Gestaltung : Neuer Look für die Wand

Wer die Wahl hat, hat die Qual: Im Handel finden sich beinahe unendlich viele Tapetenmuster und Materialien, um einen Raum neu zu gestalten.
Wer die Wahl hat, hat die Qual: Im Handel finden sich beinahe unendlich viele Tapetenmuster und Materialien, um einen Raum neu zu gestalten.

Tipps und Tricks von Profis: Tapezieren für Heimwerker leicht gemacht

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02. August 2015, 23:05 Uhr

Beim Tapezieren können auch relativ unerfahrene Heimwerker gute Ergebnisse erzielen. Mit einigen Tricks von Profis gehen die Arbeiten leichter von der Hand.

1. Tapetenlöser statt Spachtel

Erst mal muss die alte Tapete runter. „Das geht viel einfacher, wenn die Wände mit Tapetenlöser eingestrichen werden“, sagt Ludwig Popp, Trainer an der DIY-Academy in Köln. Statt mühsam Stück für Stück mit dem Spachtel von der Wand zu kratzen, erledigen Chemie und Physik die Arbeit. „Türen und Fenster geschlossen halten, damit das Ganze gut durchschwitzt“, rät der Profi. Später noch einmal mit dem Löser darüberstreichen. „Bald bilden sich Blasen, und die Tapete lässt sich leicht von der Wand abziehen.“

2. Nicht ohne neue Grundierung kleben

Vor der neuen Tapete kommt eine Grundierung auf die Wand. Denn die neue Tapete braucht eine glatte Fläche, sonst bilden sich später Dellen und Löcher. Abgesehen davon, dass sich der neue Kleber nur schlecht mit alten Kleberesten verträgt. Bei Papiertapeten und einfarbigen Vliestapeten reicht dafür ein einfacher Tiefengrund. Vliestapeten mit Muster benötigen unbedingt einen weißen Tapetenwechselgrund. Sonst kann es passieren, dass Flecken vom Untergrund durch die Tapete durchscheinen.

3. Lieber ein paar Rollen mehr kaufen

Eine Standard-Tapetenrolle ist 10,5 Meter lang und 53 Zentimeter breit. „Bei einfarbigen Modellen ist es leicht auszurechnen, wie viel zum Tapezieren einer Wohnung oder eines einzelnen Zimmers benötigt wird“, sagt Heimwerker-Trainer Popp. Schwieriger wird es bei Mustertapeten. Bei ihnen fällt ein sogenannter Rapport an, der je nach Muster unterschiedlich ist. „Diese Prozentzahl ist auf der Tapetenrolle vermerkt und gibt an, wie viel Verschnitt entsteht, wenn das Muster fachgerecht verklebt wird.“ Der Experte rät: „Lieber ein paar Rollen mehr kaufen und sie zurückgeben, wenn sie nicht gebraucht werden.“

4. Qualitätsware auswählen

Die neuen Tapeten sollen einige Jahre halten. „Deshalb ist es ganz wichtig, qualitativ hochwertige Ware zu kaufen“, sagt Malermeisterin Anja Nierhoff-Install, Vorstandsmitglied der Maler- und Lackiererinnung Gütersloh. Wer das nicht sicher beurteilen kann, könne sich ruhig an einen Malerprofi seines Vertrauens wenden.

5. Mut zu bunten Tapeten und Mustern

Tapeten sind heute nicht einfach mehr weiße oder geblümte Papierbahnen. Die Bandbreite ist in den vergangenen Jahren sehr vielfältig geworden, und auch die Oberflächen werden immer ausgefallener. Es gibt zum Beispiel Modelle mit Basalt- oder glitzernden Lurexfäden oder sogar Bahnen mit organischen Leuchtelementen. Die Verarbeitung ist aber nicht viel anders als bei den gewohnten Tapeten.

6. Nicht am Kleber sparen

Auf Papiertapeten wird der Kleister direkt aufgetragen. Dabei gilt: Nicht zu sparsam sein. „Aber die Tapete sollte nicht zu lange in dem Kleber weichen, sonst dehnt sie sich aus, und die Muster passen nicht mehr exakt zusammen“, warnt Heimwerker-Trainer Popp. Unerfahrenen Heimwerkern empfiehlt er, nicht mehr als drei bis vier Bahnen auf einmal vorzubereiten und diese dann zügig zu verarbeiten. Bei Vliestapeten kommt der Kleber nicht auf die Tapete, sondern direkt auf die Wand. „Hier muss ein Vliestapetenkleister verwendet werden, der andere hält nicht“, sagt Popp.

7. Reihenfolge beachten

Tapeziert wird von oben nach unten. Zuerst ist die Decke dran. Das versuchen Heimwerker besser nicht alleine, sondern holen sich eine Hilfe. Die langen Bahnen lassen sich selbst von erfahrenen Handwerkern nur schwer allein bewältigen. „Dann klebt man von den Ecken der Decke aus die Bahnen nach und nach die Wände entlang von oben nach unten“, ergänzt Popp.

Autorin: Katja Fischer

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