Verputzen : So gelingt die neue Wandgestaltung

Ist der Putz druckfest können Unebenheiten von der Oberfläche entfernt werden.
Ist der Putz druckfest können Unebenheiten von der Oberfläche entfernt werden.

Verputzen ist eine kräftezehrende Arbeit und sollte nicht unterschätzt werden. Tipp: An einer weniger prominenten Stelle beginnen

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28. März 2015, 07:45 Uhr

Für das Verputzen von Wänden brauchen Heimwerker Übung und Geschick. „Laien sollten sich nicht vornehmen, gleich den ganzen Rohbau ihres Eigenheims selbst zu verputzen“, warnt Wolfgang Queißer vom Verband Privater Bauherren. Er rät, sich erst einmal an Wänden in Keller oder Garage zu versuchen. „Am besten nimmt man sich zunächst nur zwei, drei Quadratmeter vor“, empfiehlt Diplomingenieur Volker Wollny. Denn das Verputzen sei eine kräftezehrende Arbeit. „Schon um auf einen Quadratmeter einen Millimeter Putz aufzutragen, braucht man ein Liter Material“, rechnet Robert Raschke-Kremer von der DYI-Academy vor. Das müssen Heimwerker wissen:

>Werkzeug: Zum Anwerfen des Putzes benötigen Heimwerker eine Maurerkelle. „Sie sollte aus Edelstahl sein, sonst drohen bei Gipsputz Roststellen“, erklärt Raschke-Kremer. Außerdem werden eine Glättkelle gebraucht, um den Putz aufzuziehen, eine Kartätsche, kleinere Kellen wie die sogenannte Katzenzunge, um die Bereiche um Fenster und an Türzargen zu bearbeiten, sowie ein Reibebrett. Ein Schwammbrett dient dazu, die Putzfläche während des Abbindeprozesses zu filzen, erklärt Raschke-Kremer. Mit einer Putzmaschine seien Laien oft überfordert.

> Das Mischen: Am besten nimmt man einen elektrischen Rührquirl, um den Putz anzurühren. Von einer Bohrmaschine mit Rühraufsatz rät Raschke-Kremer ab, da sie nicht genug Kraft entwickelt. Gut geeignet zum Mischen sei ein Mörtelfass. Von Hand in einer Schubkarre wird die Masse am besten nicht angemischt. Es ist laut Wollny schwierig, darin eine gleichmäßige Masse herzustellen. Kräfteschonend sei das Mischen auf einer glatten Baufolie, wobei man das Wasser wie beim Backen in eine Mulde in die Mitte der trockenen Mischung füllt. Für größere Putzprojekte empfiehlt Wollny, einen Mischer zu mieten.

> Das Material: „Wegen ihrer feuchtigkeitsregulierenden Eigenschaften eignen sich Haftputze auf Gips-Kalk-Basis für Innenräume am besten“, sagt Raschke-Kremer. Für Bäder greift man besser auf kalk-zementgebundene Feuchtraumputze zurück. „Nach einer Faustregel werden zwei Schaufeln Kalk, eine Schaufel Zement mit neun Schaufeln Sand gemischt“, erklärt Wollny. Erst werden diese Komponenten vermischt, dann kommt Wasser dazu.

> Das Verputzen: „Mit der Maurerkelle wird die Putzmasse auf die Fläche zwischen den Putzleisten aufgetragen“, erläutert Raschke-Kremer. Dann reibt der Heimwerker mit dem Brett in gleichmäßigen, kreisenden Bewegungen zügig über den Putz, bis die Fläche plan ist. Wenn der Putz druckfest, aber noch feucht ist, reibt man mit dem Filzreibebrett Unebenheiten weg. Nach dem Trocknen kann mit Schleifpapier nachgearbeitet werden. 

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