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Löcher in Hauswand verschließen : Er dachte, es sei ein Baum

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Spechte verwechseln Hauswände manchmal mit dicken Stämmen. Löcher müssen verschlossen werden.

svz.de von
erstellt am 24.Dez.2015 | 13:10 Uhr

Spechte sind manchmal verwirrt. Denn sie verwechseln Hauswände mit Bäumen und versuchen, sich durch Putz und Wärmedämmung zu klopfen und ihre Höhlen dort zu zimmern. Gerade im Winter können die Löcher für schlimme Folgeschäden sorgen: Durch jede Art von Lücke im Putz dringt Feuchtigkeit in das Mauerwerk ein, erklärt der Landesbund für Vogelschutz in Bayern. Dann kann es Wasserschäden geben oder Schimmel bildet sich.

Besonders betroffen sind wärmegedämmte Gebäude. Der Vogel kann hier besser eine richtige Höhle bauen als nur in Putz und Mauerwerk. Er räumt dafür das Dämmmaterial aus. Hier sind aber auch die Folgen schlimmer: Dringt Feuchtigkeit in das Dämmmaterial ein, verliert diese ihre dämmende Eigenschaft, erklärt der LBV. Die Höhlen müssen also dringend verschlossen werden.

Allerdings stehen alle Wildvögel unter Naturschutz. Das bedeutet: Sie dürfen nicht getötet, verletzt oder gefangen werden. Und ihre Niststätten dürfen nicht zerstört oder die Tiere bei der Brut gestört werden. Spechte brüten zwischen April und August, aber auch andere Vögel wie Sperlinge, Meisen, Kleiber, Stare oder Mauersegler sowie Fledermäuse können die Höhlen danach beziehen und nutzen. Eine Reparatur ist daher außerhalb der Brutzeit am besten möglich.

Doch: Ist die Reparatur früher nötig, erteilen Naturschutzbehörden auch Genehmigungen, erklärt der LBV. Um zu vermeiden, dass der Specht im Frühjahr eine neue Höhle in die Wand baut, können Hausbesitzer bewegliche Lichtreflexe nutzen, etwa durch aufgehängte CDs, Flatterbänder, Spiegelstücke oder Wimpelleinen.

Wer einen Vogel an der Fassade sieht, sollte ihn durch lautes Klatschen, Trommeln, Pfeifen oder Wedeln mit Tüchern vertreiben.

Vogelscheuchen haben nur direkt an der Stelle eine abschreckende Wirkung, nicht aber entlang der ganzen Hausfassade. Auch die oft verwendeten Vogel-Attrappen – meist Uhu, Sperber und Habicht als natürliche Feindbilder – sind nur bedingt eine Lösung: Sitzt der Plastikvogel tagelang am selben Fleck, merkt der Specht das und erkennt ihn nicht mehr als Gefahr an. Und irgendwann gewöhnen sich Spechte auch an alle Abwehrmaßnahmen, betont der Landesbund für Vogelschutz.

Eine gute Wirkung haben dünne Metallbleche an den Hausecken und eine begrünte Fassade. Auch straff gespannte Drahtnetze mit feinen Maschen an den Fassaden sind laut LBV eine Möglichkeit. Der Naturschutzbund Deutschland (Nabu) rät davon ab, denn hängen Netze schlaff durch, können sie zur Todesfalle werden.

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