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Land wirbt um Azubis : Karriere in der Heimat

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Lisa Heidebruch aus Pritzier ist eines der Gesichter von „Durchstarten in MV“.

Familie und Freunde sind Lisa Heidebruch aus Pritzier besonders wichtig. Daher suchte die 22-Jährige nach ihrem Schulabschluss einen Ausbildungsberuf in ihrer Heimat Mecklenburg-Vorpommern. „Zuerst habe ich eine Ausbildung zur Hauswirtschafterin gemacht, aber das gefiel mir überhaupt nicht. Den Anstoß, Fachkraft für Lebensmitteltechnologie zu werden, gab meine Tante, die in einer Dresdener Schokoladenfabrik arbeitet“, so Lisa.

Die wertvollen Tipps ihrer Tante halfen Lisa bei der Bewerbung und dem Vorstellungsgespräch bei Reformkontor in Zarrentin, einem bedeutenden Lebensmittel-Lieferanten für Reformhäuser in Deutschland und Österreich.

Inzwischen ist die junge Frau bereits im dritten Lehrjahr und seit November letzen Jahres das Gesicht von „Durchstarten in MV“, der neuen Fachkräfte-Kampagne von Land und Wirtschaft. Gemeinsam mit Georgina Fock, Auszubildende zur Fachkraft im Fahrbetrieb aus Rostock, und Martin Sommer, Auszubildender zum Restaurantfachmann aus Mirow.

Mit ihrem neuen Konzept wollen die Industrie und Handelskammern in Mecklenburg-Vorpommern und das Wirtschaftsministerium junge Fachkräfte im Land halten und den Blick der Unternehmen für den Wirtschaftsraum und dessen künftige Entwicklung schärfen. „Wir möchten noch mehr Schülern, Lehrern und Eltern zeigen, dass sich die Berufsausbildung in unserem Land wirklich lohnt“, macht Schwerins IHK-Präsident Hans Thon deutlich. „Seit 2009 ist ’Durchstarten in MV‘ ein wirkliches Erfolgsmodell“, fügt Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU) hinzu.

Zum Ende des letzten Ausbildungsjahres im Herbst 2013 gab es in MV ganze 11 600 gemeldete Lehrstellen bei gerade einmal 8 800 Bewerbern. Hunderte Lehrstellen blieben deshalb unbesetzt – gerade auch, weil viele Schulabgänger nicht um die Chancen in MV wissen und sich daher grenzüberschreitend bewerben. „Diese Zahlen zeigen uns aber auch, dass es große Chancen auf einen Ausbildungsplatz direkt vor der Haustür gibt. Das muss nur in die Köpfe der Schüler hinein“, resümiert Harry Glawe. Mit modernem Ausbildungsmarketing wollen die Initiatoren von „Durchstarten in MV“ zeigen, wie vielfältig die Möglichkeiten sein können. Botschafter wie Lisa Heidebruch geben der Kampagne ein regionales Gesicht und sollen zeigen, wie attraktiv MV sein kann.

Herzstück der Kampagne ist die gleichnamige Internetseite, auf der junge Schulabgänger über den sogenannten Azubi-Atlas Ausbildungsstellen recherchieren und Unternehmen sich präsentieren können. Gerade die heimischen Firmen seien gefragt, wenn sie dem demographischen Wandel hierzulande begegnen wollen, weiß IHK-Präsident Hans Thon. „Der Fachkräfte-Mangel ist vergleichbar mit Weihnachten“, so der Experte. „Man weiß, dass er kommt und doch ist man überrascht wenn es soweit ist – nicht umsonst laufen die Ehemänner und Väter am 24. Dezember durch die Geschäfte, um ein passendes Geschenk zu finden.“

Die Zeiten, in denen drei Bewerber auf eine Stelle kamen, sind längst vorbei. Heute müssen die Unternehmen attraktive Angebote für ihre Bewerber bereithalten. „Ich denke, diese Botschaft ist bei den Arbeitgebern inzwischen angekommen. Sie müssen sich etwas einfallen lassen und ich erlebe die Unternehmen erstaunlich beweglich“, sagt der IHK-Chef.

Künftig sollen sich noch mehr junge Menschen bewusst für eine Karriere in ihrer Heimat entscheiden. „Durchstarten in MV“ gibt ihnen für die Suche nach dem perfekten Lehrberuf die nötigen Informationen dafür mit auf den Weg. Lisa Heidebruch jedenfalls fühlt sich schon jetzt angekommen. „Ich hatte vom ersten Tag an Spaß bei der Arbeit und wenn ich im kommenden Sommer meine Ausbildung beende, würde ich sehr gerne in der Region und in meinem Unternehmen bleiben“, sagt die 22-Jährige. Ihr Ausbilder Enriko Künstler sieht gute Chancen dafür: „Lisa hat bei uns durch ihre Person und ihr Engagement überzeugt. Für die Zukunft wünschen wir uns viele weitere solcher motivierten Mitarbeiter.“

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erstellt am 23.Jan.2014 | 16:15 Uhr

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