Ungeziefer : Gefahr aus der Luft und am Boden

Spinnen, die  hierzulande in der Natur vorkommen, sind zwar nicht gefährlich. Doch viele Menschen ekeln sich vor ihnen. Foto: ddp
Spinnen, die hierzulande in der Natur vorkommen, sind zwar nicht gefährlich. Doch viele Menschen ekeln sich vor ihnen. Foto: ddp

Ungeziefer im und am Haus kann den schönsten Sommertag verderben. Wir geben daher Tipps, wie man lästiges Getier wieder loswerden kann.

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26. Juli 2008, 12:03 Uhr

Asseln
Asseln sind nicht schädlich, aber lästig. „Sie verwerten alte Nahrungsmittel oder Biostoffe“ erläutert Jens-Uwe Kühl, Bereichsleiter Schädlingsbekämpfung in der Firma „Der Bussard“ in Roggentin bei Rostock. Wichtigste Lebensgrundlage für Asseln ist aber Feuchtigkeit – legt man die befallenen Bereiche trocken, sterben sie ab oder wandern aus, so der Fachmann. Auch eine Bekämpfung mit Insektiziden ist möglich – „Wir würden das aber nur bei massivem Befall im Haus machen“, so Jens-Uwe Kühl.

Schaben
Schaben sind vor allem das Problem von Gastronomen – und von Mietern und Hausbesitzern in der Nähe befallener Restaurants oder Großküchen. Aber auch aus dem Urlaub in tropischen Ländern bringt man sich versehentlich mal einige Schaben mit dem Gepäck mit nach Hause. Der Ekel, den viele Menschen vor Schaben empfinden, ist berechtigt, denn sie halten sich auf Lebensmitteln ebenso auf wie im Fäkalbereich.

„Mit Hausmitteln ist gegen Schaben nichts zu machen“ betont Schädlingsbekämpfer Kühl. Für den Fachmann ist es allerdings relativ einfach, die Tiere zu beseitigen. Er führt zuvor eine Befallsermittlung mit giftfreien Klebefallen durch, „weil die Gefahrstoffverordnung den sparsamsten Einsatz von Chemikalien vorschreibt“, erläutert Jens-Uwe Kühl. Weil die Eier der Schaben gegen die eingesetzten Chemikalien resistent sind, muss die Behandlung nach einem bestimmten Zeitraum wiederholt werden. Für den Menschen sind die eingesetzten Mittel dagegen unschädlich, arbeitet der Schädlingsbekämpfer zum Beispiel mit Gelen, kann der Raum sofort wieder genutzt werden.
Im Mietshaus ist es übrigens Sache des Vermieters, den Schädlingsbekämpfer zu bestellen, denn der Vermieter hat dafür zu sorgen, dass die Wohnung in einem einwandfreien Zustand genutzt werden kann.

Spinnen
Von den über 38 000 weltweit bekannten Spinnenarten sind etwa 20 gefährlich für den Menschen. Keine davon lebt in Mitteleuropa. Doch auch wenn von heimischen Spinnen keine Gesundheitsgefährdung ausgeht, unangenehm sind sie vielen Menschen dennoch. „Spinnen sollten nicht getötet werden, weil sie sehr nützliche Tiere sind und Ungeziefer von Rosen, Obstbäumen und Gemüse fernhalten“, so Jens-Uwe Kühl. Wer die Tiere im Haus nicht leiden kann, sollte sie einfach einfangen und in den Garten bringen. Am einfachsten geht das, indem man ein Glas über die Spinne stülpt und dann eine Postkarte oder ähnliches darunter schiebt.

Neben der Beseitigung ist die Prävention wichtig: Potenzielle Schlupfwinkel lassen sich reduzieren, indem man Fugen und Risse verschließt und Papier- und andere Stapel regelmäßig entsorgt.
OhrkneiferOhrkneifer sind nützliche Blattlausjäger. Leider fressen sie aber auch manchmal an den feinen Blättern von Salaten oder den Blüten von Dahlien. Die kleinen beweglichen Tiere schätzen auch süßes Obst, allerdings nur, wenn es bereits beschädigt ist. Die Tierchen lassen sich leicht umquartieren: Dazu einen Tontopf mit Holzwolle, Heu oder Moos füllen und ihn mit einem Netz oder feinen Maschendraht überziehen.

Der Topf kann dann in den Beeten auf den Boden gestellt oder an einem Stab knapp über den befallenen Pflanzen aufgehängt werden. In der Regel sind die Ohrkneifer nach ein paar Tagen eingezogen und können dann in den frühen Morgenstunden samt ihrer Behausung in blattlausgeplagte Bereiche umquartiert werden.

Tauben
Tauben werden vor allem in großen Städten häufig auch als Ratten der Lüfte beschimpft, denn sie gelten als Krankheitsüberträger. Dass viele Menschen sie – unvernünftiger Weise – anfüttern, macht Tauben darüber hinaus zu einem hygienischen Problem. Die Gesundheitsgefährdung durch Tauben ist wissenschaftlich umstritten. betont Jens-Uwe Kühl. Was aus seiner Sicht aber wirklich bedenklich ist, ist die Übertragung von Taubenzecken auf den Menschen und die damit verbundenen Krankheiten und der Taubenkot: Er ist sehr aggressiv und greift Farben und Lacke an. Außerdem können durch Taubenkot Dachrinnen verstopft oder zerstört werden.

„Bekämpfen im eigentlichen Wortsinne darf man Tauben nicht, denn sie stehen wie alle Wirbeltiere unter besonderem Schutz“, erklärt Jens-Uwe Kühl. Was aber erlaubt ist, ist, sie zu vergrämen. Das heißt, man hält sie mit mechanischen Hilfsmitteln von ihren Sitzplätzen fern: Netze, Spanndrähte, Spikes oder mit Weidezäunen vergleichbare Elektrosysteme zählt der Fachmann als mögliche Hilfsmittel auf. Der Effekt wird nicht jeden freuen. „Die Tauben sind sehr standorttreu, sie werden also maximal bis zum Nachbarhaus weiterziehen.

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