Spinnen, Insekten und Co. : Lästige Hausgäste?

Unbeliebt, aber nützlich: Spinnen fressen viele Insekten im Haus.
Unbeliebt, aber nützlich: Spinnen fressen viele Insekten im Haus.

Die meisten Menschen ziehen sich in zu dieser Jahreszeit ihre Wohnungen zurück. Dabei sind sie nicht allein.

svz.de von
06. Oktober 2018, 16:00 Uhr

Die Tage werden immer kürzer, die Abende kühler – für die meisten Menschen wird es Zeit, sich in ihre Wohnungen und Häuser zurückzuziehen. Und auch viele Insekten ziehen eine behagliche Wohnung dem nasskalten Herbst in der freien Natur vor.

Auf der Suche nach Schutz und Wärme

Um gleich mit einem Vorurteil aufzuräumen: Wenn Insekten die Wohnung als Unterschlupf nutzen, heißt das nicht unbedingt, dass man zu wenig geputzt hat, sagt Andreas Beckmann vom Deutschen Schädlingsbekämpfer-Verband. „Es hat nicht unbedingt etwas mit dem eigenen Verhalten zu tun. So eine Wohnung bietet eben Schutz und Wärme, gleichzeitig sind dort keine Feinde vorhanden.“ Aber: „Von uns hängt es dann aber oft ab, ob sie bleiben oder nicht.“ Finden die Tiere also besonders viele Versteckmöglichkeiten und genug Nahrung können sie sich durchaus leichter ausbreiten.

Ebenfalls wichtig: Längst nicht jedes Tier, das in einer Wohnung Unterschlupf sucht, ist auch ein Schädling. Und ab wann ein Tier ein solcher wird, hängt sowohl davon ab, wo es auftaucht, als auch vom persönlichen Befinden der Hausbewohner.

Von Schädlingen und Nützlingen

Unbeliebt sind Spinnen. Aber Beckmann sagt: „Alles, was acht Beine hat, ist ein Nützling.“ Immerhin fangen Spinnen Fliegen, Mücken und andere Krabbeltiere. Ebenso häufig missverstanden sind Silberfischchen: Sie übertragen keine Krankheiten, aber fressen Hausstaubmilben, die häufig Allergien auslösen. Außerdem weiden sie schimmelige Oberflächen ab.

Silberfischchen in der Wohnung sind unangenehm. Sie sind aber kein Grund vom Kauf einer Wohnung zurückzutreten. /dpa
Philipp Brandstädter/dpa
Silberfischchen in der Wohnung sind unangenehm. Sie sind aber kein Grund vom Kauf einer Wohnung zurückzutreten. /dpa
 

Unangenehm kann dagegen Mottenbefall werden. „Man muss da keine Panik entwickeln, die Dörrobstmotte überträgt keine Krankheiten. Aber sie kann Lebensmittel natürlich entwerten“, erklärt Schulze. Die Tiere legen ihre Eier in trockene Lebensmittel wie Mehl, Nudeln, Gewürze oder eben Dörrobst. Einen Befall erkennt man an silbrig-weißen Gespinsten. Betroffene Lebensmittel müssen entsorgt werden.

Was im Anschluss zu tun ist, erklärt Elke Wieczorek vom DHB-Netzwerk Haushalt: „Alles raus aus dem Schrank, alles überprüfen, gut auswaschen und vor allem gut auslüften – Motten lieben es feucht und warm.“ Anschließend sollte man mit einem Föhn langsam die Ritzen im Schrank abfahren – „das tötet dort versteckte Larven und Eier ab“.

Bei Schaben sollte man handeln

Handlungsbedarf besteht auch, wenn Küchenschaben im Haus auftauchen. „Dass Menschen Küchenschaben für unangenehm halten, ist richtig: Sie haben Bakterien und Pilzsporen an den Füßen und laufen dann über Lebensmittel“, so Schulze. Gleichzeitig beruhigt er: „Die sind inzwischen sehr selten, da unsere Gesellschaft überhygienisch ist.“

<p>Der Begriff Küchenschabe (auch Kakerlake) wird für eine Reihe von Arten der Schaben in der Familie der Blattidae verwendet. Diese Arten der Schaben leben überwiegend in menschlichen Behausungen und werden dort als Vorratsschädlinge betrachtet. </p>
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Der Begriff Küchenschabe (auch Kakerlake) wird für eine Reihe von Arten der Schaben in der Familie der Blattidae verwendet. Diese Arten der Schaben leben überwiegend in menschlichen Behausungen und werden dort als Vorratsschädlinge betrachtet.

 

Wenn man eine Schabe in der eigenen Wohnung entdeckt, kann es sich dabei auch um eine völlig harmlose Bernsteinschabe handeln. Draußen ernährt sie sich von verrottenden Pflanzen und findet daher keinen Gefallen an menschlichen Vorräten. Wer aber feststellt, dass es sich tatsächlich um Küchenschaben handelt, sollte einen Fachmann kontaktieren. Hausmittel helfen hier nicht weiter.

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