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Ratgeber

20. November 2017 | 18:16 Uhr

Bleiben Sie im Gespräch!

vom

svz.de von
erstellt am 26.Jun.2013 | 10:22 Uhr

Vor allem Eltern und Großeltern wandten sich während der Telefonaktion zu illegalen Drogen an die Berater der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, um einen Rat einzuholen, wie sie mit dem Drogenkonsum ihrer Kinder oder Enkel umgehen können. Hier eine Zusammenfassung der häufigsten Fragen und Antworten:

Mein Enkel (14) ist nicht gut in der Schule. Er kifft häufig. Das riecht man, denn wir wohnen in einem Haus. Wenn ich ihn auf das Kiffen anspreche, reagiert er aggressiv und streitet alles ab. Was soll ich tun? Lieber den Mund halten?

Nein, sprechen Sie offen mit ihm, immer auf Augenhöhe. Teilen Sie ihm sachlich mit, warum Sie glauben, dass er Drogen konsumiert. Sagen Sie ihm auch, welche Folgen das aus Ihrer Sicht haben kann und dass Sie sich große Sorgen machen. Lassen Sie ihm Zeit, sich dazu zu äußern. Bleiben Sie auf jeden Fall mit ihm im Gespräch. Vielleicht können Sie außerdem die Eltern des Jungen ermuntern, sich an Fachleute vor Ort zu wenden, um sich Hilfe zu holen. Professionelle Unterstützung finden sie zum Beispiel bei Erziehungsberatungsstellen. Schauen Sie im Telefonbuch oder im Internet nach, zum Beispiel unter www.dajeb.de, nach ortsnahen Adressen.

Schon oft hat mir mein Sohn (26) versichert, dass er wirklich mit dem Kiffen aufhören will. Aber irgendwie bringt er nicht den nötigen Willen auf, es endgültig sein zu lassen. Was kann man da tun?

Dass Ihr Sohn mit den Drogen Schluss machen will, ist lobenswert. Bekräftigen Sie ihn in dem Bewusstsein, dass er es schaffen kann. Aus eigener Kraft gelingt es allerdings den Wenigsten. Da ist er mit dem Problem nicht allein. Mit professioneller Hilfe wird es leichter. Die findet er bei Sucht- oder Drogenberatungsstellen. Adressen stehen im örtlichen Telefonbuch oder im Internet, zum Beispiel unter www.bzga.de.

Was kann denn groß passieren, wenn man mal Haschisch raucht?

Haschisch bewirkt eine Einschränkung des Konzentrations- und Reaktionsvermögens, die Fähigkeit zur schnellen Informationsverarbeitung wird beeinträchtigt. Die körperliche und psychische Leistungsfähigkeit ist vermindert. Das bewirkt beispielsweise eine starke Einschränkung der Fahrtüchtigkeit.

Kann Cannabis abhängig machen?

Regelmäßiger starker Konsum kann eine psychische Abhängigkeit erzeugen, die an einer Reihe von Entzugserscheinungen deutlich wird. So können beispielsweise Abstinenzsymptome in Gestalt von innerer Leere, Freudlosigkeit, Antriebsmangel, Konzentrationsstörungen und Unruhe auftreten. Vegetative Symptome wie Schlafstörungen und Appetitmangel sind ebenfalls möglich. Auch wenn mit der Entwicklung einer Abhängigkeit gerechnet werden muss, so ist doch nur ein geringer Teil der Cannabiskonsumenten davon betroffen. Ähnlich dem Alkoholkonsum kann es auch beim Haschischkonsum über einen längeren Zeitraum hinweg einen Missbrauch geben, ohne dass es zur Ausbildung einer Abhängigkeit kommt.

Wie groß ist eigentlich die Gefahr, von Crystal-Speed nicht mehr loszukommen?

Die Gefahr einer intensiven psychischen Abhängigkeit ist groß. Zum Beispiel kann es zur Gewohnheit werden, Crystal zu konsumieren, um zu "funktionieren" oder bestimmte Gefühle hervorzurufen. Ob sich eine Abhängigkeit entwickelt hat, wird meist erst offensichtlich, wenn die Betroffenen versuchen, den Konsum wieder einzustellen. Nach dem Absetzen der Droge kommt es dann zu Entzugserscheinungen wie Übellaunigkeit bis hin zu Depressivität, Müdigkeit, massiven Schlafproblemen, erhöhtem Appetit und dem starken Drang nach weiterem Konsum.

Meine Kinder sind noch klein. Kann man in diesem Alter schon etwas tun, damit sie später keine Drogen nehmen?

Lassen Sie sie Ihre Liebe und Zuneigung spüren, damit sie ein positives Selbstbild entwickeln können. Zuwendung ist ein genauso lebenswichtiges Bedürfnis wie Essen und Trinken. Fördern Sie das Selbstbewusstsein der Kinder, indem Sie ihnen etwas zutrauen. Lassen Sie los. So lernen die Kinder, die Konsequenzen ihres Handelns selbst zu tragen. Außerdem brauchen Kinder klare Regeln und gute Vorbilder um sich zu orientieren.

Meine Enkeltochter hat mir erzählt, dass sie mit Freundinnen Hasch geraucht hat. Das hätte ich nie von ihr gedacht. Wie soll es jetzt weitergehen? Was soll ich machen?

Auf keinen Fall in Panik verfallen. Es ist nicht außergewöhnlich, dass Jugendliche Drogen ausprobieren. Das heißt nicht unbedingt, dass sie Drogen nehmen, weil sie Probleme haben. Sie sind eher neugierig und wollen etwas Neues testen. Sprechen Sie in aller Ruhe mit ihrer Enkelin. Sagen Sie ihr, dass es Ihnen Sorgen bereitet, wenn sie Drogen ausprobiert und weisen Sie dabei auf die möglichen Folgen des Drogengebrauchs hin.

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