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sO KLAPPT ES : Mit Lampenfieber souverän umgehen lernen

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Im Bewerbungsgespräch mit Strategie überzeugen.

Einfach nur locker bleiben, dann wird das schon!“, meinte Lisas Tante, als sie ihr von ihrer Panik vor dem Vorstellungsgespräch erzählte. Ihre Eltern und die vielen Bewerbungsratgeber dagegen erklärten ihr, worauf sie auf jeden Fall achten sollte: erst hinsetzen, wenn man aufgefordert wird, gerade sitzen, alle Beteiligten abwechselnd anschauen, lächeln, die richtigen Antworten geben, überzeugen…. und dann eben auch noch locker und natürlich sein! Lisa schwirrte der Kopf. Wie soll man da locker sein?

„Viele junge Bewerber empfinden das Vorstellungsgespräch als sehr belastende Situation und fühlen sich auf dem Prüfstand: das macht großen inneren Druck“, sagt Bewerbungscoach Rita Zankl-Harbeck. Das Gefühl, den Druck in den Griff bekommen zu müssen, erzeuge häufig noch mehr Druck und Anspannung. Ein Annehmen des Gefühls sei – so paradox es klinge – häufig eine erste Hilfe, meint Zankl-Harbeck. „Wenn wir das erkennen und uns sagen: ’Okay, ich bin ganz schön aufgeregt! Das ist ja auch natürlich, weil ein Vorstellungsgespräch eine aufregende Situation ist’, kann uns das erdrückende Gefühl und die innere Erwartungshaltung nicht mehr so sehr dominieren.“

Hilfreich sei es, den positiven Aspekt der Aufregung zu bedenken: „Ein wenig Aufregung oder Lampenfieber macht uns wach und aufmerksam und hilft uns, sehr gute Leistungen zu erzielen“, erklärt die Karrieretrainerin. Gefährlich wird es erst, wenn die Aufregung zur Panik wird.

Einer Klientin habe eine gute Vorbereitung zum Unternehmen selbst und auf mögliche Arbeitgeberfragen sehr viel Sicherheit gegeben. „Der Bewerber sollte alle Möglichkeiten nutzen, seine Kenntnisse über das Unternehmen und das Berufsbild zu vertiefen. Bewerber, die ihre eigenen Stärken und Kompetenzen in Bezug auf die angestrebte Ausbildung durchdenken und ausloten, sind von manchen Fragen wesentlich weniger überrascht“, rät Rita Zankl-Harbeck.

Jugendliche Bewerber, die ihre Stärken und Kenntnisse kennen und benennen können, stärken gleichzeitig ihr Selbstwertgefühl. „Im Vorstellungsgespräch ist es wichtig, die Stärken nicht nur aufzuzählen. Das überzeugt nicht“, sagt Rita Zankl-Harbeck. „Belegen sie die Stärken mit Beispielen, so werden Behauptungen zu Beweisen.“

Sportler nutzen Mentaltraining und konzentrieren sich auf positive Ziele. Dabei visualisieren sie ihre einzelnen Schritte und Handlungen bis zum „Siegertreppchen“. Übertragen auf die Bewerbungssituation kann das Vorstellungsgespräch vorher gedanklich simuliert werden. Mögliche Stolpersteine oder Wissenslücken werden deutlich.

Der Bewerber kann dadurch noch einmal an einigen Punkten arbeiten und gewinnt immer mehr Sicherheit. Dann kann ein persönlicher innerer Erfolgsfilm „produziert“ und abgespielt werden, der den erfolgreichen Verlauf vorwegnimmt, sagt Zankl-Harbeck. Auf diese Weise werde eine positive innere Grundstimmung geschaffen, die die angstauslösenden Faktoren „im Zaum hält.“

Wer negative Sätze und eine ängstliche Grundhaltung durch ehrliche positive Überzeugungen und innerlich hilfreiche Sätze wie „Ich mache einen guten Eindruck!“, „Ich bin gut vorbereitet!“oder „Ich schaffe das!“, ersetzen kann, gehe wesentlich gelassener und selbstbewusster in das Vorstellungsgespräch. Hilfe können dabei auch Mentalseminare oder ein Coaching liefern.

Manchen Bewerbern helfen Techniken wie Atemübungen gegen die Aufregung. Eine ruhige, bewusste Atmung wirkt entspannend und stärkt die Stressresistenz. Anderen hilft Bewegung und Sport oder Entspannungsverfahren wie Yoga oder Progressive Muskelentspannung, um gelassener mit Prüfungssituationen umzugehen.

Auch etwas so Einfaches wie ein Talisman, ein Ring oder ein anderer Glücksbringer „im Gepäck“ oder der Hosentasche kann für viele vor dem Vorstellungsgespräch eine beruhigende und entspannende Wirkung haben.


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erstellt am 23.Jan.2014 | 16:27 Uhr

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