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Ausbildung : Feilen, sägen, löten, bröckeln

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Das Handwerk des Optikers ist nichts für lackierte Fingernägel

In Hagenow kennt jeder jeden. Und so kannte auch Optikermeisterin Katrin Brüch ihre Auszubildende Julia Seddig schon, als diese noch ein kleines Mädchen war. Im zarten Alter von drei Jahren bekam die Kleine ihre erste Brille auf die Nase gesetzt. Damals wurde das Geschäft noch von Augenoptikermeister Kuno Karls geführt.

Dieser gilt in Hagenow als der Urvater der Optikerzunft. Und auch Katrin Brüch wurde von ihm für ihre berufliche Zukunft geprägt. Vor über 12 Jahren übernahm sie, inzwischen selbst Optikermeisterin, das Geschäft ihres Lehrherrn.


Dass sie nun auch das erste Mal Ausbilderin ist, liegt an Julia. Denn die junge Frau wollte unbedingt den alten Handwerksberuf erlernen. Das erste Mal stellte sie sich als Schülerpraktikantin in der 9. Klasse vor. Weitere Praktika folgten. Schon am Ende der 10. Klasse reichte sie ihre Bewerbungsmappe ein, obwohl sie vorher noch das Abitur machen würde.

Chefin Katrin Brüch hat ehrgeizige Pläne mit Julia: „Ich möchte, dass sie eine wirklich gute Augenoptikerin wird. Es ist ein traumhafter Beruf!“ Und sie soll nach ihrer Lehre auch im Geschäft bleiben. Nach dem ersten Ausbildungsjahr wird sie in den geschäftlichen Abläufen sattelfest sein. Zwar übt sie sich auch in dieser Zeit schon am Umgang mit den Kunden, aber in erster Linie wird sie das Einmaleins des Optikerberufes lernen:

Das heißt unter anderem Gläser schleifen, deren Ränder bearbeiten, feilen, sägen, bohren, löten und bröckeln. Die unterschiedlichsten Materialien kommen dabei zum Einsatz. Diese Arbeiten sind für Julia Seddig vom ersten Tag an sehr vielfältig. Kein Tag ist wie der andere. Ihrer Chefin ist es wichtig, dass die Auszubildende so viel wie möglich selber machen darf. Zur Augenoptiker-Ausbildung gehören unterschiedliche Teilbereiche, wie die Bedarfsanalyse und die fachgerechte Beratung. Darauf legt Ausbilderin Brüch besonderen Wert.

Es mache zum Beispiel einen großen Unterschied, ob der Kunde die Brille für die Arbeit am festen PC oder am Laptop benötige. Aber auch viele andere Gegebenheiten muss der Optiker erfahren, um letztendlich die individuellen Gläser auswählen zu können. „Ist alles geklärt, dann geht es an die Modenschau“, erzählt Katrin Brüch augenzwinkernd. Erst jetzt wird nämlich gemeinsam mit dem Kunden das passende Brillengestell ausgewählt.

Julia Seddig hat einen anspruchsvollen Beruf gewählt, der viel Fingerfertigkeit, aber auch Kraft und Köpfchen erfordert. Aber sie wird in diesem Beruf auch viel Dankbarkeit erfahren, ergänzt ihre Ausbilderin. Wenn sie in drei Jahren ihre Ausbildung absolviert hat, steht ihr nach einer Gesellenzeit die Ausbildung zur Optikermeisterin offen.

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