Ratgeber : So klappt es mit dem Wohngeld

Anspruch auf Wohngeld haben Arbeitnehmer mit kleinem Einkommen, Alleinerziehende, Rentner und Auszubildende.
Anspruch auf Wohngeld haben Arbeitnehmer mit kleinem Einkommen, Alleinerziehende, Rentner und Auszubildende.

Missverständnisse und Probleme sind bei Wohngeldanträgen an der Tagesordnung

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20. Dezember 2017, 12:00 Uhr

Anspruch auf Unterstützung haben sowohl Mieter als auch Eigentümer einer Immobilie. Mieter erhalten Wohngeld als Mietzuschuss, Eigentümer als Lastenzuschuss. Knackpunkt: Dem Gesamteinkommen sind sowohl nach oben als auch nach unten Grenzen gesetzt.

Lückenhafte Anträge: Behörden erleben, dass viele Wohngeldanträge nicht vollständig ausgefüllt werden. Angaben bleiben unklar, und es sind keine oder falsche Unterlagen beigefügt. Immer wieder werden Verfahren eingestellt, weil Antragsteller auch auf Nachfrage von Sachbearbeitern Informationen schuldig bleiben.

Knackpunkt Mindesteinkommen: Nur wer seinen Lebensunterhalt zumindest größtenteils selbst bestreitet, dem steht Wohngeld zu. In fraglichen Fällen findet ein schriftliches Anhörungsverfahren statt. Der Antragsteller muss dabei auflisten, welche Einnahmen und Ausgaben er hat. Wenn eine unabweisbare Ausgabe fehle, könne der Antrag aus Plausibilitätsgründen abgelehnt werden, sagt Arne Haase, der ehrenamtlich die Webseite wohngeldantrag.de betreibt.

Ersparnisse: Beim Wohngeld gelten hohe Freigrenzen. Ersparnisse von weniger als 60 000 Euro werden nicht angerechnet. Wichtig: nicht verschweigen. Denn sehr wohl relevant sind die Kapitalerträge. Dabei muss es nicht um große Beträge gehen. „Es genügt schon, wenn jemand ein Tagesgeldkonto hat und 50 Euro Zinsen im Jahr erhält“, sagt Haase.

Gemeinsames Wirtschaften: Ob und wie viel Wohngeld ein Antragsteller erhält, hängt auch davon ab, mit wie vielen Personen er zusammen wohnt. Das bedeutet, dass in die Berechnung des Wohngeldes beide Einkommen einfließen.

Änderung der Einkünfte: Werden sich Einkünfte in den nächsten zwölf Monaten ändern? Die Frage im Antragsformular ist simpel, hat aber einen Haken. Wird sie bejaht, wird das Amt den Bewilligungszeitraum für das Wohngeld entsprechend verkürzen.

Fehlerhafter Bescheid: Verbraucher haben zwei Rechtsmittel, um sich gegen falsche Bescheide zu wehren: den Widerspruch und die Klage vor dem Verwaltungsgericht. Wer Widerspruch einlegt, geht kein Risiko ein. Schlimmstenfalls weist ihn die Behörde ab. Gebühren entstehen nicht.

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