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Tarnanzug trifft Kochschürze

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erstellt am 13.Okt.2010 | 10:11 Uhr

Schwerin | Im Unterrichtsraum sitzen 16 Soldaten. Sie tragen Tarnkleidung und Kampfstiefel. Vor ihnen stehen Namensschilder. In der letzten Reihe sitzt eine Soldatin mit hellblonden Haaren, die sie zu einem Pferdeschwanz zusammengebunden hat. "Lena Haye", steht auf ihrem Schild. Für die 19-Jährige ist es der erste Unterrichtstag. Sie wird innerhalb von 21 Monaten zur Köchin ausgebildet. Die erste Unterrichtsstunde ist fast vorbei, 2768 Unterrichtsstunden liegen noch vor ihr.

Seit 2003 bildete die Bundeswehr bereits über 100 Köche innerhalb der zivilmilitärischen Ausbildung in Schwerin aus. Das heißt, dass externe Kräfte die Ausbildung der Soldaten übernehmen. Am Ende nimmt die Industrie- und Handelskammer die Prüfungen ab. Wie bei den zivilen Auszubildenden auch. Neben Schwerin bildet die Bundeswehr nur an einem einzigen weiteren Standort Köche aus - in Regensburg.

Der aktuelle Kurs ist bereits der siebte seiner Art. Die Auszubildenden sind allesamt Zeitsoldaten, haben sich für neun Jahre verpflichtet. Sie kommen aus ganz Deutschland, sogar ein Gebirgsjäger aus Bayern ist unter den Teilnehmern.

Die Obergefreite Lena Haye kommt aus Husum. Dort wohnt sie in der Fliegerhorstkaserne. "Zu Hause", sagt sie zu ihrer Stube. Für die Bundeswehr interessiert sie sich schon lange. "Zuerst haben mich die Uniformen fasziniert", sagt die Schleswig-Holsteinerin.

Als ein Wehrdienstberater in ihre Schule kam, war sie überrascht über die zahlreichen Ausbildungsmöglichkeiten bei der Bundeswehr. Sie entschied sich nach der Mittleren Reife für die neunjährige Verpflichtung und die Ausbildung zur Köchin. Das war Anfang des Jahres. Die Ausbildung sieht sie auch als Sprungbrett in eine zivile Berufskarriere. "Nach den neun Jahren würde ich gerne bei der Bundeswehr bleiben, aber ich denke, dass ich dann auch gut auf das zivile Berufsleben vorbereitet bin."

Ein Ziel, das das Ausbildungskonzept der Streitkräfte ausdrücklich unterstützt. "Die Soldaten stellen mit der Ausbildung auch die Weichen für ihre Zukunft nach der Bundeswehr", sagt Oberstleutnant Walter Hertz, stellvertretender Kommandeur des Landeskommandos Mecklenburg-Vorpommern. Noch nie ist ein zivilmilitärischer Auszubildender in Schwerin durchgefallen. Und Lisa Haye wird alles dafür tun, um nicht die Erste zu sein.

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