Wohnen : Ein Bauberater gibt Hausherren in spe Sicherheit

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27. März 2015, 15:46 Uhr

Die Dämmung ist nicht stark genug, der Putz wurde nicht gleichmäßig aufgebracht – vieles kann beim Hausbau schiefgehen. Für Laien ist es schwer zu überprüfen, ob die Baufirma alle Arbeiten korrekt ausführt. Viele Bauherren holen sich daher Hilfe von einem Bauberater, der unabhängig von der Baufirma arbeitet.

>Welche Arbeiten übernimmt ein Baubegleiter? Er sichtet die Arbeiten, koordiniert den Terminablauf der einzelnen Gewerke und checkt die Rechnungen. „Er prüft, ob all das verbaut wurde, was auch vertraglich vereinbart wurde“, erklärt Corinna Kodim vom Verband Haus & Grund Deutschland. „Im Idealfall begleitet er den Bau von der Bodenplatte bis zur Abnahme“, ergänzt Heike Böhmer von Institut für Bauforschung in Hannover.

>Wann beauftragt man den Experten? Am besten mit der Unterzeichnung des Vertrags, empfiehlt Böhmer. Kodim rät sogar, im Idealfall einen Baubegleiter spätestens hinzuzuziehen, wenn man sich für eine Firma entschieden hat. So betreut er den Bau von Anfang an. „Denn besonders die Bauteile, die unter Putz oder Estrich verschwinden – wie die Rohrleitungen und Kabel – kann man später nicht mehr auf Qualität überprüfen.“ Das gilt aber eigentlich für alle Arbeiten. Daher ist es sinnlos, den Gutachter erst kurz vor der Abnahme zu holen, sagt Böhmer. Der Berater sollte jeweils zu Arbeitsbeginn eines Gewerks vor Ort sein. Insgesamt sind mindestens acht Baustellenbesuche gut, damit der Baubegleiter eine realistische Chance hat, mögliche Mängel festzustellen.

>Wie findet man einen geeigneten Experten? Bauüberwacher sind in der Regel Ingenieure oder Architekten, viele arbeiten als Baugutachter. Wählen sollten Bauherren einen Baubegleiter aus dem eigenen Bundesland. „Der kennt die hiesigen Vorschriften – die können von Bundesland zu Bundesland verschieden sein.“ Was kostet das? Die Bezahlung regelt die Honorarliste für Architekten und Ingenieure (HOAI). In der Regel sind es 1,0 bis 2,5 Prozent der Bausumme. Bei 200  000 Euro müssen also je nach Betreuungsaufwand 2000 bis 5000 Euro eingeplant werden.

>Für wen empfiehlt sich eine unabhängige Baubegleitung? Sie macht sowohl für die Bauherren als auch für die Planer und Ausführenden Sinn, sagt Böhmer. Der Vorteil der Baubegleitung: Man entdeckt Mängel früher. Und je früher man Mängel findet, desto einfacher und kostengünstiger ist es, sie auszumerzen und damit Schäden von vornherein zu vermeiden, erklärt Böhmer. „Nur wenn man selbst sehr baukundig ist, kann man darauf verzichten“, findet Kodim.

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