichtung gibt es nicht. Bislang können Bürger aus Berlin, Bremen, Hamburg, Hessen, Nordrhein-Westfalen, Sachsen und Sachsen-Anhalt ihre Fragen unter der Nummer loswerden. Bayern und Schleswig-Holstein sollen bald folgen. Daneben beteiligt sich auch die Bundesverwaltung an dem Projekt, zum Beispiel mit den Bundesministerien und dem Statistischen Bundesamt.

65 Prozent der Anfragen werden sofort beantwortet

Die Anrufe kosten den Bürger zwischen 7 und 29 Cent pro Minute. Mit dem Regelbetrieb sollen die Tarife aber bis zum Jahresende sinken.

Nach den Worten des parlamentarischen Staatssekretärs im Bundesinnenministerium, Ole Schröder (CDU), werden bislang 75 Prozent der Anrufe innerhalb von 30 Sekunden entgegengenommen. Am anderen Ende der Leitung sitzen geschulte Mitarbeiter. 65 Prozent der Anfragen werden gleich beim ersten Anruf beantwortet. Ist der Service-Mitarbeiter aber ratlos, soll der Bürger innerhalb von 24 Stunden eine Antwort erhalten - per Fax, Mail oder Telefon.

Staatssekretär Schröder sagte, die Nummer 115 könne auch ein wichtiges Instrument sein, um Bürger bei Katastrophen zu informieren. Er verwies auf das Beispiel Schweinegrippe: "Wenn ich an die große Unsicherheit der Bevölkerung denke, die es gab im Zuge der notwendig gewordenen Impfungen (...), wäre es gut gewesen, wenn wir eine einheitliche 115 Service-Nummer bereits gehabt hätten", sagte er. Die Finanzierung des Regelbetriebes teilen sich Bund und Länder. Jährlich fallen Gesamtkosten in Höhe von rund 2 Millionen Euro an. Die Kosten für den Probebetrieb - das waren insgesamt 8 Millionen Euro - trugen der Bund und das Land Hessen.

Wählt der Bürger 115, landet er immer im nächstgelegenen Service-Zentrum. Entscheiden sich Kommunen zur Teilnahme, müssen sie für den Aufbau eines entsprechenden Zentrums sorgen. Nach Angaben des Städte- und Gemeindebundes braucht es seine Zeit, bis sich die Kommunen mit dem Thema ausein andergesetzt haben. "Man kann auch zu dem Ergebnis kommen: Wir sehen darin keinen Mehrwert", sagte ein Sprecher des Gemeindebundes mit Verweis darauf, dass viele Kommunen schon eigene Informationswege eingerichtet haben. Erreichbar ist die 115 von Montag bis Freitag zwischen 8 und 18 Uhr.

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