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Ausbildung : Traumjob auf Umwegen

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Als Friseurin macht sich Sandra Mell einen Namen

Zuerst teilt Sandra Mell den Arbeitsbereich am Hinterkopf ab. Dann fasst sie eine Strähne, hält sie horizontal vom Kopf und schneidet. Der professionelle Schnitt ist nur eine der Tätigkeiten, die die 28-Jährige während ihrer dreijährigen Ausbildung im Rostocker Haaratelier gelernt hat. Jetzt hat die Broderstorferin diese mit Auszeichnung abgeschlossen. „Es ist ein gutes Gefühl die Lehre abzuschließen“, sagt Mell nach dem Freispruch in der Handwerkskammer Ostmecklenburg-Vorpommern.

Dabei war ihr Weg zum „Traumberuf“, alles andere als leicht. „Ich habe bereits zu Schulzeiten gewusst, dass ich Friseurin werden möchte“, erzählt Mell, während sie weiter die Frisur der Kundin modelliert. „Es gefällt mir, Menschen noch schöner zu machen und ihnen ein gutes Gefühl zu geben“, sagt die junge Frau über ihre Motivation. Doch bei der ersten Bewerbungsphase dann die böse Überraschung: „Ein Allergietest ergab eine Nickelallergie“, erinnert sich die Friseurin.

Das bedeutete zunächst das Aus für den angestrebten Werdegang, denn: „Nickel ist Bestandteil von vielen Friseurutensilien“, erklärt Mell. Notgedrungen sah sie sich nach Alternativen um. „Ich begann eine Ausbildung zur Kauffrau im Einzelhandel bei einer Tankstelle.“ Bereits nach einigen Monaten war jedoch klar, dass es nicht „der richtige Weg war“.

Schließlich brach Mell die Ausbildung ab. „Es war eine schwere Entscheidung, doch unausweichlich“, beschreibt sie. Denn Mell wurde schwanger. „Ich war unglücklich mit dem Job und wollte mich auf die Schwangerschaft konzentrieren“, sagt die 28-jährige Mutter.

Als ihr Sohn geboren wurde, folgte eine Maßnahme des Jobcenters. „Ein Praktikum beim Haaratelier gab mir wieder neuen Mut.“ Zu Recht, denn hier bekam Mell die Gelegenheit, ihrem Berufswunsch nachzugehen. „Sandra konnte durch ihre positive Ausstrahlung überzeugen“, sagt Doreen Liebherr, die seit fünf Jahren den Salon führt. Auch das Nickel-Problem klärte sich. Die Allergie wurde besser.

Jetzt hat Sandra Mell die drei Jahre Ausbildungszeit hinter sich.

„Es war eine intensive, aber gute Zeit“, erinnert sich die frisch gebackene Gesellin. Besonders der Chemieunterricht an der Berufsschule sei eine Herausforderung gewesen. „Das Klischee des Friseurberufes lautet: Haare schneiden und plaudern“, so Mell. Doch dahinter verberge sich ein anspruchsvolles Handwerk, sagt sie und verweist auf die Mechanismen beim Haarefärben, die sie lernen musste. Ein Bereich des Friseurhandwerks, in dem die Broderstorferin „noch mehr Routine gewinnen möchte“. Doch zunächst ist die Friseurin froh, die Ausbildung erfolgreich beendet zu haben, denn besonders mit Kind sei es „nicht immer leicht gewesen“.

Im August unterschrieb Mell schließlich den Übernahmevertrag im Haaratelier. „Ich bin gerne hier, weil man sich weiterentwickeln kann“, sagt sie. „Wir nehmen regelmäßig an Fortbildungen bei renommierten Friseurmeistern teil“, betont Chefin Doreen Liebherr. „Das ist wichtig, um über die Modetrends Bescheid zu wissen.“ Im Moment stehe Kupferrot bei den Frauen hoch im Kurs. „Männer setzen dagegen nach wie vor auf Länge und Bart“, sagt Liebherr.

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