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Musterparks : Auf Suche nach dem Traumhaus

vom
Aus der Onlineredaktion

Hersteller von Fertighäusern zeigen, was sie können. Es sind Orte für Lebensträume, aber auch der Ernüchterung

Gesucht wird hier nicht weniger als ein Lebenstraum: In der Fertighaus-Welt Günzburg in Süddeutschland stehen 19 schicke neue Häuser. Saubere Fußwege verbinden sie, in ihrer Mitte plätschert das Wasser eines Teichs. Es gibt ebenerdige Bungalows, moderne Landhäuser, elegante Stadtvillen. Sie sind eingerichtet mit Küchenmöbeln und Sofa, Bilder an den Wänden und Gardinen an den Fenstern. Doch niemand lebt in diesen Häusern.

Inmitten solcher Musterhäuser des Fertigbaus beginnt für viele Menschen der Traum vom Hausbau. Viele Anbieter haben eigene Parks mit solchen Häusern. Dazu gibt es 17 Standorte in Deutschland mit mehreren Baufirmen – fünf dieser Parks betreibt der Bundesverband Deutscher Fertigbau selbst.

Die Frage, die Vertreter der Firmen in der Schau eigenem Vernehmen nach sehr oft hören: „Was kostet das Haus, so wie es hier steht?“ Andreas Hammer, Fachberater des Ausstellers Talbau-Haus, antwortet dann gerne: „Ich habe noch nicht erlebt, dass ein Haus auch tatsächlich so gebaut wurde. Oder irgendein Haus zweimal.“ Rund 70 Prozent der Fertighäuser werden frei geplant, erklärt Christoph Windscheif, Sprecher des Bundesverbands Deutscher Fertigbau (BDF). Auch wenn Anlieferung und Aufbau der Gebäudehülle in wenigen Tagen erfolgen – der Planungsprozess davor ist aufwendig. Gut ein Jahr müssen Interessenten dafür einrechnen. Und: Nahezu jede Firma kann jedes Haus bauen. Wie also die passende Variante finden? Wo fängt man an als künftiger Bauherr in diesem Planungsprozess? Für viele ist es der Besuch eines Musterparks. Wie im Möbelhaus wird hier lediglich demonstriert, wie alles aussehen kann. In den Badezimmern stehen dekorative Döschen, in den Kinderzimmern liegt ordentlich drapiert Spielzeug. Alles ist geputzt und gewienert. Tritt man durch die Haustüren, wird spätestens deutlich, was hier anders ist: Ein Vertreter kommt mit strahlendem Gesicht und einem lauten „Willkommen“ um die Ecke. „Schauen Sie sich um! Wenn Sie Fragen haben, ich bin hier im Büro.“ Flyer liegen auf dem Küchentresen, auf der Kommode im Wohnzimmer Visitenkarten.

Jede Firma hat ein anderes Konzept: Die Musterhäuser sind entweder besonders gut ausgestattete Gebäude, die zeigen sollen, was alles möglich ist. Oder sie sind eher ein guter Durchschnitt dessen, was die Kunden der Firma sich letztlich zusammenstellen lassen. Die Schauen sollen eine Inspiration sein, sagt Windscheif. Welches Haus passt zu mir? Was spricht mich an? „Danach ist man auch erst in der Lage, Hausmodelle und Hersteller zu vergleichen.“ In der Regel finden Bauherren zwei, drei Favoriten-Häuser, mit deren Herstellern sich die Bauinteressenten näher beschäftigen. Windscheif rät, sich Zeit zu nehmen für diese erste Suche – und gegebenenfalls wiederzukommen. In manchen Ausstellungen ist das zweite Mal der Eintritt kostenlos.

Der Experte rät auch, sich nicht zu viel auf einmal vorzunehmen. Nie wird das Traumhaus beim ersten Gespräch in der Ausstellung gleich verkauft. „Wir machen immer einen Termin zum weiteren Gespräch aus. Davor ist es nur Small Talk“, erläutert Hugo Stützle vom Anbieter Okal. Das Gespräch, bei dem der Bedarf der Bauherren dann umrissen wird, kann und sollte nach Ansicht der Firmen bestenfalls sogar schon auf dem gekauften Bauplatz stattfinden. Er gibt vor, was man überhaupt bauen darf. „In Deutschland gibt es in den meisten Kommunen Bebauungspläne“, sagt Peter Burk, Fachbuchautor zum Thema. Sie regeln teils sogar die Farbe der Dachziegel. Und wenn das nicht der Fall ist, dann sieht Paragraf 34 des Baugesetzes vor, dass das neue Gebäude sich an seiner Nachbarschaft orientieren muss. Zäumt man das Pferd von hinten auf und wählt das Haus vor dem Bauplatz aus, drohen höhere Kosten, erklärt der Verband Privater Bauherren.

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