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Ausbildungsportrait Konditor : Aus einem Guss

vom
Aus der Redaktion des Ludwigsluster Tageblatt

Den Duft von Schokolade in der Nase und umgeben von süßen Leckereien – die Arbeit von Konditoren klingt verlockend

svz.de von
erstellt am 25.Feb.2017 | 08:00 Uhr

Für Marc Dierig startet der Tag schon früh: Um 6 Uhr beginnt der Auszubildende seine Arbeit in der Konditorei. Dann entscheidet sich für den 23-Jährigen, ob er den Tag in der warmen oder in der kalten Konditorei verbringt – ob er also für Backwaren aus dem Ofen zuständig ist oder Sahnetorten, Cremes und Desserts herstellt und verziert.

Torten, Schokolade, Marzipan, Eis, Marmeladen, Lebkuchen, Gebäck und Desserts in den verschiedensten Formen: All das lernen Konditoren in der Ausbildung zuzubereiten und kunstvoll zu gestalten. Kreativität ist dabei Grundvoraussetzung. „Jedes Produkt, vom einfachen Apfelstrudel bis zur Hochzeitstorte, muss appetitlich aussehen“, erklärt Gerhard Schenk, Präsident des Deutschen Konditorenbundes.

Neben einem guten Auge fürs Detail und Fingerspitzengefühl sollte man die Bereitschaft mitbringen, hart zu arbeiten, sagt Marc Dierig. Denn in der Backstube muss man mitunter schwer tragen. „Einen 25-Kilo-Sack Mehl anzuheben oder zehn Kilo Teig zu kneten, strengt körperlich an.“ In seinem Arbeitsalltag ist außerdem dauerhafte Konzentration gefragt: „Egal, ob man eine einzelne Torte verziert oder 200 Teilchen Spritzgepäck formt – wenn man gedanklich abschweift, passieren Fehler, und das Produkt ist wertlos.“

Weil Konditoren direkt mit Lebensmitteln in Berührung kommen, hat bei allen Arbeitsabläufen Hygiene oberste Priorität. Schon bei der Bewerbung für einen Ausbildungsplatz müssen angehende Konditoren deshalb häufig ein Gesundheitszeugnis von der Gesundheitsbehörde vorlegen.

Auch Mathematik spielt in der Ausbildung zum Konditor eine wichtige Rolle, erklärt Eva Rothe vom Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB). Denn meist werden größere oder variierende Stückzahlen von einem bestimmten Produkt zubereitet. Dann gilt es, alle Zutaten aus dem Rezept zügig auf die gewünschte Menge umzurechnen. Daneben ist Interesse an Chemie nützlich, um nachzuvollziehen, wie zum Beispiel ein Gärungsprozess abläuft. Diese Inhalte werden in der dualen Ausbildung zum Konditor auch in der Berufsschule vermittelt.

Der Berufsschulunterricht findet ein- bis zweimal pro Woche oder in Blöcken von mehreren Wochen statt. Um die Ausbildung zum Konditor zu beginnen, gibt es zwar keine rechtlich vorgeschriebene Vorbildung. Die Chancen auf einen Ausbildungsplatz seien jedoch ohne abgeschlossene schulische Vorbildung eher gering, erklärt Rothe. So überwiegt bei den Ausbildungsanfängern ein mittlerer Schulabschluss, gefolgt von einem Hauptschulabschluss.

Nach Angaben des Deutschen Konditorenbundes verdienen Azubis während der Ausbildung zwischen 265 Euro und 450 Euro im ersten Lehrjahr, zwischen 285 und 550 Euro im zweiten und zwischen 315 und 650 Euro im dritten Lehrjahr.

Dierig möchte nach der Ausbildung verschiedene Bereiche des Konditorenhandwerks kennenlernen: Ob bei einem Praktikum in einer Patisserie, einem Hotel oder Restaurant oder bei einer Tätigkeit auf einem Kreuzfahrtschiff – der Beruf öffnet ihm viele Türen, glaubt Dierig. Schon jetzt ist für ihn klar, dass die Ausbildung zum Konditor der richtige Weg ist. „Der Beruf ist ein Handwerk, mit dem man anderen Menschen durch Genuss Lebensfreude schenken und ein Lächeln ins Gesicht zaubern kann – das macht die Arbeit so besonders.“

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