Berufskunde: Polizist : Polizisten sind fit für die Uniform

Wer wie Tim Eifler Polizeischüler werden möchte, kann zwischen verschiedenen Laufbahnen wählen.
Wer wie Tim Eifler Polizeischüler werden möchte, kann zwischen verschiedenen Laufbahnen wählen.

Wer für den Staat für Recht und Ordnung sorgen will, muss körperlich fit und psychisch stabil sein

svz.de von
05. März 2016, 16:00 Uhr

Fahrtraining, Selbstverteidigungskurse und Kriminalistik: Der Stundenplan von Tim Eifler ist alles andere als trocken. In Hamburg macht der 28-Jährige derzeit eine Ausbildung zum Polizeimeister bei der Schutzpolizei. „Ich wollte als Kind schon Polizist werden“, sagt Eifler. Doch nach dem Abitur entspricht er mit einer Körpergröße von unter 1,65 Meter nicht den damaligen Anforderungen. Stattdessen entscheidet sich der Hamburger zunächst für eine Ausbildung zum Versicherungskaufmann. Schnell wird ihm klar: „In einem Bürojob will ich nicht bleiben.“

„Dank eines Wachstumsschubs hat es vor knapp zwei Jahren dann doch geklappt“, sagt Eifler. In den Polizeialltag schnupperte der Anwärter in einer sechsmonatigen Praxisphase während der Ausbildung. Mit Uniform, Handschellen und Dienstwaffe arbeitet er in einem Polizeikommissariat in Hamburg mit. „Ich war im Schichtdienst, auf Streife und durfte unter anderem Verkehrskontrollen durchführen – die Arbeit hat sehr viel Spaß gemacht.“ Die großen Erwartungen an seinen Traumjob seien erfüllt worden. „Der Alltag war sehr abwechslungsreich, einfach spannend“, erzählt der Polizeischüler.

Vor seiner Ausbildung zum Polizeimeister musste Eifler wie alle Bewerber einen Eignungstest absolvieren. Im schriftlichen Teil wurden die Rechtschreibung, die sprachlichen Fähigkeiten und das mathematische, abstrakte und logische Denken getestet. Im Sporttest ging es dann um den Gleichgewichtssinn, die Schnelligkeit und Beweglichkeit. Dabei müssen Bewerber unter anderem einen Ausdauerlauf absolvieren. „Mit Vorbereitung ist das alles machbar“, sagt Eifler.

„Bei dem Eignungstest wird das Allgemeinwissen und die körperliche Fitness der Bewerber geprüft“, erklärt Berufsberaterin Yvonne Kühn von der Agentur für Arbeit in Fürth. Sportlichkeit sowie ein Ideal- bis Normalgewicht werden erwartet. „Neben der physischen Belastbarkeit ist auch psychische Stabilität wichtig für diesen Job.“ Denn Polizisten müssten im Auftrag des Staates für Recht und Ordnung sorgen und auch in Ausnahmesituationen funktionieren. „Bewerber sollten zudem teamfähig, kommunikativ und entscheidungsfreudig sein“, sagt Kühn.

Zu den formalen Anforderungen gehört eine Mindestgröße. „Frauen und Männer bei der bayrischen Landespolizei zum Beispiel müssen mindestens 1,65 groß sein – Ausnahmen sind immer möglich.“

Außerdem gebe es eine Altersbeschränkung, die auch von der jeweiligen Einstellungsstelle abhängt. „Bewerber sollten nicht vorbestraft und überschuldet sein“, erklärt Kühn. Ein gepflegtes Äußeres sei Pflicht. Die Ausbildung zum Polizisten ist von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich aufgebaut. „Grundsätzlich ist die Nachwuchseinstellung Ländersache, so wie auch Bundespolizei und Bundeskriminalamt für die Rekrutierung selbst verantwortlich sind“, erklärt Marina Berger von der Einstellungsstelle der Hamburger Polizei.

In der Hansestadt zum Beispiel können Polizeianwärter zwischen einer Ausbildung wie bei Tim Eifler und einem Dualen Studium wählen. „Die Ausbildung zum Polizeimeister dauert zweieinhalb Jahre – Voraussetzung ist die Mittlere Reife“, sagt Berger. Auch Führerschein und Schwimmnachweis seien gefordert.

Zu Beginn der Ausbildung erhält ein 21-jähriger Polizeischüler der Schutzpolizei in Hamburg, ledig und kinderlos, 1043 Euro Nettogehalt. Das Einstiegsgehalt beträgt 2006 Euro netto. „Polizeimeister können sich mit einem internen Studium zum Polizei- oder Kriminalkommissar weiterbilden.“ Der direkte Weg zur Kripo führt mit der Fachhochschulreife oder dem Abitur über das dreijährige Duale Studium.

Eine bestimmte Durchschnittsnote im Abschlusszeugnis brauchen Bewerber in Hamburg nicht. „Wir haben keinen NC, wir machen uns die Mühe und prüfen den Einzelfall“, erklärt Berger. Auch eine Fünf in Mathe sei deshalb prinzipiell kein Ausschlusskriterium. Im Vergleich zur Bundespolizei brauchen Bewerber in Hamburg auch nicht unbedingt die deutsche Staatsbürgerschaft. „Grundsätzlich sollte man offen sein und Spaß am Lernen haben“, empfiehlt die Beamtin.

Ausbildung bei der Hamburger Polizei

Studium bei der Hamburger Polizei

Selbst-Check für Bewerber der Hamburger Polizei

Verdienst bei der Hamburger Polizei

Bewerbung Bundespolizei

Bewerbung Bundeskriminalamt

Polizeivollzugsbeamter im mittleren Dienst

Polizeivollzugsbeamter im gehobenen Dienst

Polizeivollzugsbeamter im höheren Dienst

Mittlerer Dienst bei der Bundespolizei

Gehobener Dienst bei der Bundespolizei

Höherer Dienst bei der Bundespolizei

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