Ausbildung zur Hebamme : Freudentränen gehören zum Alltag

Helena Kleimann erlernt ihren Traumberuf – Hebamme.
Helena Kleimann erlernt ihren Traumberuf – Hebamme.

Helena Kleimann wird im Klinikum Südstadt Rostock zur Hebamme ausgebildet

von
02. März 2015, 17:19 Uhr

Wenn Helena Kleimann zur Arbeit kommt, weiß sie vorher nie genau, was sie bei ihrer Schicht erwartet. Die 20-Jährige absolviert derzeit eine Ausbildung zur Hebamme im Klinikum Südstadt Rostock, einer der größten Entbindungsstationen in Deutschland. 2014 haben hier rund 3220 Babys das Licht der Welt erblickt. Viel zu tun also für Helena und ihre Kolleginnen.

„Hebamme war schon immer mein Traumberuf“, erzählt sie. Die Auszubildende ist jetzt im dritten Lehrjahr und war bereits bei 60 Geburten im Einsatz. „Und jede ist anders“, weiß Helena aus Erfahrung. Doch die Geburt an sich und die niedlichen Babys machen nur einen Teil ihrer Arbeit aus. In erster Linie steht die Betreuung der werdenden Mutter im Vordergrund. Helena und die anderen Hebammen stehen ihr vor, während und nach der Geburt zur Seite.

Kommt eine Frau auf die Entbindungsstation steht das Aufnahmegespräch an, in dem Helena alle wichtigen Daten erfassen muss. Außerdem erfragt sie die Wünsche der Schwangeren – zum Beispiel die Art der Geburt: herkömmlich, in der Badewanne oder auf dem Geburtshocker? Das bedeutet für die Auszubildende, sich immer wieder neu auf die Bedürfnisse jeder einzelnen Patientin einstellen zu können.

Der wichtigste Aspekt bei der Arbeit einer Hebamme ist jedoch die Sicherheit von Mutter und dem ungeborenen Kind. Deshalb überprüft Helena ständig die Werte der beiden mittels CTG oder Ultraschall. Auch die Fortschritte des Geburtsprozesses behält die 20-Jährige ganz genau im Auge und steht der Patientin bei Schwangerschaftsbeschwerden zur Seite. Stellen Helena und ihre Kolleginnen vor oder während der Geburt fest, dass es zu Komplikationen kommen könnte, müssen sie entscheiden, ob ein Kaiserschnitt notwendig und ein Arzt hinzuziehen ist. „Man muss also in der Lage sein, die Situation richtig einzuschätzen.“

Läuft alles nach Plan, führt sie die Entbindung vollkommen selbstständig ohne Hilfe eines Arztes durch. „Geduld ist in dieser Situation ganz wichtig. Für die Mutter stellt die Geburt eine Ausnahmesituation dar, deswegen muss man selbst stets ruhig bleiben und einen klaren Kopf bewahren“, erklärt die Auszubildende.

Ist das Baby endlich da, muss Helena sich um die Erstversorgung des Kindes kümmern. „Ich schaue dann zum Beispiel was für einen Eindruck das Neugeborene macht und ob es sich normal entwickelt hat. Außerdem wiege und vermesse ich es“, erklärt die 20-Jährige. Bis zu zwei Stunden nach der Geburt bleiben Mutter und Kind noch unter der Obhut der Hebamme. Sie kontrollieren, ob die Mutter die Geburt gut überstanden hat, sie geben Hilfestellungen beim Stillen und Tipps zur Nachsorge.

Für die dreijährige Ausbildung braucht man einen guten mittleren Schulabschluss. Zudem sollte man über eine gute Portion Sorgfalt, Verantwortungsbewusstsein, Einfühlungsvermögen und psychische Belastbarkeit verfügen. Hebammen arbeiten häufig im Schichtdienst sowie an Wochenenden und Feiertagen. Neben dem Einsatz im Kreissaal steht auch der Besuch der Berufsschule an. Auf dem Lehrplan steht unter anderem Anatomie, Hebammenkunde, die Theorie der Geburtskunde und Neugeborenenpflege.

Derzeit bereitet sich Helena auf ihre Abschlussprüfung vor, die aus einer schriftlichen und mündlichen Prüfung sowie einem praktischen Teil besteht. Hier muss Helena dann noch einmal zeigen, was sie während ihrer Zeit auf der Station alles gelernt hat und einer Mutter zur Seite stehen, wenn diese ihr Baby zur Welt bringt.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen