Der Kosename: West-Mamas, Ost-Muttis

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10. Mai 2013, 05:46 Uhr

Der Mauerfall liegt mehr als zwei Jahrzehnte zurück - aber geht es um Kosenamen für die Mutter, bleibt Deutschland geteilt. "Mutti" ist die beliebteste Anrede für Mütter im Osten der Republik, während im Westen die meisten Menschen lieber "Mama" sagen.

Das ergab eine repräsentative, online durchgeführte Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov.

Demnach nennen in den alten Bundesländern 57 Prozent der Erwachsenen ihre Mutter "Mama", "Mutti" nur gut jeder fünfte (22 Prozent).

In der früheren DDR ist es umgekehrt: 55 Prozent sagen "Mutti" und 24 Prozent "Mama".

Eine Erklärung dafür zu finden, ist nicht leicht. "Das Wort Mutti ist älter als die DDR", sagte Alexander Werth vom Forschungszentrum Deutscher Sprachatlas an der Uni Marburg. Eine Neuschöpfung des sozialistischen Staates könne es also nicht gewesen sein.

"Es gibt Belege dafür, dass ,Mutti im Nationalsozialismus ziemlich gebräuchlich war", erklärte der Sprachforscher. In der DDR sei das Wort in den Jahrzehnten danach häufiger gebraucht worden als in der BRD - ein Unterschied, der bis heute nachwirkt.

Werth wies allerdings darauf hin, dass "Mutti" auch in Teilen Deutschlands üblich sei, die nicht zur DDR gehörten.

In der ehemals zwischen Ost und West geteilten Stadt Berlin liefern "Mama" und "Mutti" sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit jeweils 38 Prozent.

Andere Anreden, wie Mami oder der Vorname, führen in Deutschland laut der Umfrage ein Schattendasein - keine kam im Durchschnitt über 10 Prozent. Nur unter den älteren Semestern ist "Mutter" etwas üblicher, jeder zehnte Deutsche über 45 nennt sie so.

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