Versicherung : Den Liebling richtig absichern

Die Bahndlungskosten beim Tierarzt für eine kranke Katze können die Haushaltskasse durchaus belasten. Eine spezielle Versicherung lohnt aber trotzdem nicht in jedem Fall.
Die Bahndlungskosten beim Tierarzt für eine kranke Katze können die Haushaltskasse durchaus belasten. Eine spezielle Versicherung lohnt aber trotzdem nicht in jedem Fall.

Unfall, Krankheit oder sogar Todesfall – Tipps, wann und welche Tier-Versicherungen sich lohnen.

svz.de von
10. November 2015, 21:00 Uhr

Ein gebrochener Flügel, eine verstauchte Katzenpfote oder eine Magenkolik beim Pferd – eine Behandlung beim Tierarzt kann schnell teuer werden. Gerade für Operationen müssen Besitzer mit 1000 Euro oder mehr rechnen. „Die meisten Besitzer zahlen dennoch, damit das Tier schnell wieder gesund wird – eine Herzensangelegenheit“, sagt Elke Weidenbach von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen in Düsseldorf. Doch welche Absicherungen sind für welches Tier sinnvoll?

Krankenversicherung
„Die Tier-Krankenvollversicherung ist meist nicht erforderlich und auch teuer“, sagt Nicole Freitag von der Verbraucherzentrale Hamburg. Hunde-Besitzer müssen je nach Rasse dafür beispielsweise rund 500 Euro im Jahr zahlen. „Für Katzen ist sie etwas günstiger.“

Die meisten Hunde, Katzen oder Kleintiere müssen aber selten zum Tierarzt. Somit fallen für den Besitzer in der Regel auch nur geringe Behandlungskosten von höchstens 200 Euro im Jahr an, erläutert Freitag. Deshalb sei es oft sinnvoller, Rücklagen für Behandlungskosten zu bilden. Zumal gerade ältere oder kranke Tiere von manchen Versicherern ausgeschlossen werden. Hinzu kommen zahlreiche Beschränkungen der Versicherer. „Ausgeschlossen werden bei vielen Versicherern Leistungen wie Kastration, Wurmkuren oder Vorsorgeuntersuchungen“, erklärt Freitag.

Wer sich dennoch gegen das finanzielle Risiko versichern will, sollte auf Höchstentschädigungsgrenzen achten. „Denn wenn die Behandlungskosten die im Vertrag vereinbarte Höchstgrenze überschreiten, muss der Tierhalter sie selbst übernehmen“, sagt Verbraucherschützerin Weidenbach. Freitag rät deshalb: „Besser sind Tarife, bei denen der Versicherer eine unbegrenzte Summe übernimmt.“

OP-Kosten
Die Tarife für OP-Kosten-Versicherungen sind in der Regel günstiger als die Krankenvollversicherung. „Aus unserer Sicht ist sie eigentlich nur für größere Tiere sinnvoll“, sagt Timo Voss vom Bund der Versicherten in Henstedt-Ulzburg bei Hamburg. Denn wenn Pferde oder Hunde eine OP benötigen, kann das schnell teuer werden.

Wichtig ist zu vergleichen, welche Leistungen der Versicherer übernimmt. Auch hier gilt: „Der Versicherer leistet häufig nur begrenzt.“ Liegen also die Behandlungskosten über den im Tarif vorgesehenen Leistungsgrenzen, muss der Besitzer die Restkosten selbst tragen. Wichtig ist immer, „dass mindestens der zweifache Vergütungssatz des Tierarztes vom Versicherer übernommen wird“, sagt Freitag. Das bedeutet, dass auch die Kosten für komplizierte Behandlungen abgedeckt sind.

Eine andere Möglichkeit: „Bei vielen Tierärzten können Besitzer Ratenzahlungen vereinbaren.“ Dann können Tierhalter die OP-Kosten nach und nach bezahlen.

Haftpflicht
Ein absolutes Muss ist eine Tierhalter-Haftpflichtversicherung – jedenfalls für Hunde- und Pferde-Besitzer. Nach Angaben des Gesamtverbandes der Versicherungswirtschaft (GDV) ist dies für Hundehalter in einigen Bundesländern sogar gesetzlich verpflichtend.

Rechtlich gilt: „Verursacht ein Tier einen Schaden oder verletzt einen Menschen, haftet immer der Tierhalter“, sagt Weidenbach. Und zwar unabhängig von seinem Verschulden. Denn bei Tieren, die unberechenbar reagieren können, gilt immer die Gefährdungshaftung. Die Versicherung sollte eine Deckungssumme von 5 Millionen Euro haben. „Bei einer Selbstbeteiligung von 150 Euro liegen die Beiträge pro Jahr, je nach Rasse des Hundes, etwa bei 50 Euro“, sagt Freitag.

Wer eine Katze, ein Kaninchen oder einen Wellensittich hat, braucht den Vertrag nicht unbedingt: „In der Regel sind kleinere Tiere über die Privathaftpflichtversicherung abgedeckt“, sagt Weidenbach.

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