Traumhaus : Wohnen in einem Palast aus Glas

Ungewöhnlich: Quader schieben sich hervor, die Ecken laufen im spitzen Winkel zu.
Ungewöhnlich: Quader schieben sich hervor, die Ecken laufen im spitzen Winkel zu.

Ein Traumhaus kann jeder haben. Selbst schwer bebaubares Gelände oder kleine Bauplätze lassen sich nutzen.

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06. November 2015, 18:00 Uhr

Dieses Haus hat Anziehungskraft. Passanten bleiben stehen und schauen. Sogar Jugendliche fangen Diskussionen über Architektur an, obwohl man sich in dem Alter eigentlich nicht dafür interessiert, berichtet Boris Egli. „Die Bevölkerung reagiert entweder fasziniert oder empört.“

Der Architekt aus der Schweiz hat ein Wohngebäude ohne durchgehende Außenwände entworfen. Sie knicken ab, Quader schieben sich hervor, die Ecken laufen im sehr spitzen Winkel zu. Und das Haus ist komplett aus Glas.

Das Wohnhaus einer Familie mit zwei Kindern ist ein Beispiel für moderne Architektur, die sich perfekt in die Fläche einpasst, die zur Verfügung steht. Denn eine Besonderheit ist die Grundfläche von nur fünf mal neun Metern. Mehr ist für den Architekten nicht übrig geblieben, nachdem er die gesetzlichen Grenzabstände zum Nachbargrundstück abzog. Die Parzelle galt daher lange als nicht bebaubar. „Das klassische Wohnhaus mit dicken Außenwänden, konventionellen Erschließungstreppen und Verkehrsflächen fand an diesem Ort keinen Platz“, erklärt Boris Egli vom Büro L3P Architekten.

Aber es geht eben auch anders. Er entwarf ein Gebäude, dessen äußere Anmutung wie auch die Innenräume alles andere als dem entsprechen, was man gewöhnlicherweise baut. Ein Raumwunder. Auf der Grundfläche wurde jeder verfügbare Zentimeter genutzt, oberhalb erweiterten die Architekten die Fläche durch erkerartige Vorsprünge. Doch der gläserne Teil macht nicht das ganze Haus aus. In das Gebäude gelangt man über ein betoniertes Car-Port im Hang, das zu einer 5,44 Meter hohen Eingangshalle im Haus führt. Daran gliedern sich der Keller und der Raum für die Haustechnik an. Auch ein Doppelzimmer mit Bad ist in den Hang hineingebaut.

Erhellt wird diese Fläche durch ein Oberlicht. Die Fenster des eigentlichen Glasteils sind nur vorgehängt und haben keine statische Wirkung. Dafür gibt es im Inneren ein Tragwerk aus Stahlbeton, das Decken, Wände und Böden bildet.

Das Haus wurde beim Architekten-Wettbewerb „Häuser des Jahres 2015“ vom Callwey-Verlag ausgezeichnet. „Es ist sicher nicht das Haus vom Nikolaus, was man für gewöhnlich kennt“, sagt der Autor des Wettbewerbsbuchs, Wolfgang Bachmann. Es gibt etwa keine klassische Einteilung in Stockwerke. Die Zimmer reihen sich mittels einzelner Stufen und Podeste aneinander.

Natürlich sind solche ungewöhnlichen Bauten nicht überall möglich, zum einen weil Bebauungspläne strikte Vorgaben zur Optik der Siedlung haben können. Andrea Mayer

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