Was Studenten beachten müssen : Jobben neben der Uni

Martin Zänker arbeitet seit fast zwei Jahren als Werkstudent bei einer öffentlichen Forschungseinrichtung an der FU Berlin. An den Job kam er über ein Praktikum.
Martin Zänker arbeitet seit fast zwei Jahren als Werkstudent bei einer öffentlichen Forschungseinrichtung an der FU Berlin. An den Job kam er über ein Praktikum.

Oft fallen keine Beiträge zur Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung an.

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27. November 2015, 10:42 Uhr

Wenn Bafög und elterliche Zuwendungen nicht mehr ausreichen, muss ein Studentenjob helfen, das Studium zu finanzieren. „Zu meinem Studentenjob bin ich über ein Praktikum gekommen“, erzählt Martin Zänker, der an der Freien Universität Berlin Mathe studiert. Sein Pflichtpraktikum absolvierte der Masterstudent an einer öffentlichen Forschungseinrichtung. Seitdem arbeitet er dort.


Geringere Sozialabgaben


Wenn Studenten jobben, kommen dafür unterschiedliche Arbeitsmodelle infrage. Verbreitet sind Minijobs auf 450-Euro-Basis oder eine Anstellung als Werkstudent, bei der mehr verdient werden darf, sagt Christian Schirk. Er ist Teamleiter bei der Minijob-Zentrale in Essen. „Für beide Beschäftigungsformen müssen nur reduzierte Sozialabgaben abgeführt werden.“ Auch mit einer freien Mitarbeit auf Honorarbasis oder einer kurzfristigen Beschäftigung können sich Hochschüler etwas dazuverdienen.

Bei einem Minijob fallen für den Studenten keine Beiträge zur Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung an. Auf Antrag kann er sich auch von der Rentenversicherung befreien lassen. Die monatliche Verdienstgrenze von 450 Euro darf nur in Ausnahmefällen überschritten werden.

Bei der Anstellung als Werkstudent ist das anders: „Es gibt keine Verdienstgrenzen speziell für Studierende“, sagt Florian Haggenmiller. Er ist Bundesjugendsekretär beim Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) in Berlin. Allerdings gilt die sogenannte Werkstudentenregel: „Während des Semesters darf ein Werkstudent maximal 20 Stunden in der Woche neben dem Studium arbeiten.“ In der vorlesungsfreien Zeit existiert diese Obergrenze jedoch nicht.

Ausnahmen gibt es auch an den Wochenenden, sowie für Spät- und Nachtarbeit. „Die Beschäftigung von Werkstudenten ist für Arbeitgeber sehr interessant, weil die Lohnnebenkosten relativ gering sind“, sagt Schirk. Einerseits zahlen sowohl der Arbeitgeber als auch der Werkstudent Beiträge in die Rentenkasse ein, was sich positiv auf die spätere Rente auswirkt. Andererseits entfallen die Beiträge zur Arbeitslosenversicherung ebenso wie jene zur Kranken- und Pflegeversicherung.

Für Studierende, die staatlich gefördert werden, ist der Zuverdienst begrenzt: „Ein Bafög-Empfänger kann monatlich nur 406 Euro dazuverdienen, sonst wird die Förderung anteilig gekürzt“, sagt Haggenmiller. Entscheidend ist, dass das Gesamteinkommen in dem zwölfmonatigen Bewilligungszeitraum 4880 Euro nicht überschreitet.


Steuern auch für Studenten


Wird das Bafög weniger als zwölf Monate bezogen, fällt auch das erlaubte Zuverdienst entsprechend niedriger aus. Wer während des Studiums abhängig beschäftigt ist, hat die gleichen Rechte wie seine Kollegen. Mit den Rechten gehen auch Pflichten einher: „Im Bereich Steuern gibt es für Studierende keine Sonderregeln“, sagt Haggenmiller. Der Arbeitgeber muss seinen studentischen Mitarbeiter ordentlich beim Finanzamt anmelden. Allerdings bleibt ein Einkommen von bis zu 8472 Euro im Jahr steuerfrei.

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