Recht : Was im Bauvertrag stehen sollte

Bis der Rohbau eines Hauses steht, kann viel Zeit vergehen – Bauherren sollten Fristen im Bauvertrag genau festlegen.
Bis der Rohbau eines Hauses steht, kann viel Zeit vergehen – Bauherren sollten Fristen im Bauvertrag genau festlegen.

Die Rechtsansprüche von Bauherren beschäftigen den Bundestag. Ein Gesetzentwurf sieht unter anderem fixierte Übergabetermine vor.

svz.de von
10. Juni 2016, 23:15 Uhr

Die Bundesregierung will die Rechte von Bauherren stärken – bisher müssen diese mit ihrer Baufirma vieles individuell aushandeln. Der Bundestag beriet gestern in erster Lesung über eine Reform des Bauvertragsrechts. Darin ist unter anderem vorgesehen, dass Bauherren einen Hausbauvertrag künftig innerhalb von 14 Tagen widerrufen können, damit sie ihre Entscheidung noch mal überdenken können. Die Baufirma muss den Plänen nach außerdem verbindlich angeben, wann ein Bau fertig wird. Der Verband Privater Bauherren (VPB) erläutert, worauf man im Vertrag Wert legen und vor Vertragsabschluss achten sollte:

Einzugstermin

Feste Termine müssen zwar nicht, sie können aber festgelegt werden. Die Experten raten, sich nicht auf scheinbar präzise Festlegungen wie „Die Bauzeit beträgt sieben Monate nach Baubeginn“ einzulassen. Denn die Baufirma kann dann den Baubeginn hinauszögern. Besser ist es, wenn konkrete Daten für Baubeginn und Fertigstellung im Vertrag stehen. Und man sollte als Bauherr eine Vertragsstrafe bei Nichterfüllung aushandeln. Laut VPB lassen sich aber nur die wenigsten Schlüsselfertiganbieter auf solche Daten ein.

Realistischer Zahlungsplan

Grundsätzlich gilt, dass erst nach erbrachter Leistung bezahlt wird. Wer die Firma schrittweise nach Stand des Baufortschritts bezahlt, sollte auf realistische Abschläge achten. Denn wer in Vorleistung geht, hat bei einer Insolvenz der Firma das Nachsehen. Der VPB rät, die erste Rate von rund 40 Prozent nach Fertigstellung des Rohbaus und der Zimmererarbeiten anzusetzen.

Unterlagenübergabe

Bauherren müssen dafür sorgen, dass ihre Immobilie dem geltenden Recht entspricht. Um das zu kontrollieren, sollten sie sich die Herausgabe der Planungsunterlagen und – mit der Bauabnahme – sämtlicher Unterlagen vertraglich zusichern lassen.

Unterlagenprüfung

Es gibt aktuell kein Widerrufsrecht für Bauverträge – außer sie wurden quasi an der Haustür abgeschlossen. Das soll das neue Bauvertrags-recht nun mit einem 14-tägigen Widerrufsrecht ändern. Aber auch jetzt schon haben Bauherren Zeit für eine Prüfung der Unterlagen: Sie müssen den Vertrag mindestens zwei Wochen vor dem offiziellen Notartermin erhalten. Darauf sollte man auch bestehen.

Autorin: Simone A. Mayer

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