Kamin-Einbau : Gemütliche Wärme fürs Zuhause

Der Schornstein für einen nachträglich eingebauten Kamin kann wie hier an der Außenwand entlanggeführt werden.
Der Schornstein für einen nachträglich eingebauten Kamin kann wie hier an der Außenwand entlanggeführt werden.

Ein Ofen lässt sich nachrüsten, dabei sind aber viele Vorgaben und Regeln zu beachten.

svz.de von
17. Juni 2016, 21:00 Uhr

Für viele ist der Kamin ein Inbegriff für Behaglichkeit. Planen und umsetzen sollte man ihn in den kommenden Monaten – damit der Ofen rechtzeitig zur kalten Jahreszeit zum Einsatz kommen kann. Die am häufigsten gestellten Fragen rund um den Kamin:

Welche Öfen kann ich wählen? Der klassische offene Kamin ist selten geworden. Er ist zu ineffizient und darf nur zweimal pro Woche genutzt werden. Häufiger lasse es die 1. Bundesemissionsschutzverordnung nicht zu, sagt Tim Froitzheim vom Zentralverband Sanitär Heizung Klima. „Das ist nur ein reines Spaßfeuer für ab und zu.“ Einen höheren Wirkungsgrad haben Kaminöfen, geschlossene Heizkamine oder Kachelöfen. Kaminöfen und Heizkamine werden schnell warm und sorgen vor allem über Luftströme für die Wärme im Raum. „Der Raum ist rasch auf Temperatur, die Luft trocknet aber eher aus“, erläutert Froitzheim.

Kachelöfen wirken über Strahlungswärme. Sie fühlen sich häufig wärmer an als die Konvektionswärme der Kaminöfen und Heizkamine. Kombi-Öfen, eine Mischung aus Kachelofen und Heizkamin, geben warme Luft sowie Strahlungswärme ab und erwärmen auch schnell.

Wie gehe ich beim Nachrüsten vor? Stephan Langer, Sprecher des Bundesverbands des Schornsteinfegerhandwerks, rät künftigen Ofenbesitzern, den Schornsteinfeger vor Ort bereits zu Beginn in die Planungen einzubeziehen. Der kann etwa prüfen, ob ein schon vorhandener Schornstein für den geplanten Ofen ausgelegt ist. Oder Hinweise zur Positionierung des Ofens geben. „Sonst wird die Feuerstelle letztlich nicht abgenommen, und man kann nur Blumen hineinpflanzen“, sagt Langer. Beim Ofen-Kauf ist zu beachten: Die Anlage muss die Stufe zwei der 1. Bundesemissionsschutzverordnung erfüllen.

Wann ist ein vorhandener Schornstein brauchbar? Sein Querschnitt muss stimmen. Diesen Wert kann man sich beim Ofenkauf im Fachgeschäft oder vom Schornsteinfeger berechnen lassen. Auch die Höhe des Schornsteins spielt eine Rolle. Seit 2010 gilt, dass die Mündung so hoch aufragen muss, dass im Umkreis von 15 Metern kein Fenster auf gleicher Höhe oder darüber liegt. Häufig sei auch erforderlich, dass der Dachfirst um 40 Zentimeter überragt wird.

Welche Möglichkeiten habe ich, einen Schornstein nachzurüsten? Viele wollen keinen Schacht im Gebäude anlegen, sondern führen die Anlage an der Außenwand des Hauses entlang. Dafür muss aber durch die Hauswand ein Loch gebrochen werden. „Bei einem 15-Zentimeter-Ofenrohr kann dann eine zusätzliche Dämmung von 20 Zentimetern nötig werden“, sagt Langer.

Gibt es Vorgaben, wo der Ofen stehen darf? Der Standort ist nicht unbedingt eine Frage der Raumgröße. Meistens ist sie ausreichend, weiß Langer. „Zur Not wird mit Luftschlitzen in den Türen ein Raumluftverbund geschaffen.“ Problematischer sind luftabsaugende Geräte im gleichen Verbund, etwa eine Dunstabzugshaube oder ein Wäschetrockner mit Abluft-Technik. Dann kann es sein, dass nicht genug Luft für den Ofen zur Verfügung steht und Kohlenmonoxid entsteht. Darum ist hier ein Sicherungsmechanismus Pflicht. Das können ein Fensterkippschalter oder ein Differenzdruckschalter sein. Steht der Ofen auf Laminat oder anderen brennbaren Böden, muss eine Platte untergelegt werden, die links und rechts 30 sowie nach vorne 50 Zentimeter Raum von der Öffnung zum Feuerraum aus bedeckt.

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