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Immobilienfinanzierung : Schwierige Zeiten für Bausparer

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Tausenden Bausparern flatterte zum Jahreswechsel die Kündigung ins Haus: Immer mehr Bausparkassen drängen Kunden aus gut verzinsten Altverträgen. Wer dagegen jetzt einen neuen Vertrag schließt, hat andere Sorgen.

Tausenden Bausparern flatterte zum Jahreswechsel die Kündigung ins Haus: Immer mehr Bausparkassen drängen Kunden aus gut verzinsten Altverträgen. Wer dagegen jetzt einen neuen Vertrag schließt, hat andere Sorgen: Einige Kassen beraten schlecht, wie Verbraucherschützer berichten, und machen so die Immobilienfinanzierung unnötig teuer.

Warum genau kündigen

Bausparkassen langjährigen Kunden?

Manche Verträge sind den Anbietern zu teuer geworden. Vor zehn Jahren boten sie Verträge mit vier Prozent Zinsen und mehr an. Das sind Konditionen, von denen Bausparer heute nur träumen können. In der anhaltenden Niedrigzinsphase bekommen Bausparkassen am Finanzmarkt aber selbst nur sehr niedrige Zinsen für das Kapital ihrer Bausparer.

Deshalb können sie sich die Altverträge nicht mehr leisten, argumentieren sie. Es geht vor allem um Kunden, die das vorgesehene Darlehen nicht nutzen oder die vereinbarte Sparsumme schon überschritten haben und vor allem von den einst zugesicherten Zinskonditionen profitieren.

Dürfen die einfach kündigen?

Die Bausparkassen berufen sich auf Paragraf 489 des Bürgerlichen Gesetzbuchs. Demnach sind Darlehensverträge nach zehn Jahren kündbar. Verbraucherschützer sehen allerdings eine rechtliche Grauzone, wenn die Bausparsumme noch nicht überschritten ist.

Wie ist die Lage aktuell? Dieser Tage bekommen erneut Tausende Bausparer Post von ihrer Bausparkasse. Derzeit sind das etwa Kunden der Bausparkasse Wüstenrot. Nach deren Angaben handelt es sich um 1 Prozent der Kunden – also rund 30 000 Verträge.

Auch die Landesbausparkasse (LBS) Baden-Württemberg wies Ende des Jahres 22 000 Kunden schriftlich darauf hin, dass sie kündigen will, wie ein Sprecher bestätigt. Ihm zufolge handelt es sich dabei um Verträge, die seit zehn oder mehr Jahren zuteilungsreif sind – für die also längst ein Darlehen in Anspruch genommen werden kann. Die LBS Bayern und Nordrhein-Westfalen handelten ähnlich.

Schwäbisch Hall erklärte, nur zu kündigen, wenn das angesparte Guthaben die Bausparsumme überschritten habe. „Dann haben beide Seiten den Vertrag erfüllt, und der Kunde erhält sein Erspartes zurück“, sagte ein Sprecher.

Ist ein Bausparvertrag überhaupt  noch zu empfehlen?

„Bausparen an sich ist eine prima Idee“, heißt es bei der Stiftung Warentest. Wer in sieben oder zehn Jahren bauen wolle, sichere sich schon heute einen Kredit mit niedrigen Zinsen – auch wenn er für seine Sparraten kaum Zinsen von der Bausparkasse bekommt. Beim Sparkonto gibt es auch nicht mehr. Zum Teil schließen auch heutige Bauherren Bausparverträge ab, um mit dem Bauspardarlehen in zehn Jahren einen Kredit abzulösen.

Wie gut sind die Angebote?

Das hängt sehr stark von der Beratung ab, wie ein Test bei allen 20 Bausparkassen in Deutschland ergab. Manche Verträge sind zu schmal bemessen, viele zu üppig, wie Warentester Holger Brackemann kritisiert. Viele Berater setzten Bausparsumme, Guthaben oder Darlehensraten zu hoch an. Gleichzeitig enthielten sie ihren Kunden Informationen vor, um Angebote zu vergleichen.

Warum beraten manche Institute schlecht?

Der falsche Vertrag kann mehrere tausend Euro Mehrkosten bedeuten, wenn dem Kunden nicht sogar die Finanzierung um die Ohren fliegt. Das zu viel bezahlte Geld bleibt der Bausparkasse - hier sieht die Stiftung Warentest einen der Gründe für die Missstände.

Was sagen die Bausparkassen zu den Vorwürfen?

Sie wollen der Kritik auf den Grund gehen. In einzelnen Beratungen seien offenbar Fehler gemacht worden, räumt der Verband der privaten Bausparkassen ein. Mit dem Gesamtbild könne man nicht zufrieden sein, betonen auch die Landesbausparkassen (LBS). Sie verweisen auf eigene Testkäufe, die regelmäßig bessere Ergebnisse zutage förderten.

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