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Berufskunde: Fitnesskaufmann : Mit Sport Geld verdienen

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Fitnesskaufleute können ihr Hobby zum Beruf machen.

svz.de von
erstellt am 26.Jan.2017 | 14:52 Uhr

Ohne Sport kann Gonzalo Lugo-Geist sich sein Leben nicht vorstellen. Aber auf die Idee, Hobby und Beruf zu verbinden, brachte ihn erst jemand in seinem Rugby-Verein. Da war er schon 26 Jahre, hatte auf Mallorca eine Ausbildung als Bar-Manager und Barista hinter sich und im Job Restaurants, Hotels, einen Golfplatz und Flughafen kennengelernt. Nun schließt er die Ausbildung zum Sport- und Fitnesskaufmann ab. Die Arbeit ist eine Mischung aus Verwalten, Organisieren und dem Betreuen von Kunden – die Abwechslung ist dabei genau das Richtige für ihn.

Die Ausbildung zum Sport- und Fitnesskaufmann gibt es erst seit 2006. „Das Einsatzfeld ist breit“, erklärt Birgit Schwarze, Präsidentin des Arbeitgeberverbands deutscher Fitness- und Gesundheitsanlagen (DSSV). „Wellness- und Gesundheitszentren, Sportveranstalter und Sportschulen gehören dazu. Die Kaufleute werden auch in Sport- und Badeämtern, Tourismuszentralen und Ferienzentren beschäftigt.“ Wer sich gerne mit Sport auseinandersetzt und mit Zahlen umgehen kann, ist in dem Job richtig. Bundesweit gibt es etwa 4000 Auszubildende. Als Umschüler braucht Gonzalo für den dualen Ausbildungsgang statt der regulären drei Jahre nur zwei. Er lernt im Balance Yoga Studio in Frankfurt am Main.

Für Studio-Geschäftsführerin Brigitte Adrian-Schröder war er ein idealer Kandidat: „Yoga ist erklärungsbedürftig. Wir ziehen deshalb Leute vor, die schon eine gewisse Reife für den Umgang mit Kunden mitbringen und kommunikativ sind.“ Heute, am Ende seiner Ausbildung, sagt er, dass er in der Zeit auch viel für sich persönlich gelernt hat. Etwa, wie wichtig ein Ausgleich von Bewegung und Entspannung ist.

In der Ausbildung befassen sich Jugendliche viel mit den kaufmännischen Grundlagen. Sie beschäftigen sich mit Rechnungswesen, Marketing und Öffentlichkeitsarbeit. Sie lernen, Kundengespräche zu führen und Mitgliedschaften zu organisieren. Natürlich geht es auch immer wieder um Sport. Rechtlich gibt es keine schulischen Voraussetzungen. Die Hälfte der Azubis hat die mittlere Reife – etwa ein Drittel das Fachabitur. Die Lehre eröffnet auch den Weg zu anderen kaufmännischen Berufen. Wer Sportkaufmann gelernt hat, kann unter Umständen auch als Hotelkaufmann arbeiten. Wichtig ist aber, genau auf die Ausbildungsstätte zu schauen, sagt Silvia Annen vom Bundesinstitut für Berufsbildung. Auszubildende in Fitnessstudios klagten öfter, sie seien zu viel an der Empfangstheke, in Trainingskursen oder als Putzkraft eingesetzt. Die kaufmännischen Inhalte kämen zu kurz.

Gonzalo Lugo-Geist ist mit seiner Ausbildung ausgesprochen zufrieden. Er ist fit am Computer, kann Verträge bearbeiten, Workshops und Weiterbildungen organisieren und Kurse entwickeln. Er hat auch Einblick in verschiedene Yoga-Stile bekommen und kann Kunden den passenden Kurs empfehlen. „Bei uns rotieren die Auszubildenden, und weil wir bis hin zur Website und Öffentlichkeitsarbeit alles selber machen, lernen sie viele Aspekte des Arbeitslebens kennen“, bestätigt Brigitte Adrian-Schröder. Dass Gonzalo neben der Ausbildung eine 200-stündige Yogalehrerausbildung absolviert, findet sie gut. „Ich stelle die Lehrlinge anschließend auch ein, wenn sie sich schwerpunktmäßig für die Administration im Back-Office entscheiden, weil sie dann doch nicht so kontaktfreudig sind.“

Während der Ausbildung bekommen Jugendliche im ersten Lehrjahr etwa 450 Euro, im zweiten sind es 500 und im dritten 600 Euro. Ein ausgelernter Sport- und Fitnesskaufmann verdient am Anfang zwischen 1500 und 2300 Euro brutto. Oft bevorzugen Lehrbetriebe Bewerber ab 18 Jahren. Dann können sie die Auszubildenden auch abends einsetzen. Gonzalo kann nach der Ausbildung mit 2000 Euro Einstiegsgehalt brutto rechnen. Ob er die Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten als Fitness- oder Sportfachwirt nutzen wird, die für Führungsaufgaben qualifizieren, weiß er noch nicht. Sein Fernziel: „Ein eigenes Studio!“

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