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Schwerin : Keine Zurückhaltung beim Probieren

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Danny Reimer erlernt seit August den Beruf des Kochs in den „Alt Schweriner Schankstuben“.

Welcher Beruf es einmal werden sollte, stand früh fest. Schon als kleiner Junge lockte es Danny Reimer ständig in die Küche. „Ich habe mich schon immer für Essen interessiert, bin zu meiner Mutter an den Herd gegangen, habe mir einen Löffel genommen und damit in den Töpfen gerührt.“

Nur wenig später begann er selbst, erste Nudelgerichte zu kochen oder sich auch mal ein Schnitzel in die Pfanne zu hauen. Schon im Alter von 12 Jahren, als viele seiner damaligen Klassenkameraden gerade erst damit anfingen, sich Gedanken über die Zukunft zu machen, war ihm klar: Er will Koch werden.

Inzwischen ist der 17-Jährige Auszubildender in den „Alt Schweriner Schankstuben“ und seinem Ziel einen Schritt näher. Seit August des vergangenen Jahres läuft sein erstes Lehrjahr. Auch wenn nicht alle Arbeiten zu den Favoriten gehören, müssen sie doch gemacht werden. „Kartoffeln, und je nach Saison Spargel, müssen geschält und Pfifferlinge geputzt werden“, erklärt der Azubi. Vom ersten Tag an wurde er mit eigenen Aufgaben in die Arbeitsabläufe integriert. „Gleich zu Beginn wurde die Posteneinteilung vorgenommen. Seitdem bin ich für die ,kalte Küche‘ zuständig, für die Salate und die Desserts.“ Mit Begeisterung widmet er sich seiner Aufgabe. „Mir wurden sofort die Rezepte gegeben. Nicht nur die Salatdressings rühre ich jeden Tag selbst an. Auch die Desserts wie Crème brûlée gehören zu meinen Aufgaben.“

Neben der Arbeit im Ausbildungsbetrieb bildet die Berufsschule einen wesentlichen Teil im Lehrlingsleben. Eine Woche im Monat fährt Danny aus dem heimischen Brahlstorf bei Boizenburg nach Parchim und sammelt das Wissen in fachbezogenen Lernfächern, Fachprüfungen und praktischen Lektionen ein.

Daran, dass sich Danny Reimer richtig entschieden hat, kommen keine Zweifel auf. Erste Erfolge konnte der Nachwuchskoch schon verzeichnen. „Ende November habe ich am 7. Cup der Schweriner Köche teilgenommen – und gewonnen“, erinnert er sich mit Stolz. Gemeinsam mit einem Kollegen überzeugte er Jury und Gäste mit der Vorspeise Tatar und Praline vom Saibling, Crème brûlée von der Gänseleber und einem Sorbet von Gurke und Dill. Eine Woche lang durfte er im Vorfeld des Wettbewerbs üben, die Köstlichkeiten perfekt zuzubereiten und anzurichten. Obwohl die beiden Azubis den Sieg davontrugen, spart Danny Reimer nicht mit Kritik an sich selbst: „Es hätte vom Anrichten und vom Tempo her noch besser sein können.“

Auch wenn sich der erste Traum bereits erfüllt hat, den Berufswunsch zu verwirklichen, hat Danny Reimer noch einige Ziele vor Augen. Alle haben mit seiner Profession zu tun. Die Lehre erfolgreich abzuschließen, ist dabei nur ein Zwischenschritt. „Ich möchte auf jeden Fall meinen Meister machen. Und ich will um die Welt kommen.“ Wenn in knapp drei Jahren die Ausbildungszeit beendet ist, soll es erst einmal in andere Regionen Deutschlands gehen, bevor weitere Ziele weltweit anstehen. Dabei kann es dem 17-Jährigen nicht exotisch genug sein. Auch „Köstlichkeiten“ anderer Völker und von entfernten Kontinenten schrecken ihn nicht ab. Im Gegenteil: „Was anderswo als Delikatesse gilt, kann doch nicht schlecht sein. Und Probieren gehört zum Kochleben dazu. Ich habe keine Angst davor, irgendwann einmal beispielsweise gegrillte oder geröstete Insekten zu probieren.“

Das Fernziel ist auch bereits gesteckt. Wenn irgendwann der Meistertitel in der Tasche ist, wünscht er sich, ein eigenes kleines Restaurant zu eröffnen. Die Richtung dafür schwebt ihm auch schon vor. Es soll scharfe Fleischspezialitäten geben. Chilis, Jalapeños, Peperoni und deren Verwandte üben eine regelrechte Faszination auf den jungen Koch aus. „Damit muss man sich auskennen, die Schärfe darf ja nicht nur wehtun, sondern soll den Geschmack unterstreichen.“ Bislang lebt er diese Vorliebe bei der Zubereitung von Chili con Carne aus, seinem absoluten Lieblingsgericht.

Die Arbeitszeiten als Koch sind für gemeinsame Freizeit mit Freunden nicht gerade zuträglich. „Wenn andere am Wochenende frei haben, muss ich halt arbeiten.“ Die Schulfreunde sieht er deswegen hauptsächlich, wenn einmal Urlaub ansteht. Das Hobby Kung Fu ist aus Zeitgründen auch erstmal auf Eis gelegt, aber – wie er hofft – nur vorübergehend. „Eigentlich wollte ich den grünen Gurt erkämpfen und danach Schwertmeister werden.“


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erstellt am 23.Jan.2014 | 16:10 Uhr

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