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Schloss Basthorst : Lehrjahre fern oder nah der Heimat

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Auf Schloss Basthorst lernen und wohnen Auszubildende aus aller Herren Länder

Lena Marie Ehrich und Cristian Vergara haben in diesen Tagen eine Ausbildung im Hotel- und Gastgewerbe begonnen. Mit ihnen starteten im Schloss Basthorst 15 weitere junge Menschen ins Berufsleben. Sechs von ihnen kommen von weit her, aus Südamerika, Spanien und Griechenland. Sie werden zu Köchen, Hauswirtschaftlern, Hotel- oder Veranstaltungskaufleuten oder Restaurantfachfrauen und -männern ausgebildet. Unterschiedlichste berufliche Karrieren sind hier möglich.

Für die sechs ausländischen Auszubildenden heißt es zusätzlich zum praktischen Alltag erst einmal die deutsche Sprache lernen, damit sie bald den direkten Kontakt zum Gast aufnehmen und auch in der Berufsschule bestehen können. Sie sind meist ein paar Jahre älter als ihre deutschen Mitschüler, mancher hat schon Erfahrungen gesammelt, Ausbildung oder gar Studium hinter sich. Sie haben feste Pläne für die Zukunft und eine große Motivation. Anja Lux, Assistentin und rechte Hand der Geschäftsführerin hat selbst mehrere Jahre in Frankreich gearbeitet, kann sich gut in die Situation ihrer Azubis hinein versetzen und ist immer wieder überrascht von deren Zielstrebigkeit.

Für die 19-jährige Lena Marie ist es die erste Ausbildung. Sie lebt ganz in der Nähe, nur ein paar Kilometer entfernt im Städtchen Brüel. Sie ist auf einem Bauernhof groß geworden und möchte am liebsten hier bleiben. In der 10. Klasse hat sie ihren heutigen Ausbildungsbetrieb schon einmal während eines dreiwöchigen Praktikums kennengelernt. Als es an die Bewerbung um eine Ausbildung ging, war sie sich unsicher. „Ich konnte nächtelang nicht schlafen, wusste gar nicht, was ich machen sollte. Dann fiel mir das Praktikum ein, und dass ich damals ein gutes Feedback von den Kollegen bekommen habe.“ Von der Idee bis zur Bewerbung dauerte es dann nicht lange. Die junge Frau bringt Eigenschaften mit, die im Hotel- und Gastgewerbe gern gesehen sind. Sie hat keine Scheu, auf Gäste zuzugehen, diese anzusprechen und deren Wünsche zu erfragen. Als angehende Tourismus- und Freizeitkauffrau wird sie alle Bereiche des Hotels durchlaufen. Nur die Küche wird ihr verborgen bleiben.

Hier kennt sich Cristian Vergara bestens aus. Genau wie Lena Marie hat er bereits ein Praktikum absolviert, um den Hotelbetrieb kennenzulernen. Der 22-Jährige wurde in Kolumbien geboren und kam vor 12 Jahren mit seiner Familie nach Spanien. Dort lernte er das Bäckerhandwerk und lässt sich nun in Mecklenburg zum Koch ausbilden. Die deutsche Sprache hat er in den letzten Monaten schon intensiv gelernt. Einmal die Woche geht es auch jetzt, nach Ausbildungsbeginn, noch zum Sprachkurs. In der Küche können sich die Kollegen auch auf Englisch mit ihren fremdsprachigen Azubis verständigen. Wenn es mal kompliziert wird mit der Verständigung oder es um Verträge geht, steht den jungen Leuten eine spanisch sprechende Mitarbeiterin zur Seite.

Für Cristian Vergara ist Basthorst in Mecklenburg eine Station auf seinem Berufs- und Ausbildungsweg. Sein Traum: einmal ein eigenes Bistro in seiner Heimat zu führen. Lena Marie Ehrich hat andere Ziele: Sie will sich mit ihrer Ausbildung zur Kauffrau für Tourismus und Freizeit verschiedene Arbeits- und Einsatzmöglichkeiten offen halten. Eine große Familie möchte sie später haben und eben unbedingt nach einer Zeit im Ausland wieder in Mecklenburg arbeiten und leben.

Den Spagat zwischen einem vielseitigen Beruf und einer großen Familie meistert Geschäftsführerin Marjon Hopman-Wolthuis seit Jahren. Sie weiß aus Erfahrung, dass im Hotel- und Gastgewerbe der Wechsel der Mitarbeiter hoch ist. Schließlich kann man mit einer guten Ausbildung auf der ganzen Welt arbeiten. Vor kurzem konnte sie eine Mitarbeiterin einstellen, die hier lernte und nun wieder in Mecklenburg-Vorpommern arbeiten und leben möchte. Auch das ist eine gute Perspektive für alle jungen Auszubildenden.

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