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Erwerbsminderungsrente : Wenn der Körper nicht mitmacht

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Krankheit oder ein Unfall können einem Arbeitsleben ein jähes Ende setzen: Wer Erwerbsminderungsrente bekommt

Ein Erwerbsleben dauert rund 40 Jahre. Aus gesundheitlichen Gründen müssen viele aber ihren Job aufgeben, bevor sie das Rentenalter erreichen. Hauptursachen dafür sind laut dem Bundesarbeitsministerium (BMAS) Probleme mit Gelenken und Wirbelsäule, innere Krankheiten oder psychische Beschwerden.

„Der Körper fängt oft gerade dann an zu streiken, wenn man auf dem Höhepunkt der beruflichen Laufbahn ist“, sagt Christian Westhoff, stellvertretender BMAS-Pressesprecher. Damit aber mit der verminderten Erwerbsfähigkeit kein persönliches Drama entsteht, gibt es die Erwerbsminderungsrente. Hintergründe dazu von Verena Wolff:

Wer hat Anspruch auf diese Rente?

„Die volle Erwerbsminderungsrente erhält, wer weniger als drei Stunden täglich auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt tätig sein kann“, erklärt Wolfgang Wawro vom Deutschen Steuerberaterverband. Anspruch auf diese Leistung hat jeder Arbeitnehmer, der vor Eintritt der Erwerbsminderung mindestens fünf Jahre lang Beiträge gezahlt und in den fünf Jahren vor Beginn der Rente drei Jahre lang eingezahlt hat.

Berufsanfänger sind im Falle eines Arbeitsunfalls vom ersten Arbeitstag an geschützt, wie Dirk von der Heide erläutert, Sprecher der Deutschen Rentenversicherung Bund. „Ein privater Unfall ist unter bestimmten Voraussetzungen bereits nach einem Jahr Beitragszahlung abgesichert.“ Wichtig ist, dass die Regelaltersgrenze noch nicht erreicht ist. Zudem gilt laut von der Heide der Grundsatz „Reha vor Rente“: „Zunächst wird geprüft, ob die Erwerbsfähigkeit durch medizinische oder berufliche Rehabilitation wieder hergestellt werden kann.“

Die Höhe der Rente wird individuell berechnet, auf Grundlage der Versicherungsjahre in der Rentenversicherung und der Entgeltpunkte. Oft reicht das nicht, um den Lebensunterhalt zu bestreiten. Eine Berufsunfähigkeitsversicherung kann diese Lücke füllen.

Gibt es eine Staffelung?

„Es wird zwischen der Rente wegen voller und teilweiser Erwerbsminderung unterschieden“, erklärt von der Heide. Wer zwischen drei und unter sechs Stunden jeden Tag arbeiten kann, kann eine Rente wegen teilweiser Erwerbsminderung bekommen. Zusammen mit einer regulären Arbeit sollte das Geld dann zum Leben reichen. Wer weniger arbeiten kann, soll mit der Rente den Verdienst ersetzen.

Erwerbsminderungsrenten sind prinzipiell befristet auf drei Jahre, können laut Wawro aber verlängert werden.

Gibt es Kiriterien beim Alter oder bei den Berufsjahren?

Fünf Jahre lang müssen Beiträge gezahlt worden sein. „Zusätzlich müssen in den fünf Jahren vor Eintritt der Erwerbsminderung drei Jahre mit Pflichtbeiträgen für eine versicherte Beschäftigung oder selbstständige Tätigkeit belegt sein“, erläutert von der Heide. Eine Ausnahme gibt es für all jene, die bereits vor 1984 fünf Jahre lang und danach lückenlos eingezahlt haben.

Darf man noch arbeiten, wenn man die Rente bekommt?

„Im Rahmen seiner eingeschränkten Möglichkeiten darf man durchaus noch arbeiten oder auch selbstständige Einkünfte erzielen“, sagt Steuerexperte Wawro. Wer den vollen Satz bekommt, darf im Monat 450 Euro dazuverdienen und zweimal im Jahr das Doppelte.

Bei teilweiser Erwerbsminderung werden die Grenzen individuell ermittelt, unter anderem sind sie von den Bruttoarbeitsverdiensten in den drei Kalenderjahren vor der Rente abhängig. „Reicht die Rente zum Lebensunterhalt nicht aus, können ergänzende Sozialleistungen beantragt werden“, sagt von der Heide. Nicht zum Zuverdienst gehören etwa Pflegegeld, Einkünfte aus Kapitalvermögen oder Mieteinnahmen.

 

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