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Ausbildung : Ein bisschen Heimweh inklusive

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Im Alpincenter Wittenburg lernen deutsche und ausländische Jugendliche gemeinsam

Die Hotel- und Gastronomie-Branche kämpft seit längerem mit Nachwuchssorgen. Schuld daran sind vor allem die Arbeitszeiten. Wenn Freunde oder die Familie frei haben, dann sind Köche, Restaurantfachleute oder Hotelfachfrauen im Großeinsatz.

 

Um dieses Dilemma weiß Susanne Schnoor. Sie ist im Hotel des Alpincenters Wittenburg für den Gastronomie-Bereich zuständig und betreut hier die Auszubildenden. Im September haben hier neben Deutschen auch fünf junge Leute aus Spanien ihre Ausbildung zum Hotel- oder Restaurantfachmann bzw. -frau sowie Koch begonnen.

 

Vermittelt und über die Dauer ihrer Ausbildung betreut werden die jungen Leute aus Spanien durch die RegioVision. Diese ist in ganz Mecklenburg-Vorpommern für das Sonderprogramm des Bundes zur „Förderung der beruflichen Mobilität von ausbildungsinteressierten Jugendlichen aus Europa“ (MobiPro-EU) zuständig.

 

Die Personalleitung des Alpincenters weiß, dass es den Jugendlichen nicht immer leicht fällt, fern von Zuhause und ihrer Familie zu leben. Das fängt mit vielen Kleinigkeiten an. Wer in Spanien eine Wohnung mietet, findet diese mit Möbeln und Waschmaschine vor. Das ist in Deutschland komplett anders. So mussten schnell und unkompliziert Lösungen gefunden werden. In den ersten Wochen konnten die Jugendlichen im Hotel des Alpincenters untergebracht werden und hier auch die hauseigenen Waschmaschinen nutzen. Vor ein paar Tagen konnten sie jedoch umziehen, in eine gemeinsame Wohngemeinschaft in Wittenburg. Dieses Zusammenleben ist für die jungen Spanier besonders wichtig, hilft es doch ein wenig, wenn das Heimweh kommt. Denn gerade beginnt die Hauptsaison bei ihrem Arbeitgeber und die jungen Leute werden wohl erst im Sommer des nächsten Jahres für mehrere Wochen in ihre Heimat fahren.

 

Susanne Schnoor war mit den jungen Auszubildenden auch schon auf mehreren Städtetripps nach Berlin, Hamburg und Rostock unterwegs. Das Interesse, Fachkräfte für den eigenen Bedarf auszubilden, ist groß. Da wird so manche Kraftanstrengung unternommen, sie schnell zu integrieren. Sogar einen Skikurs haben sie schon im Center absolviert. Aber besonders viel Spaß machte den jungen Männern die Kartbahn.

 

Für den jungen Spanier Abraham, der in seiner Heimat ein ausgezeichneter Fußballspieler war, wird gerade nach einem Verein gesucht, indem er sich als Trainer engagieren kann.

 

Mit einer abgeschlossenen Ausbildung aus Deutschland verbessern sich für die ausländischen Jugendlichen die Berufschancen, auch in ihrer Heimat, entschieden. Was ihnen manchmal übrigens besonders schwer fällt, ist die deutsche Tugend Pünktlichkeit. „Aber daran geht nun einmal kein Weg vorbei“, lacht Susanne Schnoor und weiß, dass dieses die kleinste Hürde für ihre neue Mitarbeiter sein wird.

 

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