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Ausbildung : Eismacher oder Jäger?

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Sechs Nischenberufe im Profil

Eismacher: Fachkraft für Speiseeis, das klingt nach einem süßen Leben. Ein perfektes Erdbeer- oder Pistazieneis hinzubekommen, ist aber kein Zuckerschlecken. Auch Ideen für neue Trendsorten sind in dem Beruf gefordert. In der Lehre lernen Jugendliche etwa, wie viel Milch, Sahne und Zucker in ein Schokoeis gehört. Oder wie sich ein Spaghetti-Eis kunstvoll gestalten lässt. Daneben geht es um kaufmännisches Wissen. Gefragt sind Kreativität und ein Händchen im Umgang mit Kunden. Wichtig ist auch Sorgfalt mit Blick auf Hygiene und das Lebensmittelrecht. Die duale Ausbildung dauert drei Jahre, die Vergütung reicht von 271 bis 481 Euro im Monat. Arbeit gibt es nicht nur in Eisdielen, sondern zum Beispiel auch bei Caterern.

Glasaugenmacher: Bei Glasaugen denkt man als Erstes an Prothesen für Menschen, die ein Auge verloren haben. Man vergisst dabei schnell den Teddy, dem man als Kind oft in die kleinen Augen geschaut hat. Mit beidem befassen sich Glasbläser in der Fachrichtung Kunstaugen. Azubis lernen, einen Augapfel aus Glas so zu gestalten, dass er echt aussieht. Die kleinen Kunststücke werden später zu Prothesen weiterverarbeitet. Aber auch wenn es um Puppen geht, ist Millimeterarbeit gefordert. Nötig sind handwerkliches Geschick und Präzision. Außerdem ist Mathe im Spiel, wenn es um das Berechnen von Körpern geht. Die Lehre dauert drei Jahre, im Handwerk werden 220 bis 742 Euro gezahlt, in der Industrie liegen die Werte oft etwas höher.

Maskenbildner geben hinter den Kulissen alles, damit die Stars auf der Bühne und vor der Kamera perfekt aussehen. Aber auch um sie hässlich zu machen: Der Hexe aus Hänsel und Gretel verschaffen sie mit Hilfe von Gummimilch schrumpelige Falten. Im Horrorfilm hantieren sie mit Kunstblut und schminken furchterregende Fratzen.

Für den Beruf ist laut der Bundesvereinigung Maskenbild Fantasie wichtig. Angehende Maskenbildner müssen sich mit historischen Frisuren, aber auch mit aktuellen Modetrends auskennen. Da es auf der Bühne und beim Film immer stressig zugeht, ist eine große Portion Einfühlungsvermögen im Umgang mit den Schauspielern nötig. Der Beruf zieht vor allem Frauen an: Ende 2013 waren 90 Prozent der Azubis weiblich. Drei Jahre dauert die Ausbildung, als Richtwerte für die Vergütung gelten 531 bis 707 Euro.

Spielzeughersteller: Wer sich früher gern stundenlang mit der Modelleisenbahn beschäftigt hat, ist in diesem Beruf richtig. Spielzeughersteller müssen mit Liebe zum Detail ans Werk gehen. Und sie müssen pingelig genau sein, wenn es um die Qualitätskontrolle geht. Denn bei der Superman-Figur oder der Barbie-Puppe dürfen sich keine Teile lösen, die Kleinkinder verschlucken können. Die Fachkräfte arbeiten mit Textilien, Holz oder Kunststoff. Zuerst stanzen und schneiden sie die Materialien zu. Dann montieren sie die Einzelteile von Hand. Dazu gehört auch, etwa die Frisur einer Puppe in Form zu bringen oder diese zu bemalen. Neben handwerklichem Geschick ist technisches Verständnis gefragt. Die Ausbildung dauert drei Jahre und wird mit 420 bis 907 Euro im Monat vergütet.

Orgelbauer fertigen neue und restaurieren alte Orgeln und Harmonien, die kleineren Geschwister in der Familie der Kircheninstrumente. Ihre Arbeit braucht Zeit: allein eine große Kirchenorgel zu planen, kann Jahre dauern. Aber auch das Restaurieren kostet mitunter Monate. Azubis lernen beim Bauen von Orgelpfeifen unter anderem, wie unterschiedliche Holzarten den Klang beeinflussen. Sie brauchen ein feines Gehör, wenn es um das Stimmen des Instruments geht. Die Lehre dauert 3,5 Jahre, Azubis erhalten zwischen 400 und 956 Euro.

Jäger: Ein guter Schütze zu sein, reicht nicht. Denn Revierjäger machen mehr als jagen. Auf dem Hochsitz heißt es für sie oft nur gucken, nicht anlegen. Ihr Ziel ist eine artenreiche und gesunde Tierwelt im Revier zu erhalten. Dafür behalten sie den Wildbestand im Auge, hängen aber auch Nistkästen für Vögel auf und pflanzen Hecken oder Büsche. Geht es dann ums Jagen, brauchen sie Geduld: Beim Erlegen von Wild müssen sie oft mehrere Stunden fast bewegungslos auf der Lauer liegen. In der Ausbildung reichen die Inhalte von Wildlockrufen bis zum Waffenrecht. Der Jagdschein ist Voraussetzung. Die Lehre dauert drei Jahre, die Vergütung reicht von 530 bis 730 Euro.

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