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Finanzielle und andere Hilfen für die Ausbildung

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erstellt am 11.Okt.2010 | 08:10 Uhr

Die Bundesregierung sieht mit dem Arbeitsförderungsrecht vielfältige Möglichkeiten vor, junge Menschen zu unterstützen. Die wichtigsten Maßnahmen:

Berufsausbildungsbeihilfe

Die Agentur für Arbeit fördert Auszubildende, die eine betriebliche oder außerbetriebliche Ausbildung in einem anerkannten Ausbildungsberuf einschließlich der Ausbildung nach dem Altenpflegegesetz des Bundes anstreben, mit Berufsausbildungsbeihilfe (BAB). Sie ist an bestimmte Voraussetzungen gebunden. Gezahlt wird zum Beispiel nur, wenn der Ausbildungsplatz zu weit vom Elternhaus entfernt ist und der Azubi deshalb nicht zu Hause wohnen kann. Auszubildende, die über 18 Jahre alt sind, verheiratet sind oder waren oder mindestens ein Kind haben, können auch BAB erhalten, wenn sie nicht im Elternhaus leben. Die Entfernung zum Ausbildungsort spielt dabei keine Rolle.

In besonderen Fällen ist die Förderung mit BAB während einer Zweitausbildung nach pflichtgemäßem Ermessen möglich, heißt es bei der Arbeitsagentur. Denn mitunter fehlt jungen Leuten trotz erfolgreich abgeschlossener Berufsausbildung im erlernten Beruf eine Perspektive. Eine zweite Ausbildung, die erst berufliche Perspektiven schafft, soll an fehlenden finanziellen Möglichkeiten nicht scheitern, um während dieser Zeit seinen Lebensunterhalt zu bestreiten.

Außerdem können geduldete Ausländer, die sich seit mindestens vier Jahren ununterbrochen rechtmäßig in der Bundesrepublik Deutschland aufhalten und im Inland ihren Wohnsitz haben, seit dem 1. 1. 2009 während einer betrieblich durchgeführten beruflichen Ausbildung gefördert werden.

Wie viel BAB gezahlt wird, ist von der Art der Unterbringung, der Höhe der Ausbildungsvergütung des Auszubildenden und dem Jahreseinkommen der Eltern und des Ehegatten bzw. des Lebenspartners abhängig. Der Bedarf für den Lebensunterhalt, für Fahrtkosten, Kinderbetreuungskosten sowie Kosten für Lehrmittel und Arbeitskleidung wird dabei teilweise pauschaliert berücksichtigt.

Mit BAB wird zudem die Teilnahme an einer berufsvorbereitenden Bildungsmaßnahme gefördert. So werden Fahrtkosten, Kinderbetreuungskosten sowie Kosten für Lehrmittel und Arbeitskleidung unabhängig vom Einkommen übernommen.

Berufsvorbereitenden Bildungsmaßnahmen

Jugendliche, die aus den unterschiedlichsten Gründen noch keine Berufsausbildung aufgenommen haben, können durch die Agentur für Arbeit in berufsvorbereitenden Bildungsmaßnahmen gefördert werden. Diese Maßnahmen dienen der beruflichen Orientierung oder der ganz gezielten Vorbereitung auf eine spätere Ausbildung. Im Rahmen von berufsvorbereitenden Bildungsmaßnahmen besteht ein Rechtsanspruch auf Förderung der Vorbereitung auf den nachträglichen Erwerb des Hauptschulabschlusses.

Einstiegsqualifizierung

Die Förderung von Einstiegsqualifizierungen unterstützt die Zusage der Spitzenverbände der Wirtschaft, jährlich 4000 Plätze für betrieblich durchgeführte Einstiegsqualifizierungen bereitzustellen. Damit werden vor allem Jugendliche unterstützt, die aus persönlichen Gründen eingeschränkte Vermittlungsaussichten haben. Sie erhalten durch den Erwerb erster praktischer Erfahrungen Zugang zu betrieblichen Ausbildungsangeboten. Auch Jugendliche, die lernbeeinträchtigt bzw. sozial benachteiligt sind, können mit dieser Förderung unterstützt werden, den Einstieg in eine Ausbildung zu schaffen.

Arbeitgeber erhalten bis zu 212 Euro monatlich zuzüglich des pauschalierten Gesamtsozialversicherungsbeitrages von der zuständigen Agentur für Arbeit unter der Voraussetzung, dass sie einem Jugendlichen für sechs bis zwölf Monate einen Platz für eine Einstiegsqualifizierung bieten. Wichtig ist zu beachten, dass Anträge vor Beginn der Qualifikationsmaßnahme bei der Arbeitsagentur gestellt werden müssen.

Ausbildungsbonus

Für Schülerinnen und Schüler, die nur einen Hauptschul- oder gar keinen Schulabschluss haben und die sich seit Verlassen der Schule erfolglos um eine Lehrstelle bemühen, wurde befristet der Ausbildungsbonus (befristet bis Ende des Jahres 2010) eingeführt. Hierbei handelt es sich um einen einmaligen, pauschalierten Zuschuss für Unternehmer, die zusätzliche Ausbildungsplätze für förderungsbedürftige Jugendliche, unter Einhaltung von Voraussetzungen, bereitstellen. Der Bonus beträgt zwischen 4000, 5000 oder 6000 Euro. Seine Höhe ist abhängig von der für das erste Ausbildungsjahr tariflich vereinbarten oder ortsüblichen Ausbildungsvergütung. Für behinderte und schwerbehinderte Jugendliche erhöht sich der Bonus um 30 Prozent. Anträge sind vor Beginn der Ausbildung bei der Agentur für Arbeit einzureichen.

Ausbildungsbegleitende Hilfen

Jugendliche können während einer betrieblichen Ausbildung unter bestimmten Voraussetzungen zusätzliche Unterstützung in Form von Stützunterricht oder sozialpädagogischer Begleitung erhalten. Hierzu gehören jetzt auch die ehemaligen Übergangshilfen.

Berufsausbildung in außerbetrieblichen Einrichtungen

Können junge Menschen aufgrund persönlicher Probleme keine betriebliche Ausbildung absolvieren, besteht die Möglichkeit, in einer außerbetrieblichen Einrichtung die Ausbildung in einem staatlich anerkannten Ausbildungsberuf zu beginnen und gegebenenfalls auch zu beenden.

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