Verteilungsverluste : Ungedämmte Rohre heizen den Keller

Die Dämmung des Dachbodens erfordert keinen großen Aufwand - bringt aber eine große Energieeinsparung. dpa
Die Dämmung des Dachbodens erfordert keinen großen Aufwand - bringt aber eine große Energieeinsparung. dpa

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27. November 2012, 05:19 Uhr

Sind Heizungsrohre nicht oder zu wenig gedämmt, geht Wärme verloren. "Diese Verteilungsverluste werden oft unterschätzt", sagt Michael Kurzmann, Energieberater der Verbraucherzentrale MV. Bei Hausbesuchen erlebe er immer wieder warme Kellerräume, die von nicht gedämmten Heizungs- und Warmwasserrohren beheizt werden. Je Meter ungedämmter Heizungsleitung gehen laut Verbraucherzen trale pro Jahr rund 20 Liter Heizöl verloren. Bei ordentlich gedämmten Leitungen sind die Verteilungsverluste mit drei Litern pro Meter und Jahr deutlich niedriger. Bei 20 Metern (und einem Jahresdurchschnittspreis für Öl von 85 Cent je Liter) ergibt das eine Differenz von rund 290 Euro. Sind dann auch noch zehn Meter Warmwasserleitung nicht gedämmt, kommen noch einmal rund 100 Euro dazu.

Diese Rohre zu dämmen, lohnt sich auf jeden Fall, so Kurzmann. Und weil die Kosten für die Dämmung mit fünf bis acht Euro pro Meter relativ gering sind, würde sich die Investition schnell amortisieren. Die Dämmstärke sollte dabei nicht zu gering gewählt werden.

Ein anderes Schlupfloch für Energie bieten häufig die obersten Geschossdecken. Deren Dämmung sei seit 1. Januar 2012 verpflichtend vorgeschrieben, so Horst Frank, Energieexperte der Verbraucherzentrale MV. Ausgenommen davon seien nur Ein- und Zweifamilienhäuser, die die Eigentümer bereits vor dem 1. Februar 2002 bewohnt haben. Doch mit der Dämmung der Geschossdecke lässt sich auch richtig Geld sparen. "Eine 20 Zentimeter dicke Dämmschicht auf einem 50 Quadratmeter großen Dachboden eines typischen Altbaus spart rund 175 Euro im Jahr ein", so Frank. Bei einer angenommenen Steigerung der Energiepreise von jährlich sechs Prozent könnten so im Laufe von 20 Jahren bis zu 8000 Euro zusammenkommen.

"Kaum eine Sanierungsmaßnahme rechnet sich besser und leistet dabei einen so großen Beitrag zum Klimaschutz." Der in der Energieeinsparverordnung geforderte Wärmedämmwert, auch U-Wert genannt, werde bereits mit dem Verlegen einer 16 Zentimeter starken Dämmschicht auf der Geschossdecke erreicht. Wer eine dickere Dämmschicht anbringt, kann zusätzlich Fördergelder von der KfW Förderbank erhalten, sofern eine Fachfirma die Arbeiten ausführt und ein Sachverständiger die Dämmstoffstärken bescheinigt.

Ein häufiges Problem in älteren Häusern sind die Heizkörpernischen unter denFenstern. An diesen Stellen ist die Außenwand weniger dick, was zu erheblichen Energieverlusten führt. "Mit einer Innendämmung kann man die Verluste deutlich verringern", sagt Horst Frank. Diese Arbeit sei gut in Eigenleistung zu erledigen. Der Dämmstoff sollte eine Dicke von drei Zentimetern nicht unterschreiten. Wenn möglich, sollten auch die Laibungen mit gedämmt und auf eine luftdichte Montage geachtet werden.

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