Warnsignale : So schützen Sie sich vor erneutem Burnout

 Für Aktionisten, die alles am liebsten sofort anpacken wollen ist es besonders wichtig, sich bewusst Auszeiten zu verordnen
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Für Aktionisten, die alles am liebsten sofort anpacken wollen ist es besonders wichtig, sich bewusst Auszeiten zu verordnen.

Trotz gelungener Genesung stehen Betroffene auch beim Wiedereinstieg in die Arbeitswelt oft vor großen Unsicherheiten.

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06. Mai 2017, 10:00 Uhr

Immer mehr Menschen erleben im Laufe ihres Lebens eine Erschöpfungskrise, die sie dazu zwingt, eine Auszeit zu nehmen. Oft führt diese zu einer Arbeitsunfähigkeit von einige Wochen bis hin zu mehreren Monaten, in schweren Fällen führt sie auch in eine zeitlich befristete Erwerbsminderungsrente.

In der Zeit der Genesung ging es für die Betroffenen neben dem Ziel, neue Kraft zu tanken auch darum, alte Verhaltensmuster zu erkennen: „Wieviel gebe ich?“ „Aus welchen Motiven heraus?“ „Wo sind meine Grenzen?“ „Spüre ich sie? Verteidige ich sie?“ „Was macht die Verteidigung dieser Grenzen so schwer für mich?“ Und: „Was kann ich selbst dafür tun, damit es so läuft, wie ich es mir vorstelle?“ Welchen Handlungsspielraum habe ich?“

Trotz gelungener Genesung, neuer Erkenntnisse über sein „Inneres“, getankter Kraft und vieler Lösungsstrategien um belastenden Situationen besser begegnen zu können, stehen Betroffene auch beim Wiedereinstieg in die Arbeitswelt oft vor großen Unsicherheiten. Die größte: „Schaffe ich es, den Belastungen stand zu halten?“

Jetzt gilt es, seine individuellen Warnsignale zu erkennen um dem Stress rechtzeitig entgegenwirken zu können. Und diese sehen bei jedem Menschen anders aus – je nach Typ:

Für Aktionisten, die alles am liebsten sofort anpacken wollen und schnell wieder zu hohe Drehzahlen erreichen ist es besonders wichtig, sich bewusst Auszeiten zu verordnen. Taucht ein Gefühl von Hektik auf, findet ein ständiger Blick aufs Handy oder Multitasking statt – Pause! Und die Frage: „Was entspannt mich jetzt?“.

Wer dazu neigt, sich in den Ansprüchen anderer zu verlieren, immer und überall einspringt, sollte sich bei den ersten Anzeichen von Erschöpfung bewusst fragen: Was kann ich jetzt für mich tun? Nur für mich. Spazieren? Entspannungsübungen? Badewanne?

Für alle Perfektionisten heißt es beim morgendlichen Aufwachen mit dem sofortigen Gedanken an den Job: „Stopp! Was würde ich gerne ausleben? Was gefällt mir, das nichts mit Leistung zu tun hat?“

Irgendetwas ist immer: Für Doppelbelastete ist es oft hilfreich, sich jeden Morgen bewusst daran zu erinnern, das sie auf der To-do-Liste aus Job und Familie niemals alles abhaken werden können – und trotzdem dürfen sie an sich denken, an ihre Bedürfnisse.

Menschen, die sehr vom Streben nach Erfolg getrieben sind tun sich meist schwer damit, sich zu entspannen – das versetzt sie in eine innere Unruhe. Hier kann es hilfreich sein, zwischendurch immer wieder leichten Tätigkeiten nachzugehen, wie zum Beispiel Radfahren, Kochen oder Spazieren gehen.

Leichter gesagt, als getan? Stimmt. Natürlich lassen sich unsere alten Verhaltensmuster nicht so einfach durch neue Einsichten ersetzen. Für diese neue Form der Selbstfürsorge bedarf es der Übung. Aber je häufiger Sie an sich und Ihre Bedürfnisse denken, desto automatischer wird es. Ich wünsche Ihnen gutes Gelingen.

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