Hilfe vom Profi : Für wen sich das Bauen mit einem Architekten eignet

Der Einsatz eines Architekten kann bei komplizierteren Vorhaben sinnvoll sein.
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Der Einsatz eines Architekten kann bei komplizierteren Vorhaben sinnvoll sein.

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06. Januar 2018, 05:00 Uhr

Nur noch wenige Einfamilienhäuser werden mit Hilfe eines Architekten gebaut. Die meisten Bauherren wählen ein Haus „von der Stange“, weil das bequemer und berechenbarer erscheint. „Der Bauherr sieht schon vorher, was er kauft. Und es wird in der Regel ein Festpreis vereinbart“, sagt Peter Burk vom Institut Bauen und Wohnen. Dabei kann die Zusammenarbeit mit einem Architekten durchaus Sinn machen – und muss nicht teurer sein. „Bei sehr komplizierten Grundstücken oder problematischem Baurecht ist ein erfahrener Architekt hilfreich.“ Umbauten, Modernisierungen und energetische Sanierungen sind ebenfalls bei erfahrenen Praktikern in guten Händen.

„Hausbesitzer sollten sich nicht scheuen, dafür einen Architekten zu beauftragen“, sagt auch Eva Reinhold-Postina vom Verband Privater Bauherren (VPB) in Berlin. Sind größere Eingriffe geplant, die Statik und Form des Hauses, Energietechnik oder baurechtliche Fragen berühren, ist ein Architekt notwendig. „Immer, wenn ein Bauantrag gestellt werden muss, braucht der Bauherr einen Bauvorlageberechtigten“, erklärt Christof Rose, Sprecher der Architektenkammer Nordrhein-Westfalen in Düsseldorf. „Das ist dann ein Architekt oder ein Bauingenieur.“ Der Architekt agiert als Sachwalter des Bauherrn. Er hat nicht nur kreative Aufgaben, sondern kümmert sich auch um baurechtliche Dinge wie Genehmigungen. „Je früher der Architekt einbezogen wird, umso besser“, findet Rose.

Bei Neubauten kann das bereits bei der Auswahl des Grundstücks geschehen. Es kostet den Bauherren aber Mühe, den richtigen Architekten zu finden. Reinhold-Postina empfiehlt, auf den Internetseiten der Architektenkammern nachzuschauen. Entscheidend ist schließlich der persönliche Kontakt: „Die Chemie muss stimmen“, sagt Burk. „Erst im Gespräch stellt sich heraus, ob Bauherr und Architekt zusammenpassen.“

Grundsätzlich werden Architekten nach der Honorarordnung für Architekten und Ingenieure (HOAI) bezahlt. „Die erste Kontaktaufnahme und ein unverbindliches Vorgespräch kosten in der Regel noch kein Geld. Sobald sich der Architekt aber ernsthaft mit dem Bauherrn, seinen Plänen und dem Grundstück befasst, kann und muss er sich Zeit und Know-how natürlich vergüten lassen“, betont Rose. Auch der Architekt braucht Sicherheit. Bevor er sich an die Arbeit macht, muss er wissen, dass seine Leistungen auch bezahlt werden. „Vor Vertragsabschluss vereinbart er mit dem Bauherrn ein Kostenlimit. Das darf dann nicht überschritten werden“, empfiehlt Reinhold-Postina.

Bauen mit einem Architekten hat den Ruf, experimentell und kostspielig zu sein. „Architektenhäuser sind oft etwas teurer, weil die Menschen, die sich so ein Haus bauen lassen, in der Regel großen Wert auf ihr Heim legen und auch einmal etwas Ungewöhnliches wagen“, sagt Reinhold-Postina. Aber auch mit vergleichsweise bescheidenem Budget lassen sich individuelle und eindrucksvolle Häuser bauen. „Das zeigen Architekturwettbewerbe um das schönste preiswerte Haus.“

Soll das Haus später barrierefrei nutzbar sein? Ist eine Einliegerwohnung nötig? Diese Fragen sind bei der Planung zu beachten. „Sie sollten Ihren Architekten über Ihre privaten Pläne informieren und gezielte Fragen stellen“, empfiehlt Burk.

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