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Wohnen im Alter : Auf die Details kommt es an

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Wer in späteren Jahren auf die Suche nach einem Heim geht, sollte auch auf vermeintliche Kleinigkeiten achten.

svz.de von
erstellt am 20.Mai.2017 | 16:00 Uhr

Bei der Wohnungssuche oder beim Hauskauf ab 50 stellt sich die Frage nach dem Wohnen im Alter. Welche Voraussetzungen müssen Badezimmer und Wohnräume haben, damit ich möglichst lange zu Hause leben kann? Was ist neben dem üblichen Blick auf Schwellen, hohe Treppen und augenscheinlichen Hindernissen noch wichtig?

Treppe: Treppenlifte lassen sich bei vielen Treppenformen nachträglich einbauen. Ausnahmen sind Wendeltreppen, wie der Verband Privater Bauherren (VPB) erklärt. Laut Anbietern ist es möglich, aber zum Beispiel ist eine Mindestbreite von 70 Zentimetern nötig. Gut sind ausreichend breite sowie bündig abschließende Stufen. Das Bundesfamilienministerium rät, bei Treppenhäusern darauf zu achten, dass es Handläufe auf beiden Seiten gibt.

Türen: Damit Gehhilfe oder Rollstuhl etwa ins Badezimmer gelangen, sollte man Türen mit mindestens 80 Zentimeter Breite einplanen, rät die Aktion Barrierefreies Bad. Der VPB rät zu Breiten von 101 Zentimetern für Innentüren im Rohbau, was 90 Zentimeter nach fertigem Einbau bedeutet. Vor den Türen braucht es Raum zum Rangieren. Daher sollte es im besten Fall eine Fläche zwischen 1,20 mal 1,20 Meter oder 1,50 mal 1,50 Meter geben. Durchbrüche sind möglich, aber aufwendig. Wichtig ist auch die Gängigkeit der Türen: Viel Kraft erfordern Hebeschiebtüren an Terrasse oder Balkon.

Fenster: Sie sollten so niedrig sein, dass man im Sitzen bequem nach draußen schauen kann, rät die Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisationen (BAGSO). Das Familienministerium empfiehlt Brüstungen, die ab einer Höhe von 60 Zentimetern durchsichtig sind.

Badezimmer: Sind die Wände stabil genug, um Haltegriffe zu tragen? Man sollte bei der Besichtigung nach Griffen fragen – auch wenn keine zu sehen sind. Ein System könnte bereits vorinstalliert und noch hinter Putz und Fliesen verborgen sein. Beim Bau von altersgerechten Badezimmern wird dies inzwischen häufig so gemacht.

Aufteilung des Raums: Gibt es vor dem Waschtisch genug Raum zum Sitzen, wenn man die Morgentoilette nicht mehr im Stehen schafft? Und kann ich mich dann noch im Spiegel sehen? Würde man ein barrierefreies Bad bauen, sieht eine DIN-Norm für einen unterfahrbaren Waschtisch eine Höhe von maximal 80 Zentimeter vor. Problematisch können hier auch unter dem Becken angebrachte Durchlauferhitzer sein. Gut sind zum Beispiel Unterputz-Siphons sowie zudem ein Bodenbelag, der rutschsicher ist. Die Aktion Barrierefreies Bad rät zur Rutschfestigkeitsklasse R10. Die Dusche sollte bodengleich sein sowie Platz für einen Klappsitz oder Hocker haben. Auch die Badewanne hat am besten eine möglichst niedrige Einstiegshöhe und eine rutschsichere Oberfläche. In vielen altersgerechten Badezimmern gibt es höhenverstellbare Toiletten. Ist dies nicht der Fall, kann man sich auch hier an der DIN-Norm für barrierefreie Badezimmer orientieren: Die Montagehöhe des WCs sollte 46 bis 48 Zentimeter betragen. Stützgriffe an Wänden sollen 28 Zentimeter über der Sitzhöhe angebracht werden können.

Elektroinstallationen: Häufig benutzte Steckdosen sollten auf einer Höhe von 70 Zentimetern liegen, teils raten die Experten sogar zu 85 Zentimetern. Sinnvoll sind elektrische Rollladenheber sowie automatische Fensteröffner.

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