Reinigungsmittel : Frühjahrsputz gegen Wintermief

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Mit dem Frühling kommt die Lust auf Sauberkeit: Doch bei der Möbelpflege ist Vorsicht geboten / Putzhilfen als Minijobber anmelden

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31. März 2014, 06:00 Uhr

252 Kilogramm Hausstaub entstehen täglich in deutschen Haushalten – rund 92 Tonnen im Jahr. Ein Großteil stammt von Hautschuppen. 45 000 Tonnen davon verlieren die Deutschen jährlich. Das entspricht ungefähr dem sechsfachen Gewicht des Eifelturms. Der Dreck lagert sich überall ab – auf Schränken, Polstermöbeln und Teppichen. Besonders über die Wintermonate hat sich einiges angesammelt, da die Wohnung oder das Haus wegen der niedrigen Außentemperaturen immer nur für kurze Zeit gelüftet wurden. Dazu kommen weitere Verunreinigungen wie Krümmel in der Sofaritze und Rückstände von Kosmetika und Raumspray auf den Möbeloberflächen. Doch damit ist jetzt Schluss. Der Frühling hält Einzug und mit ihm die Lust auf Sauberkeit. Der Kampf gegen den Wintermief ist eröffnet.

Dabei kommen auch allerlei Pflegeprodukte zum Einsatz. Aber Vorsicht! Falsch angewendet, können sie mehr schaden als nutzen. „Jedes Material benötigt sein spezielles Reinigungsmittel“, erklärt Lothar Knerr, IHK-Sachverständiger für Möbelpflege aus Lichtenfels in Bayern. Es gibt extra Produkte für Stücke mit Stoff, Mikrofasern, Glatt-, Rau- oder Kunstleder. Wer das falsche wählt, kann Schaden anrichten. Ein Ledermittel hinterlässt zum Beispiel auf der Kunstledercouch klebrige Flecken und schädigt das Material. „Grundsätzlich sollte man scharfe Chemikalien, Hitze und Dampf vermeiden“, sagt Kneer. Denn die Möbel reagieren darauf mit Dellen, Falten, Verfärbungen und Verhärtungen, oder der Lack platzt ab.

Besonders hochwertige Möbel aus Naturmaterialien sind empfindlich und dürfen nur mit den Produkten behandelt werden, die die Hersteller in der Pflegeanleitung empfehlen. Fehlt die Anleitung, sollten Verbraucher sich mit sanften Hausmitteln behelfen. Für Polstermöbel eignet sich zum Beispiel eine fett-, öl- und alkalifreie Naturseife, die ph-neutral ist.

Wichtig ist, nie nur den Fleck alleine zu behandeln. Es muss der gesamte Teil des Sofas gesäubert und danach mit destilliertem Wasser feucht nachgewischt werden, damit sich keine Ränder bilden. „Eine Imprägnierung ist nach der Reinigung nicht nötig“, erläutert Ursula Geismann vom Verband der Deutschen Möbelindustrie. Die Möbel sind in der Regel beim Hersteller imprägniert worden.

Für die Reinigung nutzen Verbaucher am besten feuchte, weiche Lappen wie Staub- oder Baumwolltücher. „Mikrofasertücher sind für Holz- und lackierte Möbel völlig fehl am Platz“, sagt Geismann. „Mit ihren feinen Fasern zerkratzen sie die Oberfläche der Möbel.“

Auf Sofas aus Glattleder sollten Verbraucher eine spezielle Pflegemilch oder einen Lederbalsam aufgetragen. „So bekommt das Leder wieder ein frisches Aussehen“, fügt Kerr hinzu. Holzmöbel sollten zudem geölt werden.

Frühjahrsputz ist aufwändig. Daher suchen immer mehr Menschen professionelle Unterstützung. Doch wer sich unter die Arme greifen lässt, sollte einige Regeln beachten. So sollte die Haushaltshilfe als Minijobber angemeldet sein, anderenfalls droht ein Bußgeld von bis zu 5000 Euro. Außerdem sind die Arbeitnehmer nur als angemeldete Minijobber offiziell unfallversichert, was die Arbeitgeber vor finanziellen Ansprüchen bei Arbeitsunfällen absichert, informiert Dr. Wolfgnag Buschfort von der Minijob-Zentrale in Bochum. „Zusätzlich winken Steuervorteile. 20 Prozent der Kosten für die Putzhilfe – bis zu 510 Euro im Jahr – lassen sich von der Steuer absetzen“, erklärt er. Entsprechende Formulare finden Verbraucher im Internet unter www.minijob-zentrale.de.

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