zur Navigation springen

Lübtheen : Lübtheener Kids spielen bis zum Traumjob

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Aok und Wifög bieten eine Berufsberatung der besonderen Art an

svz.de von
erstellt am 23.Jan.2014 | 16:10 Uhr

Wer bin ich? Was kann ich? Wohin will ich? Für Melanie Scheve steht das schon seit zwei Jahren fest. Sie möchte Restaurantfachfrau werden. „Das macht mir Spaß“, sagt die Lübtheener Schülerin nach zwei Praktika in der Branche. Weil aber längst nicht jeder Jugendliche seine Stärken und die Perspektiven im Landkreis Ludwigslust-Parchim kennt, sind die Wirtschaftsförderungsgesellschaft Südwestmecklenburg (Wifög) und die Aok seit Beginn des Schuljahres mit einer peppigen Berufsfrühorientierungs-Initiative in der Region unterwegs. Das große Ziel: Junge Leute im Landkreis halten und ihnen eine Orientierungshilfe über hiesige Job-Optionen bieten. Auch über Google, Facebook und andere Netzwerke. Derzeit sind 771 Firmen, 1566 Ausbildungsstellen, 886 Praktikumsplätze und 99 Ferienjobs im Kreisportal registriert.

„Wir wollten was Neues, Spannendes, größer und mit mehr Action“, sagt Robert Christoph, Projektmanager von der Wifög. Er kümmerte sich bislang um das Ausbildungsportal im Internet mit Lehrstellen im Landkreis, gab Workshops für Schüler, auch gemeinsam mit Dennis Müller von der Aok. Doch immer nur „reden... die Kinder sind oft schon so satt“, sagt Christoph. Deshalb jetzt der etwas andere Weg. Die Workshops sind zwar geblieben. Denn ohne Theorie gehe es nicht. Neu ist aber das anschließende „Big Training Game“ – ein Spielequiz, in dem die Schüler in Teams Fragen beantworten und Aufgaben meistern müssen. Nenne drei Stärken und Schwächen, sechs Möglichkeiten, einen Beruf zu finden, oder die Säulen der Sozialversicherung. Auch fürs Begriffe-Raten über Pantomime und Zeichnen gibt es Punkte.

„Beim Spiel tauen sie auf“, sagt Robert Christoph. Die Jugendlichen würden sich ganz anders mit den Themen auseinander setzen. Das bestätigt auch Klassenlehrerin Heike Seifert. Das Quiz und die beiden jungen „Dozenten“ kämen gut an bei ihren Schülern. Ihr gefällt der Stil. Zwar ist Berufsfrühorientierung schon seit der 7. Klasse Thema an der Lindenschule in Lübtheen. Aber die Initiative von Wifög und Aok sei jetzt in der neunten Klasse nochmal ein guter Test. Und das auf lockere Art. Auch, wenn viele schon wüssten, in welche Richtung es gehen soll – „sie haben keine Alternativen“, sagt sie. Falls zum Beispiel der Notendurchschnitt doch nicht für den Wunschberuf reicht oder es aus anderen Gründen nicht klappt. Den Gedanken an die Lehrstellensuche und rund um die Bewerbung so aufrecht zu erhalten, sei gut. Gerade zum Ende der Schulzeit. Das könne anspornen, alles für den Traumjob in der Region zu geben.

Wifög und Aok richten sich mit ihrer Kombination aus theoretischen Workshops und lockerem Quiz an alle Schulen im Landkreis, von Klasse acht bis zwölf. Je nach Schulart bieten sie unterschiedliche Spielformen an. An 15 Schulen waren sie schon, mit neun gibt es Kooperationen. In Zarrentin etwa sind die beiden jungen Männer regelmäßig. Ihr Konzept wollen Robert Christoph und Dennis Müller noch weiter entwickeln. Sie planen in diesem Jahr Kataloge mit Stellenangeboten, die sie den Schülern sofort auf den Tisch packen können. Und sie wollen Kontakt zu allen Schulen im Kreis, um noch mehr Jugendliche zu erreichen. Das sei wichtig, sagt Robert Christoph von der Wifög. Denn nicht jeder kleine Unternehmer könne zu potenziellen Lehrlingen in die Schulen gehen.

Für Schülerin Melanie Scheve ist klar: Sie will in der Heimat bleiben. Und auch wenn sie nicht mehr überzeugt werden muss, so habe sie doch Spaß gehabt und viele Tipps für die Bewerbungsphase bekommen.

 

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen