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Hygrometer bieten Schutz : Luftfeuchtigkeit oft kontrollieren

vom
Aus der Onlineredaktion

Gerade im Winter entwickelt sich in vielen Gebäuden schädlicher Schimmel

svz.de von
erstellt am 29.Okt.2016 | 16:00 Uhr

Schimmel ist eklig – und doch laden wir den Pilz quasi ein, sich im Winter bei uns zu Hause breit zu machen. Denn mit zu hoher Luftfeuchtigkeit im Zimmer, wenn wir falsch lüften, bieten wir den schwarzen Geflechten perfekte Wachstumsbedingungen. Dabei ist die Kontrolle der Luftfeuchtigkeit so einfach: Hygrometer sind kleine Geräte, die die Werte im Haus messen und überwachen. Der Bundesverband Schimmelpilzsanierung (BSS) in Düsseldorf hat einige Geräte ein Jahr lang getestet. Zu den Testsiegern gehören Geräte für unter zehn Euro. „Und selbst das schlechteste digitale Hygrometer aus dem Test ist für den Hausbereich immer noch gut genug“, erklärt BSS-Vorsitzender Wolfgang Lorenz.

Am besten schnitten insgesamt die digitalen Modelle ab: Der Testsieger hatte lediglich eine Abweichung von maximal 0,4 Prozent bei der relativen Feuchte, das schlechteste Gerät von 4,4 Prozent. „Hier sind die Abweichungen so gering, dass sie irrelevant ist“, erklärt Lorenz. Bei den analogen Geräten war das eine Profigerät in der Testreihe mit 2,9 Prozent Abweichung das Beste. Die schlechtesten Modelle zeigten Unterschiede von bis zu 17 Prozent – „was ein Problem ist“, betont der Sachverständige. Denn: Die Luftfeuchtigkeit im Haus sollte nach Expertenansicht zwischen 40 und 60 Prozent liegen. Abweichende Werte auf einem Hygrometer von zehn bis 17 Prozent machen also einen deutlichen Unterschied.

Das Schimmelproblem ist nicht nur ein Winterthema. Die Sporen von Schimmelpilzen befinden sich immer und überall in der Luft. Um wirklich gut wachsen zu können, brauchen sie Feuchtigkeit – jedoch nicht unbedingt kondensiertes Wasser in Tropfenform, erklärt Udo Schumacher-Ritz vom Verein zur Qualitäts-Controlle am Bau (VQC) in Göttingen. Dem Schimmel reicht dauerhaft eine hohe Luftfeuchtigkeit von über 80 Prozent, was sich bei geschlossenen Fenstern im Winter leicht an den Wänden eines Raumes aufstaut.

Die Luftfeuchtigkeit ist nicht an jeder Stelle in einem Zimmer gleich hoch. „Wenn in der Raummitte 24 Grad und eine relative Luftfeuchte von 60 Prozent herrschen, dann sind das an den kalten Außenwänden des Zimmers 20 Grad und eine höhere Luftfeuchte“, erklärt der Bausachverständige Schumacher-Ritz. Er rät dazu, Hygrometer in der Raummitte aufzustellen. „Hier hat man die beste Relevanz.“ Schuld an den Unterschieden ist die Bewegung der Luft, wenn es im Freien kälter ist als im Gebäudeinneren – dafür braucht es nicht mal Minusgrade. Es reicht schon eine Differenz zwischen Innen- und Außentemperatur von zehn Grad. Strömt dann die aufgeheizte Luft im Zimmer wie durch ein Sieb durch die Außenwand oder gar durch ein Wärmeleck ins Freie, setzt sie aufgrund des Temperaturgefälles ihre Feuchtigkeit in Wandnähe ab. Denn in der Kälte kann sie weniger Feuchtigkeit mit sich tragen. Wie stark die warme Luft durch die Wand entweichen kann, hängt vom Baustoff ab. Eine hohe Wärmeleitfähigkeit haben laut Schumacher-Ritz etwa Vollziegel, Beton oder Stahl.

Wird diese aufgestaute Luftfeuchtigkeit an der Wand dann über längere Zeit nicht gut weggelüftet, kann Schimmel wachsen. Im Winter sehe man das vor allem gut an den oberen Zimmerecken, erklärt Schumacher-Ritz. Panik muss man aber wegen leicht überschrittener Hygrometer-Werte nicht gleich haben: „Die Fachwelt geht davon aus, dass Schimmel zum Wachsen 80 Prozent Luftfeuchtigkeit über sechs Tage bei täglich sechs Stunden braucht.“ Wer jedoch dauerhaft zu wenig lüftet, riskiert den Schimmelbefall.

Experten empfehlen, mehrfach am Tag jeweils für fünf bis zehn Minuten querzulüften. Darunter versteht man das Aufreißen aller Fenster – und das am besten so, dass ein Durchzug in den Räumen entsteht, der die verbrauchte Luft schneller austauscht.

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