Red Rebane : Ein Fuchs muss tun, was ein Fuchs tun muss

Christian (links) und Alex
Christian (links) und Alex

Zwei Männer und ihre Mission: Red Rebane revolutioniert den Taschen-Markt

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02. März 2015, 17:24 Uhr

In der Möwenburgstraße pfeift der Wind um die Ecken der kleinen Werkstätten und Hallen. Schicke Einfamilienhäuser lassen nicht vermuten, dass hier auch gerne mal die Nähmaschinen heiß laufen. An einer weißen, unscheinbaren Stahltür steht ein kleines Schild mit einem Fuchskopf. Es gibt keine Klingel. Wenige Minuten später öffnet mir Christian Karius. Seine kleinen Augen verraten, dass der gestrige Abend im Freischütz lange war. Dort arbeitet der blonde Hüne ab circa 18 Uhr so gut wie jeden Tag. Er arbeitet gerne dort. „Irgendwo muss das Geld ja her kommen“, lächelt er verschmitzt.

Ein schmaler und kalter Flur führt in einen circa 30 Quadratmeter großen Atelier-Raum, der wenig beheizt ist. „Ich mach mal einen Tee, also eine heiße Zitrone“, murmelt er. Bei eisigen Null Grad Außentemperatur und gefühlten fünf Grad Raumtemperatur, möchte man sich gleich eine Daunenjacke überziehen.

„Willkommen in unserem Atelier, hier sitzen wir, also Alex und ich, Tag für Tag, wenn wir nicht hinterm Tresen stehen“. Alex ist gerade in der Schweiz und kann bei unserem Gespräch nicht dabei sein. Sechs Nähmaschinen stehen auf einem der Tische. Geradezu hängt ein Bild mit einem roten Fuchs. „Der Fuchs steht einfach für uns, für Alex und mich – für Red Rebane. Der Fuchs kann einfach alles – das beste Tier. Wir sind auch so“, erzählt Christian mit einem Grinsen auf seinen schmalen Lippen. Logisch, dass sich das auch in ihrem Logo wieder findet. Der Fuchs „hört“ auf seine Umwelt, und ist sehr anpassungsfähig. „Wir reagieren ebenso auf unsere Umwelt; auf unsere Freunde und Bekannten.


Christian und Alex sind „Draußen-Kinder“ und fahren eigentlich nur Rad


„Nach unseren ganzen Touren haben wir festgestellt, dass wir dringend etwas machen müssen – ein Produkt, dass uns eine Last abnimmt.“ Das Teewasser kocht, und man kann den eigenen Atem sehen. „Eigentlich habe ich Hotel- und Tourismusmanagement studiert – also echt etwas komplett anderes.“ Christian geht rüber zum Holztisch, auf dem ein Holzschnitt liegt, womit er das Leder akkurat zuschneiden kann. „Mit einer Gürteltasche hat alles angefangen“, erzählt Christian. Die Stoffe, aber auch das Leder, beziehen sie meist aus dem Internet: „Versuch mal hier in Schwerin oder in der Umgebung einen guten Hochleistungsstoff oder Leder zu bekommen – das ist echt nicht möglich. Die meisten Hersteller schaffen die Balance zwischen Design und Funktionalität nicht. Und da setzen wir an“, sagt er mit ernstem Ton. „Die Sachen sind in erster Linie für uns – voll egoistisch, aber wir müssen halt erst mal davon überzeugt sein, und dann kommen erst die anderen.“ Christian und Alex sind ein Team. Sie sind auch im „Freischütz“ Kollegen. Seit gut zwei Jahren nähen Christian und Alex mittlerweile an den perfekten Taschen und Rucksäcken. „Den Leuten gefallen unsere Sachen; das merken wir immer mehr, auch durch unseren Onlineshop (www.red-rebane.de). Wir wollen den Menschen ein gutes Produkt verkaufen, dass qualitativ hochwertig ist und auch bleibt. Wir merken, dass die Leute auch bereit sind, ein bisschen mehr Geld für eine gute Tasche oder einen Rucksack auszugeben. Denn keiner hat mehr Lust, sich ständig etwas Neues zu kaufen, was nach ein paarmal tragen kaputt geht.“

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