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Bauen & Wohnen

23. November 2017 | 04:59 Uhr

Fertighäuser : Bauen im Zeitraffer

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Schneller zum Eigenheim geht es nicht und doch vergeht von der Ideenfindung bis zum Einzug aber meist ein Jahr.

svz.de von
erstellt am 30.Mai.2015 | 09:00 Uhr

Mit dem Fertighaus kommt man schnell in seine eigenen vier Wände – zumindest der Rohbau entsteht in zwei Tagen. Aber davor steht eine intensive Planung. Denn die Zeiten vorgefertigter Ware von der Stange sind lange vorbei, es gibt viele Entscheidungen zu treffen. Zudem muss hinterher Zeit zum Innenausbau bleibt.

Dieser läuft wie bei jedem anderen Bauprojekt auch. Es sollten zwei Monate dafür eingeplant werden. Doch die eigentliche Bauphase ist nur die Spitze des Eisberges: Ein blitzschnell hochgezogenes Haus braucht besondere Sorgfalt bei der Vorbereitung der Arbeiten. Experten rechnen, dass von der Ideenfindung bis zum Einzug in ein Fertighaus daher mindestens ein Jahr vergeht.

„Die meisten Fertighäuser kommen heute nicht mehr von der Stange“, stellt Christoph Windscheif vom Bundesverband Deutscher Fertigbau in Bad Honnef bei Bonn klar. Statt sich ein Haus aus der Musterhausausstellung auszusuchen und entsprechend dem eigenen Bedarf abzuwandeln, werden Fertighäuser individuell geplant. „Es sind Hunderte Entscheidungen zu treffen, von der Größe der Wohnfläche über die verwendeten Materialien bis zur Haustechnik und dem Energiekonzept“, sagt der Experte.

Bauherren sollten einen Fest- oder Pauschalpreis mit dem Unternehmen vereinbaren, empfiehlt Werner Klein von der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg. „Das gibt ihnen Sicherheit, denn sie zahlen nur das, was in der Baubeschreibung steht und an zusätzlichen oder wegfallenden Leistungen vertraglich festgehalten wurde.“ Was das genau ist, müssen sie recherchieren, denn oft sind wichtige Dinge wie der Keller oder die Bodenplatte nicht im Vertrag enthalten. „Dann sind die Bauherren selbst in der Pflicht, dies zu verhandeln und in vertraglich trockene Tücher zu bringen“, betont Klein.

Auch in diesen Fällen empfiehlt er, Keller oder Bodenplatte von der Fertighausfirma errichten zu lassen. „Die planerische Verantwortung dafür, dass alles passt und auch die rechtliche Gewährleistung für das komplette Haus liegen dann in einer Hand.“

Aber dem Bauherren fallen womöglich noch weitere Aufgaben zu. „Oftmals sind Nebenarbeiten nötig, zum Beispiel das Einholen der Baugenehmigung oder ein Bodengutachten“, erklärt Eva Reinhold-Postina vom Verband Privater Bauherren. „Also muss der Bauherr dafür sorgen, dass sie in den Vertrag aufgenommen werden.“

„Wichtig ist auch, den Zahlungsplan zu überprüfen“, empfiehlt Reinhold-Postina. Fertighausanbieter dürfen von ihren Kunden vor Baubeginn eine Bankbürgschaft oder eine andere Sicherheit über den endgültigen Kaufpreis verlangen – und zwar bis zu 100 Prozent. Das geht aus einem Urteil des Bundesgerichtshofs hervor. Dieser begründet das damit, dass Fertighausfirmen mit hohen Summen in Vorleistung gehen, weil sie die die Bauteile industriell vorproduzieren.

„Auftraggeber, deren Vertrag solche Forderungen enthält, sollten während der Vertragsverhandlungen versuchen, diese Sicherheitsleistungen deutlich zu reduzieren“, rät Reinhold-Postina. 

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