Solide statt Extravagant : Der große Traum vom Eigenheim

Der Kreditvertrag für den Traum vom Eigenheim ist schnell unterschrieben. Er bindet den Hausherrn jedoch für viele Jahre.
Der Kreditvertrag für den Traum vom Eigenheim ist schnell unterschrieben. Er bindet den Hausherrn jedoch für viele Jahre.

Die Deutschen zieht es nach wie vor in das eigene gemütliche Häuschen . Solidität statt Extravaganz lautet die Devise.

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14. November 2015, 16:00 Uhr

Das Einfamilienhaus im Grünen bleibt der Deutschen größter Traum. Das ergaben jetzt zwei unabhängige, repräsentative Studien. Dabei träumen die Deutschen nicht von extravaganten Häusern, „solide“ lautet das Stichwort. Das sind die Kernaussagen der Studien des Lotto-Anbieters Tipp24 sowie des Baufinanzierers Interhyp.

Die eigenen vier Wände sind unangefochtene Nummer eins der Traumimmobilien: Im Falle eines Lottogewinns würde sich ein Drittel der Deutschen ein Einfamilienhaus zulegen. Dahinter folgen ein alter Bauernhof auf dem Land (15,2 Prozent) und die Eigentumswohnung in der Stadt (14,2 Prozent). Die Villa schafft es nur auf Platz vier.

Bei der Wahl der Traum-Immobilie sind sich die Geschlechter sogar einig. Mit je rund 33 Prozent würden sowohl die Damen als auch die Herren ihren Gewinn mehrheitlich in ein Einfamilienhaus investieren. Hinsichtlich der zweitbeliebtesten Immobilie gehen die Meinungen jedoch auseinander. Frauen könnten sich mit 17,5 Prozent am ehesten vorstellen, mit dem gewonnen Geld einen alten Hof zu ihrem neuen Heim zu machen. Männer bleiben dagegen lieber im Trubel: Etwa 17 Prozent sprechen sich für eine Eigentumswohnung in der Innenstadt aus.

Luxus zieht wiederum bei beiden Geschlechtern nicht richtig. Nur zehn Prozent der männlichen und 9,4 Prozent der weiblichen Befragten würden sich eine Villa kaufen. Im Stil von Udo Lindenberg dauerhaft eine Suite im Hotel zu belegen ist trotz Zimmerservice für alle Teilnehmer die unattraktivste Version. Lediglich 1,2 Prozent der Deutschen quartierten sich dort ein.

Die Deutschen sind Häuslebauer – nirgendwo zeigt sich das so stark wie in Rheinland-Pfalz. Rund 55 Prozent der dortigen Befragten setzen auf das Einfamilienhaus. Auch in Sachsen-Anhalt ist es für die Hälfte der Teilnehmer das Non-Plus-Ultra, in Brandenburg noch für fast 45 Prozent. In Schleswig-Holstein und Thüringen finden sich die Fans des idyllischen Landlebens. Rund 23 beziehungsweise 24 Prozent der befragten Einwohner würden ihren Lotto-Reichtum für einen alten Bauernhof auf dem Land nutzen. Berliner hingegen haben mit ländlicher Idylle nicht so viel am Hut, die meisten – ein Drittel – würde es sich in einer schmucken Eigentumswohnung in der City gemütlich machen.

Ganz ähnlich schlägt das Herz der Hamburger. Nach dem Bestseller Einfamilienhaus ist die Eigentumswohnung aus Sicht eines Viertels der Hanseaten Favorit Nummer zwei – gefolgt vom Penthouse an dritter Stelle.

Auch in ihren sonstigen Vorstellungen von der Traumimmobilie bleiben die Deutschen traditionell und bodenständig, bestätigt die Wohnraumstudie 2015 von Interhyp. Wo soll die Immobilie am liebsten stehen? Am häufigsten nennen die Bundesbürger daraufhin die suburbane Lage in einer ruhigen, familienfreundlichen Wohnsiedlung.

Sollen die Deutschen ihr ideales Zuhause beschreiben, wählen sie am häufigsten die Adjektive hell (61 Prozent) und praktisch (59 Prozent). Auch ordentlich (43 Prozent), bodenständig (41 Prozent) und solide (39 Prozent) werden häufig genannt. Außerdem träumen die Menschen von ausreichendem Entfaltungsspielraum: Acht von zehn Bundesbürgern (79 Prozent) wünschen sich eine Wohnfläche von 100 Quadratmetern oder mehr. Leben Kinder im Haushalt, wären sogar 155 Quadratmeter optimal. Hier klaffen Wunsch und Wirklichkeit auseinander, denn lediglich 39 Prozent der Bundesbürger können über eine Fläche von mindestens 100 Quadratmetern verfügen.

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