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Neue Kennzeichnungspflicht : Label für Pellet-Heizungen & Co.

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Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Ab April müssen neue Geräte für feste Brennstoffe gekennzeichnet werden.

svz.de von
erstellt am 11.Mär.2017 | 11:55 Uhr

Vom 1. April 2017 an gibt es ein neues Energieeffizienzlabel für Heizungen. Nachdem Öl- und Gasheizungen im Handel seit September 2015 gekennzeichnet sein müssen, sind nun auch viele neue Geräte für Scheitholz, Pellets, Hackschnitzel oder andere feste Brennstoffe an der Reihe. „Hintergrund für die spätere Einführung des Energielabels für Festbrennstoffe ist das zeitlich versetzte Gesetzgebungsverfahren der EU“, erklärt Jens Dörschel vom Deutschen Pelletinstitut in Berlin. Mit der Energieeffizienz der Gerätetypen habe das nichts zu tun.

Zu den festen Brennstoffen zählt neben holzartiger Biomasse wie Holz, Pellets und Hackschnitzeln auch Kohle. „Kohle ist allerdings ein absolutes Auslaufmodell“, sagt Martin Brandis, Energieexperte des Verbraucherzentrale Bundesverbands. „Kaum jemand wird sich heute eine neue Kohleheizung anschaffen.“ Interessanter für die Verbraucher seien Heizungen für die anderen Feststoffe. „Da sie mit erneuerbaren Energien betrieben werden, ist zu erwarten, dass sie in sehr gute Effizienzklassen eingestuft werden.“

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Möglich ist eine Einteilung in die Energieeffizienzklassen A++ bis G. Für Biomassekessel rechnet Brandis bei den meisten Anlagen mit einer Einstufung bei A+, bei Pellet-Brennwertkesseln und bei Holzpelletöfen sogar bei A++. Neue Öl- und Gasbrennwertkessel haben in der Regel die Effizienzklasse A. Gekennzeichnet werden müssen Festbrennstoffkessel sowie Verbundanlagen aus einem solchen Kessel mit Temperaturreglern und Solareinrichtungen mit einer Nennwärmeleistung bis 70 Kilowatt. „Ohne Label darf der Schornsteinfeger neu in den Verkehr gebrachte Feststoffheizungen nach dem 1. April 2017 nicht abnehmen“, sagt Stephan Langer vom Bundesverband des Schornsteinfegerhandwerks.

Bis 26. September 2019 gelten die Stufen A++ bis G, danach A+++ bis D. „Ältere Feststoffheizungen dürfen weiterhin betrieben werden. Sie benötigen kein Label“, so Langer. Ab Januar 2018 ist die Kennzeichnung der nächsten Gruppe vorgesehen – der Einzelraumheizgeräte, also Kachel- und Kaminöfen.

Ziel der Kennzeichnung ist es, mehr Transparenz herzustellen und den Verbrauchern die Möglichkeit zu geben, die Energieeffizienz der Geräte besser vergleichen zu können. Allerdings haben die Energielabel für Heizungen nur eine begrenzte Aussagekraft. „Sie machen – anders als zu Beispiel das Label für Kühlschränke – sehr selten die geringen Unterschiede zwischen der Energieeffizienz einzelner Geräte verschiedener Hersteller deutlich“, argumentiert Dörschel vom Pelletinstitut. Die Schilder vergleichen verschiedene Gerätetypen wie Öl-Brennwertheizungen mit Wärmepumpen oder Holzheizungen.

Auch ein Vergleich der Betriebskosten der verschiedenen Heizungsarten wird laut Dörschel mit der Energieeffizienzklasse kaum einfacher, denn die Heizkosten hängen stark von den Preisen für die verschiedenen Brennstoffe ab. Das Energielabel sagt auch nichts über die Emissionen von Luftschadstoffen und die Erhaltung entsprechender Grenzwerte aus. „Diese Grenzwerte werden erst 2020 mit der Ökodesign-Richtlinie definiert“, so Brandis. Trotzdem brauchen Hausbesitzer in Deutschland nicht zu befürchten, dass ihre neuen Heizanlagen den künftigen Anforderungen der EU nicht genügen könnten. „Hierzulande gilt die Verordnung über kleine und mittlere Feuerungsanlagen“, erklärt Langer. Sie ist auch bekannt als Bundes-Immissionsschutzverordnung. „Darin sind heute schon mindestens die gleichen, meist aber noch schärfere Umweltgrenzwerte festgeschrieben als in der Ökodesign-Richtlinie der EU.“

Das Energieeffizienzlabel ist eine zusätzliche Information. „Es ist nützlich, aber es ersetzt nicht die Planung vom Fachmann“, betont Energieberater Brandis. „Denn der Energieverbrauch einer Heizanlage hängt nicht nur vom verwendeten Heizkessel ab, sondern von verschiedenen Faktoren – zum Beispiel von der Größe des Gebäudes, der Wärmedämmung, dem Heizbedarf und nicht zuletzt von der Anlagenplanung.“ Jeder Bauherr sollte das genau von einem Experten durchrechnen lassen.

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