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Bauen & Wohnen

20. Oktober 2017 | 03:45 Uhr

Schimmel : Die dunkle Seite des Winters

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

An Zimmerecken oder in den Fensternischen fallen sie als Erstes auf: Schimmelpilze. Wie beugen Bewohner richtig vor?

Schimmel im Haus ist nicht nur ein optisches Problem. Die Pilzsporen können sich tief im Gemäuer einnisten und die Gesundheit gefährden. Besonders im Winter ist Vorsorge nötig, damit sich die lästigen Pilze nicht einnisten.

Wie lässt sich Schimmel beseitigen?

„Kleine Stellen bis zu einem halben Quadratmeter Größe können mit einem normalen Reinigungsmittel entfernt werden“, erklärt Kerttu Valtanen vom Umweltbundesamt. Das trifft auf Fugen und Silikon in der Dusche zu. Schwarze Stellen sind dort zwar unschön, aber kaum gefährlich, wenn sie umgehend beseitigt werden. „Größere Oberflächenschäden und vor allem einen tieferen Befall sollte man aber besser in die Hände eines Fachmanns geben. Denn es ist wichtig, die Ursachen zu beseitigen, damit der Schimmel nicht wiederkommt.“

Wo siedelt sich Schimmel häufig an?

Die Pilze lieben es feucht und warm. „In Bad und Küche, aber auch im Schlafzimmer wird viel Feuchtigkeit produziert“, erklärt Alexander Lyssoudis von der Bayerischen Ingenieurekammer Bau. „Wird die nicht regelmäßig und vollständig herausgelüftet, setzt sie sich an kalten Oberflächen ab, und es kann Schimmel entstehen.“ Aber auch bauphysikalisch kritische Bereiche wie Fensteranschlüsse oder Außenecken von Gebäuden sind für Schimmelbefall prädestiniert. Kühle Außenwände und Bereiche, an denen wenig Luft zirkuliert, wie beispielsweise hinter Schränken und Regalen, sind ebenfalls gefährdet.

Welche Gesundheitsgefahren gibt es?

„Schimmelpilze können Allergien auslösen“, erklärt Valtanen. „Bei Aufenthalt in mit Schimmel befallenen Räumen sind vor allem Asthmatiker gefährdet.“ Das Gesundheitsproblem sei nicht zu unterschätzen: 15 Prozent der deutschen Wohnungen haben einen sichtbaren Befall. Dazu kommen verdeckte Schäden, etwa in Hohlwänden oder im Fußboden, die oft lange unbemerkt bleiben.

Wie lässt sich Schimmelbefall verhindern?

Häufig entsteht er durch falsches Verhalten – zu wenig heizen, zu selten lüften. „Am wirksamsten ist die Stoßlüftung, um die gesamte feuchte Luft aus dem Haus zu bekommen“, rät Lyssoudis. Auch zu langes Lüften wäre falsch. Dann kühlen Räume bei niedrigen Außentemperaturen so stark aus, dass warme Heizungsluft an den Wänden kondensiert.

Wie lüfte ich denn richtig?

„Am besten ist es, mehrmals kurz stoßzulüften, bis die gesamte feuchte Luft ausgetauscht ist“, erklärt Alexander Lyssoudis.

Falsch wäre dagegen, Fenster über längere Zeit gekippt zu halten. „Dann besteht die Gefahr, dass die Innenwände der benachbarten Räume so auskühlen, dass sich dort Feuchtigkeit absetzt. Das ist besonders bei Schlafzimmern ein Thema, in denen auch im Winter bei leicht geöffneten Fenstern geschlafen wird. Da wundern sich die Leute immer, wenn im benachbarten Wohnzimmer Schimmel entsteht.“

Betrifft das Problem nur Altbauten?

Auch sehr gut gedämmte Häuser sind anfällig für Schimmel, weil der Luftaustausch nicht mehr von selbst funktioniert. „Die Gebäude sind heute 30-mal dichter als früher“, erklärt Udo Schumacher-Ritz, Vorsitzender des Vereins zur Qualitäts-Controlle am Bau. „Allein durch manuelles Lüften lässt sich der Luftaustausch nicht mehr bewerkstelligen.“

Und oft seien Wärmebrücken schuld. Besteht eine Wand etwa aus unterschiedlichen Materialien wie Beton und Stein, hat der Beton eine geringere Oberflächentemperatur als der hochdämmende Stein. Dann setzt sich die Feuchtigkeit an den kälteren Stellen ab.

Autorin: Katja Fischer

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