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Bauen & Wohnen

25. November 2017 | 05:07 Uhr

Wohnen : Das Haus richtig herausputzen

vom
Aus der Onlineredaktion

Aufräumen, Streichen und Accessoires geschickt einsetzen: Wie Verkäufer die Wirkung ihrer Immobilie verbessern können.

svz.de von
erstellt am 21.Okt.2017 | 16:00 Uhr

Der erste Eindruck zählt. Wer sein Haus verkaufen möchte, sollte deshalb überlegen, wie es auf den potenziellen Käufer wirkt. Die Ausstattung der Räume, persönliche Gegenstände und Dekorationen wirken vielleicht wohnlich, können das Bild aber auch verfälschen. Und vollgestellte Zimmer erscheinen oft viel kleiner, als sie sind. „Es ist ratsam, vor dem ersten Besichtigungstermin alle unnötigen Sachen aus dem Weg zu räumen“, sagt Eva Neumann von Haus & Grund Deutschland. „Je neutraler das Haus präsentiert wird, desto leichter fällt es den Interessenten, es sich nach dem eigenen Geschmack eingerichtet vorzustellen.“

Es kann sich auszahlen, das Haus optisch aufzuwerten, bevor die Kaufinteressenten kommen. Frische Farben, moderne Gardinen, Pflanzen, vielleicht sogar neue Küchenfronten wirken Wunder. „Damit lassen sich viele ältere Häuser schneller und zu einem besseren Preis verkaufen“, weiß Sun Jensch, Geschäftsführerin des Immobilienverbandes Deutschland (IVD). Viel Geld zu investieren, in der Hoffnung, den Verkaufspreis damit zu erhöhen, kann aber auch nach hinten losgehen. „Klar ist es schön, ein saniertes Bad zu präsentieren“, sagt Neumann. „Aber wenn der Kaufinteressent blaue Fliesen den grünen vorgezogen oder statt einer Wanne lieber eine Dusche hätte, geht die Rechnung nicht auf.“

Um herauszufinden, wo sich etwas verändern lässt, sollte der Verkäufer versuchen, das Gebäude mit Distanz zu betrachten. „Man muss sich klarmachen, dass das Haus nun ein Verkaufsobjekt ist, das mit anderen Immobilien auf dem Markt konkurriert“, erklärt Christina Wellhausen von der Deutschen Gesellschaft für Home Staging und Redesign. Home Stager beraten Hausverkäufer bei der Präsentation ihrer Immobilie und richten Gebäude für den Verkauf optimal her. Wer den neutralen Blick von außen sucht, kann Freunde und Bekannte bitten, das Haus aus der Besucherperspektive zu begehen. Damit lässt sich Betriebsblindheit überwinden.

„Überquellende Mülltonnen vor dem Hauseingang, Blumenkübel mit vertrockneten Pflanzen, der Gartenschlauch quer über dem Weg oder defekte Gehwegplatten machen keinen guten Eindruck“, zählt Neumann auf. Ebenso wie Staub, Schmutz und Spinnweben in Kellern und Abstellräumen oder ungeputzte Fenster.

Aktuell wechseln viele Häuser aus den 1960er und 1970er Jahren die Besitzer. Diese Immobilien jüngeren Interessenten schmackhaft zu machen, ist nicht einfach. „Viele solcher Wohnungen sind vollgestellt mit dunklen schweren Möbeln“, so Jensch. „Bad und Küche sind abgenutzt, es besteht Renovierungsbedarf. Das schreckt Käufer erst einmal ab.“

Das Home Staging, das professionelle Herrichten des Gebäudes nur für den Verkauf, soll diese Fantasie anregen. Wellhausen: „Natürlich ersetzt die Immobilienpräsentation nicht die Modernisierung des Hauses und sagt nichts über seine inneren Werte.“

Zur optimalen Verkaufsvorbereitung gehört für Besitzer daher auch, wichtige Unterlagen über den technischen Zustand zusammenzustellen: Angaben zur Höhe der Energiekosten, Pläne und Grundrisse der Immobilie, Wartungsverträge und Rechnungen über Sanierungsmaßnahmen. „So belegen die Eigentümer, dass sie sich um das Haus gekümmert haben und es gut in Schuss ist“, sagt Neumann.

Tipps für die Präsentation

PLATZ SCHAFFEN „Käufer suchen Platz zum Leben“, sagt  Home Stagerin Christina Wellhausen. Das Haus wirkt großzügiger, wenn alles Unnütze aussortiert wird. Das gilt besonders für wuchtige Möbel.
FRISCHE FARBEN Die wichtigsten Räume wie Wohn- und Esszimmer, Küche und Flur sollten neutral und möglichst hell gestrichen sein. Das lässt sie größer erscheinen.
ORDNUNG UND SAUBERKEIT Unordnung und Schmutz sollten beseitigt werden. Kaufinteressenten schauen auch in abgelegene Ecken, in Keller und Abstellräume. Wichtig ist ein einladender, heller Eingangsbereich.
NICHT ZU  PERSÖNLICH Dekorationen und Accessoires erzeugen ein behagliches Ambiente. Aber sie sollten nicht zu persönlich sein. Besser als Familienfotos oder Nippes sind neutrale Gegenstände.
ACCESSOIRES EINSETZEN Moderne Kissenbezüge, eine Tagesdecke auf dem Sofa, neue Griffe an den Küchenschränken, Bilder und Spiegel, schöne Lampen sorgen für einen frischen Look.

 

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