Möbelmesse IMM Cologne : Die Innovation steckt im Detail

Heitere Farben, grafische Muster und der Esstisch als Möbel des Jahres im Mittelpunkt – so präsentieren Möbeldesigner auf der IMM Cologne Wohnideen für 2016. Der Tisch als Treffpunkt ist Trendmöbel der digitalen und kosmopolitischen Generation.
Heitere Farben, grafische Muster und der Esstisch als Möbel des Jahres im Mittelpunkt – so präsentieren Möbeldesigner auf der IMM Cologne Wohnideen für 2016. Der Tisch als Treffpunkt ist Trendmöbel der digitalen und kosmopolitischen Generation.

Oft sind es die kleinen Dinge, die ein Möbel liebenswert machen. Auf der Möbelmesse IMM Cologne werden solche Ideen gezeigt.

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23. Januar 2016, 16:00 Uhr

Sind grüne Sofas 2016 im Trend? Kommt die Farbe Rot in Mode oder werden Stühle voluminöser? Dies sollte sich auf der IMM Cologne in Köln zeigen, die morgen endet. Aber wirkliche Revolutionen hat die Möbelbranche derzeit nicht zu bieten. Letztlich ist die Zeit der großen Trends wohl ohnehin vorbei. Ein Megatrend sei nämlich die Individualisierung der Einrichtung, schreibt der Verband der Deutschen Möbelindustrie in einem aktuellen Trendbericht. „Es gibt nicht mehr die eine Hauptrichtung“, sagt auch IMM-Sprecher Markus Majerus. Was also hat die größte deutsche Einrichtungsmesse gezeigt?

>Besser: Viele Neuheiten haben nichts mit der Optik zu tun. „Die Möbelhersteller sind innovativ in den Details“, sagt Ursula Geismann. So werden etwa Beschläge immer besser. „Oberflächen sind nicht mehr so empfindlich gegenüber Fingerabdrücken“. Und Bezugsstoffe für Sofa und Stühle werden immer robuster. „Man kann einen weißen Bezug nehmen und muss nicht Angst haben, dass er nach zwei Wochen dreckig ist“, berichtet die Expertin. „Es geht den Designern um komfortables Wohnen durch größtmögliche Unterstützung der Möbel selbst.“

>Gemütlich: Flauschige Kissen, warme Farben, sanfte Materialien und Formen sind schon seit ein paar Saisons der Zug, auf den immer mehr Einrichtungsfirmen aufspringen. Und auch 2016 wird eines der oft gehörten Schlagworte auf der Messe sein: Gemütlichkeit, wahlweise sogar „die deutsche Gemütlichkeit“. Das heißt im Grunde: „Wir sind ganz weg von kühlen, zurückhaltenden Sachen“, erklärt Geismann.

Daneben wird wieder mehr Wert auf Dekorationen im Raum gelegt – Purismus ist definitiv out. So wird der Käufer auch diese nicht unbekannte Designidee noch häufiger im Handel finden: Möbel und Wohnaccessoires mit einer Geschichte – wenn auch keine konkrete. Es reicht schon, wenn ihr Besitzer sagen kann, dieser Bilderrahmen besteht aus alten Schiffsplanken aus Indonesien. Oder dieser Tisch entstand aus altem Bauholz – mitsamt sichtbarer Gebrauchsspuren. Aber: Parallel zur Gemütlichkeit werden Möbel immer kleiner und wirken auch luftiger und leichter.

> Schlau: „Das Telefon nimmt immer mehr Raum ein, auch wenn wir über das Wohnen sprechen“, sagt IMM-Sprecher Majerus. Und in der Tat, das Smart Home – das schlaue Haus – ist ein im Moment fast schon gebetsmühlenartig verwendeter Begriff der Branche. Lichter, Rollläden, Heizungen und sogar Küchengeräte werden vernetzt und online aus der Ferne steuerbar. Die immer stärkere Einbindung der Kommunikationsgeräte geht auch an den Möbeln nicht spurlos vorbei: Kommoden bekommen eine integrierte Dockingstation zum Aufladen, Sideboards integrieren unauffällig einen Fernseher.

>Überholt: Schon seit ein paar Saisons bringen Möbelunternehmen alte Klassiker wieder auf den Markt. Manchmal werden diese Re-Editionen auch ein wenig den modernen Zeiten angepasst, erklärt Majerus. Das müssen aber nicht mal wirklich alte Klassiker sein. Die Hersteller bedienen sich auch schon an Möbeln aus den 90er-Jahren. Sofas aus dieser Zeit werden zur IMM neu aufgelegt mit an die heutigen Bedürfnisse angepassten Proportionen von Sitz und Rückenlehne.

Oder es werden Möbel im Stil des Altbekannten nachgebaut – nach einem kurzen Ausflug in die 60er und 70er Jahre sehen Trendexperten wie Katharina Semling nun die 50er mit Cocktailsessel und grafischen Mustern verstärkt im Kommen, wobei sich Möbel und Einrichtungsaccessoires dieser Jahrzehnte in der Wohnung vermischen dürfen.

„In meiner Welt fließt alles ineinander“, sagt Semling. Es ist ja nicht so, als hätte man früher auch ständig die komplette Einrichtung ausgetauscht.

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