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Grabow : Gar nicht verplant

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Amstjugendpfleger Mark Klinkenberg zeichnet ein optimistisches Bild von der heutigen Jugend.

Eines wusste Mark Klinkenberg schon früh: Er würde einmal mit jungen Leuten arbeiten. Sein Traum ging in Erfüllung. Denn der Sozial- und Medienpädagoge ist seit 2006 Amtsjugendpfleger in Grabow. Dabei ist der 35-Jährige Netzwerkpartner für alle, die im Bereich Kinder- und Jugendarbeit tätig sind.

Und alles, was außerhalb von Schulen für Kinder- und Jugendliche in den 14 Gemeinden des Amtes Grabow passiert, geht über seinen Tisch. Unter anderem plant und entwickelt der Jugendpfleger Projekte für und mit jungen Menschen. Mark Klinkenberg sieht es als Vorteil, dass er die Jugendlichen außerhalb der Schule kennenlernt. Für die Winterferien organisierte er ein umfangreiches Freizeitprogramm. Aber der jährliche Höhepunkt ist die Ferienfahrt im Sommer, bei der er organisiert und gleichzeitig als Gruppenleiter dabei ist. In den letzten beiden Jahren fanden diese Ferienfahrten gemeinsam mit jeweils 15 polnischen Jugendlichen statt.

Durch seine Arbeit kennt Klingenberg den Alltag von Jugendlichen. Und er sieht deutliche Unterschiede im Vergleich zu dem, wie er selbst aufgewachsen ist: Die Schüler in seinem Amtsbereich haben lange Tage. Mancher steht schon um 6.30 Uhr am Bus. Acht Stunden Schule sind nicht selten, und zwei Stunden Hausaufgaben kommen häufig noch drauf.

Auch wenn viele Jugendliche mittlerweile als verplant, faul oder nicht ausbildungsreif einschätzen – Mark Klinkenberg zeichnet ein optimistisches Bild der heutigen Jugend: Was ihm auffällt ist, dass viele der jungen Leute sehr strukturiert arbeiten.

„Viele haben mit 15, 16 schon einen Plan, gehen z.B. als Pärchen nach Hamburg, um dort eine Ausbildung zu machen, legen ein soziales Jahr ein, wenn sie auf ein bestimmtes Studienfach warten wollen. Die Jugendlichen haben mehr Möglichkeiten, wenn sie sich rechtzeitig um Ausbildungs- und Praktikumsplätze kümmern.“

Wichtig findet Klinkenberg, dass die Eltern ihren Nachwuchs unterstützen und nicht Sätze sagen wie „Was, du willst Friseur werden, da verdienst du doch nichts!“ „Sie müssen ihren eigenen Weg machen,“ ist sich der Jugendpfleger sicher.

Wenn er sich an das letzte Jahr erinnert, da waren die Schüler bereits nach dem ersten Halbjahr der zehnten Klasse versorgt, ob mit einer Lehrstelle oder einem Platz in einer weiterführenden Schule. Mark Klinkenberg findet respektvolle Worte dafür: „Junge Menschen wollen keine Nullachtfünfzehn-Jobs und sehen ihre Zukunft positiver als viele Erwachsenen.“

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erstellt am 23.Jan.2014 | 16:10 Uhr

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