Parchim : Der große SPAGAT...

Janine Völker Foto: Maks
Janine Völker Foto: Maks

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25. Januar 2013, 11:36 Uhr

Aus Parchim in die große, weite Welt. Das ist die Geschichte von Janine Völker. Als die 1,77 Meter große Schülerin noch das Friedrich-Franz-Gymnasium in „Lütt Pütt“ besuchte, ahnte niemand, dass es demnächst eine große Karriere geben sollte. Heute spielt Janine Völker Volleyball beim Schweriner SC - und zwar in der höchsten europäischen Klasse, der Champions-League. National hat ihr Team im vergangenen Jahr alle Titel gewonnen. Zu Buche standen die Deutsche Meisterschaft und der Pokal-Erfolg. Seit Herbst 2012 ist sie wieder dabei und das obwohl sie nebenher einer geregelten Ausbildung nachgeht.

Die 21-Jährige studiert in Güstrow „Bachelor of laws“ und lässt sich im Verwaltungsrecht ausbilden. Spitzensport und duales Studium - das funktioniert. Allerdings hatte das Volleyball-Ass zu Beginn der Ausbildung mit ihrem intensiven Hobby aufgehört. „Im Einstellungstest hieß es, man müsse sich schon entscheiden, was man will. Ich habe dann gesagt, dass mir die Ausbildung wichtiger ist und mich aus dem Leistungsbereich zurückgezogen.“ Doch als sie dann die Schule schon eine Weile besuchte, machten sich ihre Lehrer und sogar das Innenministerium dafür stark, dass die hochtalentierte Spielerin zurückkehren konnte in den Leistungssport und nun wieder auf höchstem internationalen Niveau agiert.

„Die Zeit ohne den Volleyball war so langweilig. Ich wusste gar nicht, was ich nach der Schule mit mir anstellen sollte. Seit ich sechs Jahre alt war, bin ich zum Training gegangen.“ Das war damals noch beim 1.VC Parchim, wo sie dem Ball hinterher jagte. Jetzt ist die variable Janine sowohl als Libero aber auch als Außenangreiferin eine feste Säule in der besten Volleyballmannschaft Deutschlands. Und einen Spagat schafft die dynamische Neu-Schwerinerin sogar täglich - nämlich den zwischen Ausbildung und Sport. Morgens geht es um 6.45 Uhr aus der Landeshauptstadt mit einer Fahrgemeinschaft los in Richtung Schule. Schluss ist hier um 13 oder 15 Uhr. „Wenn es früher ist, schaffe ich vor dem Training manchmal noch ein kleines Schläfchen. Ansonsten geht es eben zum Einkauf oder was man sonst noch so erledigen muss“, so Völker. Die abendlichen Trainingszeiten muss sie dann aber fünfmal pro Woche alle bestreiten. Ihre Teamkolleginnen trainieren oftmals zudem noch vormittags. Meistens kommt sie erst nach 20 Uhr aus der Halle und muss dann im Anschluss noch lernen. „Das Studium ist echt anspruchsvoll. Einige meiner Kommilitonen haben bereits abgebrochen oder die Prüfungen nicht geschafft. Ich denke aber, dass ich das packen werde.“ Mit diesem Ehrgeiz kämpft sich Janine Völker nicht nur durch ihre Ausbildung, die im praktischen Teil in vier verschiedenen Ministerien fortgesetzt wird und mit einem halben Jahr Prüfungen im Herbst 2014 endet, sondern auch durch die Volleyball-Hallen Europas. „Ich will einen guten Job haben und übernommen werden und auch noch gern viele Jahre Volleyball spielen“, sagt die 21-Jährige und ist sehr fokussiert auf ihre vielen anstrengenden Aufgaben. Wenn es beispielsweise in der Championsleague nach Italien oder Rumänien geht, muss sie bei ihrem Arbeitgeber Sonderurlaub einreichen. Da sie für die Ausbildungszeit verbeamtet auf Widerruf ist, kann man nicht einfach so frei machen. Egal, wie erfolgreich man als Sportlerin sei. Es müsse alles seine Ordnung haben. Schließlich studiert sie Verwaltungsrecht.

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