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Berufskunde: Friseur : „Mein Traum geht in Erfüllung“

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Aus der Onlineredaktion

Der Weg zu seiner Wunschausbildung als Friseur war für Mahmoud lang

svz.de von
erstellt am 14.Okt.2017 | 05:00 Uhr

Ein neuer, wichtiger Lebensabschnitt hat für den Ägypter Mahmoud Mahrous Alsayed Mohamed begonnen. Der 25-Jährige hat am 1. September seine Ausbildung zum Friseur bei Klier im Lindencenter Ludwigslust begonnen. Seit acht Jahren lebt er in Deutschland, doch erst jetzt erfüllt sich sein großer Berufswunsch.

Haare waschen, Augenbrauen zupfen, Bart rasieren, Farbe anmischen und dafür sorgen, dass der Laden einladend aussieht – diese und weitere Aufgaben erledigt Mahmoud bereits seit drei Monaten im Rahmen eines Praktikums. Seit September hat für ihn neben der Lehre auch die theoretische Ausbildung an der Berufsschule in Schwerin begonnen. Der Weg zu seinem Traumberuf, wie der 25-Jährige es bezeichnet, war lang.

Vor acht Jahren kam er aus Ägypten allein nach Deutschland. Wie er hergekommen ist, darüber möchte er nicht sprechen. Seine Mutter wünschte sich für ihren Sohn eine bessere Zukunft, hinzu kam die Angst, dass ihn die ägyptische Armee zwangseinberufen könnte. „Ich habe mein Abitur in Ägypten gemacht, allerdings bedeutet das dort nicht, dass meine beruflichen Chancen besser gewesen wären“, erklärt Mahmoud. Seitdem lebte er bereits in Hamburg, Horst und Boizenburg, seit 2012 wohnt er in Ludwigslust und hat seit drei Jahren eine eigene Wohnung. Auf dem Weg zum Friseurauszubildenden hat er bereits als Hafenarbeiter, Kellner, Übersetzer und Hausmeister gearbeitet. „Ich wollte immer arbeiten, behilflich sein und eigenes Geld verdienen“, betont der 25-Jährige. Außerdem hat er seinen Neunte-Klasse-Abschluss an der Volkshochschule gemacht, den Führerschein bestanden und den B1-Sprachkurs abgeschlossen. Trotzdem hat er von der Ausländerbehörde immer nur Duldungen erhalten und konnte so bisher nicht richtig Fuß fassen. Das änderte sich, als Mahmoud Anfang des Jahres eine Praktikumsbewerbung, die er mithilfe von Susanne Plust von der Agentur für Arbeit Ludwigslust verfasst hatte, im Friseurgeschäft Klier einreichte. „Diesen Beruf wollte er von Anfang an ausüben. Und als wir das Gespräch mit Frau Schulze geführt haben, hatte ich gleich ein gutes Gefühl“, erinnert sich Susanne Plust. Auch Salonleitung Daniela Schulze hatte sofort einen guten Draht zu Mahmoud und bot ihm ein Praktikum an. „Ich war gleich am ersten Tag von seiner Art, dem Umgang mit den Kunden und Mitarbeitern und seiner Einsatzbereitschaft begeistert“, so Daniela Schulze. Und das habe sich bis heute nicht geändert.

Dank des Ausbildungsvertrages wurde die Duldung für Mahmoud um drei Jahre von der Ausländerbehörde verlängert. „Friseur sein war immer mein Traum, denn ich lege auch selbst viel Wert auf meine Haare und den Bart. Ich freue mich auf die Ausbildung und hoffe, dass ich danach dann für immer in Deutschland bleiben und hier als Friseur arbeiten kann“, sagt der 25-Jährige. Auch die Kunden des Friseurgeschäfts und seine Kollegen hoffen darauf. „Er passt gut in unser Team, und alle Kunden reagieren positiv auf ihn. Eine 90-jährige Kundin ist sein größter Fan und will sich nur noch von ihm die Haare waschen lassen“, sagt Daniela Schulze.

Eine besondere Verbindung hat Mahmoud auch zu seinem Kollegen Marwan, der aus Syrien geflohen ist und bereits seit einem Jahr bei Klier arbeitet. „Er kann mir viel über das Herrenfach beibringen, und ich helfe ihm beim Deutschlernen“, erklärt der 25-Jährige. Daniela Schulze ist zufrieden mit „ihren Männern“. „Sie sind wirklich eine Bereicherung für uns und die Kunden.

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