Defekte Heizungen : Die unsichtbare Gefahr

Wie gefährlich sind Heizungen? Defekte Anlagen können Kohlenmonoxidvergiftungen verursachen. Ektronische Melder können bei Gefahr Alarm schlagen.
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Wie gefährlich sind Heizungen? Defekte Anlagen können Kohlenmonoxidvergiftungen verursachen. Ektronische Melder können bei Gefahr Alarm schlagen.

Defekte Heizungen können Kohlenmonoxid verströmen. Was tun, wenn Gas austritt?

svz.de von
10. Januar 2018, 12:00 Uhr

Kohlenmonoxid (CO) ist farb-, geruch- und geschmacklos – und tödlich. In Deutschland sterben jährlich rund 500 Menschen an den Folgen einer CO-Vergiftung. Hinzu kommen mehrere Tausend Verletzte. Das giftige Gas entsteht durch eine unvollständige Verbrennung von Kohlenstoff in Energieträgern wie Holz, Kohle, Öl oder Gas. Gefährlich wird es, wenn bei der Verbrennung nicht genügend Sauerstoff zur Verfügung steht oder Heizungsanlagen, Öfen oder Abgasrohre defekt sind. Typische Situationen sind das Grillen in geschlossenen Räumen oder das Vogelnest im Schornstein.

Was viele nicht wissen, auch beim Lagern von Pellets kann Kohlenmonoxid freigesetzt werden“, erklärt Jens Wagener, Pressesprecher des Landesinnungsverbandes für das Schornsteinfegerhandwerk Niedersachsen. Das Gas entstehe bei der Herstellung der gepressten Späne. Das Bundesamt für Risikobewertung empfiehlt, nicht mehr als einen großen Müllsack mit frischen Pellets in einem Raum aufzubewahren. Große Lagerräume sollten eine permanent offene Zuluft aus dem Freien haben.

Kohlenmonoxid ist leichter als Luft und dringt wegen seiner geringen Molekülgröße problemlos durch Decken und Wände. Es breitet sich schnell im ganzen Raum und in der Wohnung aus. „Ohne Begleiterscheinungen wie Flammen oder Rauch nehmen Menschen das Gas aber überhaupt nicht wahr“, erklärt Dietrich Bettenbrock, Leiter der Berufsfeuerwehr Osnabrück.

Das giftige Gas gelangt über die Atmung in den Körper und bindet sich an den Blutfarbstoff Hämoglobin, bis zu 300-mal stärker als Sauerstoff. Es kommt zu einem massiven Sauerstoffmangel im Blut, in den Organen, im Gehirn und im Gewebe. Die Symptome reichen von Kopfschmerzen, Müdigkeit, Übelkeit und schwindel über Lähmungserscheinungen bis hin zur Bewusstlosigkeit. Bereits geringe Mengen können lebensgefährlich sein, hohe Konzentrationen können innerhalb weniger Sekunden zum Tod führen.

„Man sollte jetzt aber nicht grundsätzlich in Panik verfallen“, sagt Wagener. Von einer ordnungsgemäß installierten und gewarteten Heizung gehe keine Gefahr aus. Er empfiehlt zudem CO-Melder. Diese funktionieren ähnlich wie Rauchmelder und warnen mit einem akustischen Signal vor einer gefährlichen Gaskonzentration. CO-Melder sind ab 20 Euro im Baumarkt erhältlich.

Sollten bedenkliche Werte oder Symptome auftreten, sollten sofort Fenster und Türen geöffnet, der Raum verlassen und die Feuerwehr alarmiert werden. Rechtzeitig erkannt, wird eine CO-Vergiftung mit reinem Sauerstoff über eine Atemmaske behandelt. Bei stärkeren Beschwerden wird der Sauerstoff in einer Überdruckkammer verabreicht. Überlebende leiden häufig an Schäden des Herz- und Nervensystems.

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